Schaden Fläschchen und Nuckel unseren Babys?

· 20 Februar, 2019
Wenn eine Mutter ihr Baby nicht stillen kann, dann muss sie zwangsweise Fläschchen und Nuckel verwenden. Man sollte es jedoch nicht für länger als ein bis zwei Jahre tun.

Sehr häufig gibt man Babys das Fläschchen und den Nuckel. Es gibt Eltern, die sich dazu entscheiden, beide zu verwenden, andere bevorzugen nur das eine oder den anderen und dann gibt es wiederum jene, die auf diese beiden Gegenstände verzichten.

Es gibt bei diesem Thema viele Kontroversen über die Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys. Einige behaupten, beide Gegenstände seien essenziell, um das Kleine zu beruhigen und zu ernähren. Doch es gibt auch gegensätzliche Meinungen.

Der Gebrauch von Fläschchen und Nuckel ist heutzutage sehr verbreitet. Sicherlich sind sie auf bestimmte Weise vorteilhaft, doch sie haben auch negative Auswirkungen.

Im folgenden Artikel möchten wir dir einige Fakten über die Verwendung von Fläschchen und Nuckel mitteilen.

Wie funktionieren der Nuckel und das Fläschchen?

Baby trinkt aus dem Fläschchen

Die Verwendung dieser Sauggegenstände ist mit dem natürlichen Saugreflex der Babys verbunden. Dieser Reflex tritt in der 32. Schwangerschaftswoche auf, doch ist erst nach der 36. voll entwickelt.

Das Zusammenspiel von Saug- und Schluckreflex sichert das Überleben des Babys. Dank ihm kann es sich ernähren und gleichzeitig beruhigt das Saugen auch das Baby, wenn es zappelig wird. Deshalb nuckeln Babys auch am Daumen, um sich zu beruhigen.

Diese Reflexe treten um die sechs Monate auf. Dem Baby nutzen sie, um sich an der Mutterbrust festzusaugen, an der es sich ernährt und Frieden findet. Sollte das Stillen an der Brust nicht möglich sein, so verwendet das Baby die Reflexe, um sich durch das Fläschchen zu ernähren und den Nuckel zu beruhigen.

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Warum verwendet man Fläschchen und Nuckel?

Stillende Mütter, die dem Baby das Fläschchen geben möchten, erhalten nicht immer die besten Resultate. Das Baby bevorzugt offensichtlich die Brust der Mutter, nicht nur um sich zu ernähren, sondern auch um dort die Stille und Sicherheit zu finden, die es benötigt.

Im Fall von Babys, die nicht an der Mutterbrust gestillt werden können, verwendet man Fläschchen und Nuckel. Ersteres verwendet man, um die Babys zu ernähren und letzterer dient dazu, das Baby zu beruhigen.

Kinderärzte haben oft gegensätzliche Meinungen darüber, bis zu welchem Alter ein Baby Fläschchen und Nuckel bekommen sollte.

Einige sagen, bis das erste Lebensjahr vollendet ist. Andere akzeptieren, dass man das Fläschchen für bis zu 18 Monate und den Nuckel sogar bis zu 2 Jahren verwenden kann. Danach sind sie überflüssig.

Warum können sie negative Auswirkungen haben?

Es ist einfacher, am Fläschchen als an der Mutterbrust zu saugen. Da die Milch jedoch von alleine herauskommt, kann das die Muskelspannung der Zunge und der Lippen verringern und die Wangen übermäßig wachsen lassen.

Saugt das Baby an der Brustwarze, so gibt es 10% mehr Bewegung. Sie wird im hinteren Teil des Mundes angesetzt. Das fordert eine Koordination zwischen Wangen- und Zungenbewegung, um die Milch herauszusaugen.

Wenn das Baby wächst, so hören Saugen und Schlucken auf, ein Reflex zu sein. Langsam werden sie zu willkürlichen Bewegungen, da man sie benötigt, um zu kauen und zu essen. Hierbei entwickeln sich ebenfalls alle Gesichtsteile, die mit dem Sprechen verbunden sind.

Welche Konsequenzen ergeben sich durch den verlängerten Gebrauch von Fläschchen und Nuckel?

Ein Kind, das mit dem Fläschchen ernährt wird, muss Saug-, Schluck- und Atemmuster selbst erfinden, um die richtige Milchdosis aus der Flasche zu bekommen und sie zu schlucken, ohne sich dabei zu verschlucken.

Der verlängerte Gebrauch hat jedoch Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes.

  • Risiko von Einatmen der Lebensmittel. Die muskuläre Reorganisation kann zu Aufstoßen und Einatmen der Milch führen.
  • Verlängerte Apnea Episoden. Babys, die mit Muttermilchersatz gefüttert werden, haben einen tieferen Schlaf. So kann es zu längeren Aussetzern oder flacher Atmung kommen, während das Baby schläft.
  • Die Polypen können aufgrund des anomalen Schluckens verstopfen. Dadurch kann es zu Ohr- und Atemwegsentzündungen kommen.
  • Das Baby gewöhnt sich daran, durch den Mund zu atmen. Aufgrund der Verstopfung muss das Kind durch den Mund atmen. Dadurch kommt es zu Atemproblemen, Atemwegsentzündungen, verringertem Hörsinn, Veränderungen in der Entwicklung des Brustkorbs und des Kiefers.
  • Veränderungen in der Nacken-Kopfhaltung und der vertikalen Achse des Körpers. Durch das schlechte Funktionieren der Zunge und des Kiefers kommt es zu einer Fehlhaltung des Kopfes und Halses in Beziehung zur Taille und der vertikalen Achse des Körpers, um die Dysfunktion auszugleichen.
  • Die Kiefer- und Zahnentwicklung wird beeinträchtigt. Wird ein Baby mit Fläschchen gestillt, so kommt es nicht zur Saugkraft des Vakuums. Das ist allerdings sehr wichtig für die Ausgeglichenheit der inneren (Zunge und Gaumen) und äußeren (Lippen und Wangen) Muskelspannung.
  • Es entsteht ein höheres Kariesrisiko, weil man das Fläschchen meist kurz vor dem Schlafen verabreicht. Der Zucker oder zuckerhaltige Inhaltsstoffe der Muttersatzmilch bleibt in den Zähnen hängen, weil das Baby gleich einschläft und man diese nicht mehr putzen kann.
  • Da die Kaumuskeln sich nicht richtig entwickeln, wird die Aussprache erschwert. Dadurch kann es geschehen, das Kleinkinder später anfangen zu sprechen.

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Ich kann nicht stillen: was tun?

Baby mit Nuckel

Kannst du wirklich nicht stillen, so ist es am besten, wenn du Fläschchen und Nuckel für so kurze Zeit wie möglich verwendest. Es gibt sogar Mütter, die Schnabeltassen oder kleine Löffelchen verwenden und den Nuckel ganz auslassen. Überlege dir, ob dies für dein Baby und dich funktionieren könnte.

Es ist wichtig, dass man die Verwendung zur Schlafenszeit vermeidet, ansonsten kann es zu Abhängigkeit kommen, die sich in eine Gewohnheit verwandelt, die länger als zwei Jahre andauert.

Verwendet man Fläschchen und Nuckel zu sehr, so kann es geschehen, dass das Kind später einmal eine Zahnspange oder einen Logopäden braucht. Das geschieht zwar nicht immer, doch es erhöht die Wahrscheinlichkeit.

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