Narbenpflege im Sommer: Was du darüber wissen solltest

Wunden und Narben müssen richtig gepflegt werden, um Unannehmlichkeiten zu verhindern. Dabei geht es nicht nur um ästhetische Aspekte, sondern auch um Juckreiz, Spannungsgefühl und andere mögliche Beschwerden. 
Narbenpflege im Sommer: Was du darüber wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 17. September 2020

Im Sommer ist die richtige Narbenpflege ganz besonders wichtig, da sich die Sonnenexposition negativ auswirken könnte. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Haut im verletzen Bereich besonders zu schützen. Nicht alle Wunden lassen Narben zurück, ganz besonders dann nicht, wenn du sie richtig behandelst. Lies weiter, wenn dich dieses Thema interessiert.

Wie entstehen Narben?

Bevor wir näher auf die richtige Narbenpflege eingehen, erklären wir kurz, wie es zur Narbenbildung kommt. Die Heilung hängt nach einer Hautverletzung vom Schweregrad ab. Kleine Oberflächliche Wunden lassen in der Regel keine Narben zurück, trotzdem kannst du die Heilung fördern. Besonders wichtig ist dies allerdings bei tieferen Verletzungen.

Der Heilungsprozess umfasst verschiedene Phasen, was zum Beispiel in der Fachzeitschrift Sociedad Española de Heridas sehr gut beschrieben wird:

  • Blutgerinnung: Beim Entstehen der Verletzung gerinnt das Blut, um den Blutverlust zu verhindern. Es bildet sich dann eine Kruste.
  • Schwellung: Das Immunsystem antwortet auf die Infektionsgefahr, um die Wunde zu schützen. Die Blutgefäße erweitern sich, was die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des verletzten Bereiches garantiert. In der Folge kommt es zu Schwellungen und Rötungen.
  • Reparatur: Das verletzte Gewebe muss jetzt neu aufgebaut werden, die Wunde wird allmählich kleiner. Der Körper stimuliert die Kollagenproduktion, um das Gewebe zu erneuern.
  • Wiederaufbau: Diese Phase kann je nach Schweregrad der Verletzung zwei Jahre lang dauern. Das Gewebe wird wieder vollständig hergestellt, wobei in ernsteren Fällen eine Narbe zurückbleiben kann.

    Hast du diesen Beitrag schon gelesen? So verbesserst du deine Haut während der Wechseljahre

Empfehlungen zur Narbenpflege im Sommer

Narben führen viele Personen zum Hautarzt, ganz besonders, wenn sie noch recht frisch sind. Wenn die Narbe weiß ist, das heißt nach ungefähr eineinhalb Jahren, benötigt sie keine spezielle Pflege mehr. Doch in der Zeit davor empfehlen wir dir folgende Tipps in die Praxis umzusetzen.

Verwende Sonnenschutz

Die 2016 von Seminars in Plastic Surgery veröffentlichten Informationen weisen darauf hin, dass Narben, die jünger als 18 Monate sind, sehr empfindlich auf UV-Strahlung reagieren. Im Konkreten kann die Sonnenexposition zur Hyperpigmentierung und zu strukturellen Veränderungen durch die Zerstörung von Kollagen führen.

Es empfiehlt sich deshalb, die Narbe mit einem Verband oder mit Kleidung zu bedecken. Außerdem ist Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 SPF oder mehr über 12 bis 18 Monate nach der Verletzung zu empfehlen.

Die UV-Strahlung erhöht die Vaskularisierung. In der Folge verstärkt sich das Erythem (entzündliche Rötung der Haut durch vermehrte Durchblutung) und es kann zu einer Hyperpigmentierung kommen. Der Sonnenschutz verhindert die Melanogenese (Bildung des Pigments Melanin), die durch die UV-Strahlen stimuliert wird.

Sanfter Druck und Silikongel

Silikongel erzielt bei der Behandlung von Narben ausgezeichnete Wirkungen. Aus einer von  Cirugía Plástica Estética veröffentlichten Studie geht hervor, dass eine neue Formulierung eines Narbenheilungspflasters aus Silikongel sehr effizient wirkt.

Die Behandlung erfolgt am Tag und in der Nacht, über einen Zeitraum von mindestens 18 Stunden täglich, mindestens 3 Monate lang.

Narbenpflege: Den betroffenen Bereich mit Feuchtigkeit verwöhnen

Es ist sehr wichtig, die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen, damit sie elastisch bleibt und sich gut regenerieren kann. Spezifische Narbenpflegeprodukte können das Hautbild im Bereich der Verletzung verbessern und die Haut mit Feuchtigkeit und Weichmachern versorgen.

Du kannst auch Salben mit den Vitaminen A und E oder Lotionen mit Hyaluronsäure verwenden, um die Haut zu pflegen. Eine andere Möglichkeit ist Vaseline, die ebenfalls Feuchtigkeit spendet und das Hautbild verbessert.

Narbenpflege: Den betroffenen Bereich mit Feuchtigkeit verwöhnen
Die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Salben ist wichtig, damit sich die Haut erholen kann. Sie bleibt so elastisch und kann auch im Sommer die Feuchtigkeit bewahren.

Tägliche Massagen zur Narbenpflege

Um die Narbenbildung und Genesung der Haut zu fördern, solltest du den betroffenen Bereich täglich sanft massieren. Beginne damit, nachdem die Wunde geheilt ist, das heißt ungefähr 2 bis 3 Wochen nach der Verletzung.

Die Zeitschrift Advances in Wound Care empfiehlt Massagen, um die Narbe abzuflachen und weicher zu machen. Die Haut bleibt so sanfter und elastischer. Führe die Massagen am besten zweimal täglich ungefähr 10 Minuten lang durch, und zwar mindestens sechs Monate lang.

Die Narbenpflege ist im Sommer besonders wichtig

Solange die Narbe noch frisch ist und noch nicht alle Genesungsphasen durchlaufen hat, ist die Sonnenexpositon sehr schädlich. Deshalb solltest du Narben im Sommer besonders schützen und pflegen. Vermeide die direkte Sonneneinstrahlung durch entsprechende Kleidung, einen Verband oder Sonnenschutz.

Darüber hinaus sind Silikongel und feuchtigkeitsspendende Salben sehr hilfreich, um die betroffene Hautstelle zu pflegen.

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