Ohrenschmalzblockade: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Ohrenschmalzblockade, auch als Cerumen-Impaktion bekannt, ist ein lästiger, unangenehmer Zustand. Obwohl die Ursachen vielfältig sind, ist die Behandlung recht einfach. Lies weiter und erfahre mehr darüber!
Ohrenschmalzblockade: Ursachen, Symptome und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2021

Die Ohrenschmalzblockade ist einer der vielen Schutzmechanismen des menschlichen Körpers gegen Fremdstoffe. In der Tat spielt das Cerumen (das Ohrenschmalz) eine grundlegende Rolle beim Schutz und der Befeuchtung der Ohren. Diese Substanz reichert sich jedoch häufig an, was zu Verstopfungen führen kann. Lies einfach weiter, um mehr über die Ohrenschmalzblockade zu erfahren. Darüber hinaus sagen wir dir auch, wie sie behandelt wird.

Das Ohrenschmalz (medizinische Bezeichnung: Cerumen) ist eine gelblich-orangefarbene Substanz, die aus den Sekreten der Talg- und Schweißdrüsen entsteht. Es unterstützt die Befeuchtung und Reinigung des menschlichen Ohrs und dient dem Schutz vor Fremdkörpern. Die Sekretion von Ohrenschmalz ist Teil des Ausscheidungsprozesses, bei dem oberflächliche Hautzellen ersetzt werden und der durch die Bewegung von Kiefer und Kopf erfolgt.

Allerdings sammelt sich bei manchen Menschen dieses Sekret an, was zu einer Ohrenschmalzblockade führt. Das häufigste Symptom ist eine Beeinträchtigung des Hörsinns auf der betroffenen Seite. Aber eine frühzeitige Diagnose und eine sofortige Behandlung können diesen Zustand in der Regel schnell beheben.

Symptome einer Ohrenschmalzblockade

Eine Ohrenschmalzblockade ist ziemlich unangenehm und kann die Lebensqualität einer Person stark beeinträchtigen. Schätzungen deuten darauf hin, dass diese Erkrankung zusammen mit Otitis media und Externa die Hauptursache für Schallleitungsschwerhörigkeit bei jungen Patienten ist.

Betroffene erleben alles von Schwierigkeiten beim Hören entfernter Geräusche bis hin zu einer totalen Blockade der Hörfähigkeit des verstopften Ohrs. Darüber hinaus treten bei Patienten mit Cerumen-Impaktion (Ohrenschmalzblockade) oft die folgenden Symptome auf:

  • Schmerzen im Ohr
  • Druckgefühl oder Schwellung in diesem Bereich
  • Klingeln oder Tinnitus
  • Juckreiz im Ohr
  • Übelkeit und Schwindel
  • Flüssigkeit, die aus dem Gehörgang austritt
  • Wahrnehmung eines unangenehmen Geruchs, der aus dem Ohr kommt

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Wenn du unangenehme oder seltsame Ohrsymptome bemerkst, die deinen Alltag beeinträchtigen, solltest du einen Arzt aufsuchen. Ein HNO-Arzt wird den Gesundheitszustand deines Ohres aufgrund deiner Beschwerden und nach eingehender Untersuchung des Gehörgangs beurteilen.

Es ist wichtig, dass du den Besuch beim Arzt nicht hinauszögerst und so schnell wie möglich einen Spezialisten konsultierst. Denn andernfalls könnte sich die Prognose dieser Erkrankung verschlechtern. Darüber hinaus sollten du keinesfalls versuchen, das Ohrenschmalz auf eigene Faust oder mit traditionellen Hausmethoden zu entfernen. Auch dies könnte das Risiko von Komplikationen erhöhen.

Ohrenschmalzblockade: Ein Arzt untersucht das Ohr eines Patienten.
Die Diagnose “Ohrenschmalzblockade” kann nur ein Arzt bestätigen. Darüber hinaus kann er bei der Untersuchung andere Erkrankungen ausschließen, die zu Schmerzen und Hörverlust führen könnten.

Ursachen der Ohrenschmalzblockade

Das Vorhandensein von Ohrenschmalz im Ohr ist normal und gehört zur Physiologie des menschlichen Körpers. Normalerweise verschwindet er von selbst durch die Kieferbewegungen, die du beim Kauen und Sprechen ausführst, aber auch durch Kopfbewegungen und durch die Veränderung des oberflächlichen Epithels der Haut.

Wenn du an einer Ohrenschmalzblockade leidest, ist dies auf Faktoren zurückzuführen, die die Schmalzproduktion erhöhen oder dessen Abfluss behindern. Darüber hinaus ist der wichtigste assoziierte Mechanismus die Impaktion bei der Verwendung von Wattestäbchen oder Haarnadeln als Teil der täglichen Hygiene.

Denn Wattestäbchen drängen das im Gehörgang verteilte Ohrenschmalz nach hinten und können sogar Läsionen in dieser Struktur verursachen. Darüber hinaus ist die Verstopfung durch Ohrenschmalz auch auf die Nutzung von Hörgeräten und Ohrstöpseln zurückzuführen.

Des Weiteren zeigen Studien, dass die serösen Drüsen und die Schweißdrüsen mit zunehmendem Alter verkümmern und ein trockeneres Ohrenschmalz produzieren, welches sich dann im Ohr ansammelt. Ebenso haben einige Patienten mit Entwicklungsstörungen hypoplastische oder kleinere Gehörgänge, die den natürlichen Abfluss von Ohrenschmalz behindern.

Diagnose und Behandlung

Ein Hausarzt oder HNO-Arzt kann eine Ohrenschmalzblockade recht einfach diagnostizieren. Für die Untersuchung nutzt er ein Instrument, das aus einer eine Lupe mit Beleuchtung besteht, was die Untersuchung des Gehörganginneren ermöglicht.

Die Untersuchung des Ohres mit diesem Instrument wird als Otoskopie bezeichnet. Der Arzt führt einen kleinen Konus in die Ohröffnung ein, was die Diagnose von Läsionen erleichtert. Sobald er die Obstruktion erkennt, kann der Spezialist die folgenden medizinischen Verfahren anwenden, um die Ohrenschmalzblockade zu entfernen:

  • Anwendung von Cerumenolytika: Hierbei werden Tropfen einer bestimmten Lösung in den Gehörgang gegeben, um das angesammelte Ohrenschmalz zu hydratisieren und aufzuweichen. Die Flüssigkeit wird dann für 5 bis 10 Minuten im Ohr belassen. Der Patient muss währenddessen seinen Kopf neigen. Anschließend wird das das verdünnte Ohrenschmalz extrahiert.
  • Ohrenspülung: Hierbei wird destilliertes Wasser, Wasserstoffperoxid oder eine Kochsalzlösung mit mäßigem Druck mittels einer Spritze in das Ohr eingebracht. Infolgedessen weicht das Ohrenschmalz auf. Danach kann es extrahiert werden. Ärzte verwenden diese Methode oft in Kombination mit Cerumenolytika, um das Verfahren zu erleichtern.
  • Die manuelle Extraktion erfordert eine Kürette oder eine kleine Absaugvorrichtung, um das Ohrenschmalz zu lokalisieren und anschließend zu extrahieren.

Prävention einer Ohrenschmalzblockade und Empfehlungen

Verwende keine Wattestäbchen oder Tupfer im Gehörgang. Wattestäbchen solltest du ausschließlich zur äußeren Reinigung der Ohrmuschel verwenden. Wenn du zu Ohrenschmalzblockaden neigst, solltest du auch die regelmäßige und langfristige Verwendung von Kopfhörern vermeiden.

Fachleute empfehlen zudem die prophylaktische Anwendung von natürlichen Ölen oder 70 %igem Alkohol, wenn du zu derartigen Blockaden neigst. Allerdings sollte dies nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen. Darüber hinaus sollten Patienten mit rezidivierenden Cerumen-Impaktionen alle 6 Monate einen HNO-Arzt aufsuchen, um den Gesundheitszustand beider Ohren untersuchen zu lassen.

Wir möchten auch darauf hinweisen, dass eine spezielle Reinigung in der Regel das Auftreten neuer Episoden verhindert, so dass der HNO-Arzt eine prophylaktische Behandlung empfehlen kann. Darüber hinaus gibt es auch Möglichkeiten, Ohrenschmalz sicher und ohne Schaden für das Ohr zu entfernen.

Ohrenschmalzblockade: Entfernung beim Arzt
Nur ein qualifizierter Fachmann darf die Ohrenschmalzentfernungslösung in das Ohr einbringen.

Verzichte auf die traditionellen Methoden zur Entfernung von Ohrenschmalz

Es gibt derzeit eine lange Liste nicht-medizinischer alternativer Verfahren zur Entfernung von Ohrenschmalzblockaden. Unter anderem spezielle Ohrenkerzen oder andere hohle Instrumente, an denen das Ohrenschmalz haften bleibt.

Diese Methoden sind jedoch riskant und es besteht die Gefahr von Verbrennungen und sogar Perforationen des Gehörgangs. Daher solltest du rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, wenn du den Verdacht hast, dass du einen Ohrenschmalzpfropfen hast. Ein HNO-Arzt kann das Problem schnell erkennen und eine entsprechende Behandlung durchführen.

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