Meningokokken-Sepsis: eine schwere Krankheit

7 November, 2020
Die Meningokokken-Sepsis ist eine schwere Erkrankung, die durch die Ausbreitung von Meningokokken im Blutkreislauf und in verschiedenen Organen verursacht wird. Dies führt zur Bildung von Thromben, die Wundbrand und andere Komplikationen zur Folge haben können.

Die Meningokokken-Sepsis ist ein medizinischer Notfall, der umgehend behandelt werden muss. Es handelt sich um eine schnell fortschreitende Krankheit, die zu einem Schock und gleichzeitigem Versagen mehrerer Organe im Körper führen kann.

Dieser Zustand wird durch eine Meningokokken-Infektion hervorgerufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Zahl der Neuinfektionen dieses Typs auf etwa 500 000 pro Jahr. Es sterben zwischen 20 und 50% der Menschen, die eine Meningokokken-Sepsis entwickeln.

Ursachen der Meningokokken-Erkrankung

Die Meningokokken-Erkrankung wird durch Meningokokken verursacht. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das zu schweren Krankheiten führt und durch Kontakt mit Tröpfchen aufgenommen wird, die eine infizierte Person beim Husten oder Niesen ausstößt.

Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf dieses Bakterium; der Grund hierfür ist in der Wissenschaft jedoch noch nicht bekannt. Es steht fest, dass dieser Mikroorganismus schrittweise in den Nasen-Rachen-Raum eindringt. Der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen beträgt etwa 10 Tage, kann aber auch kürzer sein.

Anschließend durchdringen die Meningokokken die Schleimhaut und gelangen in den Blutkreislauf. Die häufigste Erscheinungsform dieser Art von Krankheit ist eine Meningitis, d. h. eine Entzündung der Hirnhaut (der Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark bedecken).

Eine der möglichen Auswirkungen einer Meningokokken-Erkrankung ist die Meningokokken-Sepsis. Dabei handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Erkrankung mit einer hohen Sterblichkeitsrate. Außerdem können bei denjenigen, die sie überleben, dauerhafte Folgeerscheinungen auftreten.

Frau Fieber Kopfschmerzen
Die Meningokokken-Sepsis kann mit einer Hirnhautentzündung mit typischen Anzeichen wie zum Beispiel Fieber und Kopfschmerzen beginnen.

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Meningokokken-Sepsis: Allgemeine Informationen

Die Meningokokken-Sepsis ist eine Form des septischen Schocks. Der septische Schock ist eine Erkrankung, bei der eine ausreichende Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr der Gewebe und Organe nicht mehr gewährleistet ist; dies verursacht einen allmählichen Zelltod und allgemeines Versagen des Körpers, das zum Tod führen kann.

Die Vermehrung der Meningokokken im Blut bildet Gerinnsel. Diese erschweren die Zirkulation in einem oder mehreren Organen oder Gliedmaßen, was Wundbrand verursacht. Paradoxerweise kommt es auch zu Blutungen, die schwer zu kontrollieren sind.

Laut Schätzungen muss bei einem von vier Menschen, der an dieser Krankheit leidet, eine Extremität amputiert werden. Des Weiteren verursacht die Sepsis Hautläsionen, die Narben erzeugen und zu Missbildungen führen. Bei letzteren ist oft eine chirurgische Behandlung nötig und der Patient muss sich auf einen sehr langsamen Heilungsprozess einstellen.

Meningokokken-Sepsis: Symptome

Die Symptome einer Meningokokken-Sepsis sind sehr breit gefächert. Zu Beginn kann leichtes Fieber auftreten, das aber in vielen Fällen innerhalb weniger Stunden zu multiplem Organversagen und zum Tod führt.

In der Regel äußern sich in den ersten vier bis sechs Stunden Symptome, die gewöhnlich bei Virusinfektionen auftreten: Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwäche; auch Durchfall und Erbrechen sind möglich.

Zusätzlich zu diesen Manifestationen kommen die folgenden typischen Symptome einer Sepsis vor:

  • Blasse, fleckige Haut
  • Schnelle Atmung
  • Kalte und zitternde Hände und Füße
  • Schläfrigkeit und Verwirrung
  • Niedriger Blutdruck
  • Gelenk- oder Gliederschmerzen
  • Ausschlag: ein von einer Sepsis verursachter Ausschlag sieht wie kleine, rote, glänzende Flecken aus. Diese Flecken können sich miteinander verbinden und ähneln dann frischen Blutergüssen. Nicht jeder Patient in diesem Zustand weist diese Art von Flecken auf.

Diagnose und Behandlung

Eine Meningokokken-Sepsis kann mit oder ohne Meningitis auftreten. Die Diagnose erfolgt in der Regel auf der Grundlage eines Bluttests, eines Nasen- und Rachenabstrichs, einer Röntgenaufnahme der Brust und einer Stuhlprobe.

Die Behandlung der Krankheit findet in einem Krankenhaus oder einer medizinischen Einrichtung statt, erfordert jedoch keine Isolierung des Patienten. Der konventionelle Ansatz beinhaltet vier Maßnahmen:

  • Verabreichung von Antibiotika: Der Erkrankte muss diese frühzeitig einnehmen. Bei einer sichtbaren Infektion oder Sepsis sollte der Herd drainiert werden.
  • Flüssigkeiten: Eine parenterale Feuchtigkeitszufuhr wird durchgeführt, um den Gefäßraum zu füllen und den Blutdruck aufrechtzuerhalten, sodass keine extreme Hypotonie eintritt.
  • Einsatz vasoaktiver Medikamente: Diese Medikamente wirken den Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems entgegen, die wiederum aus einer Entzündung resultieren, die eine Sepsis verursacht.
  • Lebenserhaltende Maßnahmen: Dazu gehören Sauerstoffgabe, Trachealintubation und künstliche Beatmung. Wenn Blutungen auftreten, finden häufig Gerinnungsmittel und gefrorenes Frischplasma Verwendung.
Impfung Meningokokken-Sepsis
Meningokokken-Impfungen sind nützlich, um die Zirkulation dieser Bakterien in der Bevölkerung zu vermindern.

Vorbeugung einer Meningokokken-Sepsis

Bei der Prävention der Meningokokken-Sepsis geht es in erster Linie darum, die Ansteckung anderer mit dieser Erkrankung zu verhindern. Zu diesem Zweck stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung:

  • Pneumokokken-Impfstoff: Er schützt vor Pneumokokken-Meningitis und wird routinemäßig Babys und häufig an Menschen über 65 Jahre verabreicht. Man hatte vermutet, dass er eine Kreuzreaktion hervorrufen und somit Meningokokken-Infektionen verhindern könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte man die Wirkung dieses Impfstoffes jedoch nur gegen S. pneumoniae als gegeben betrachten.
  • MenC: Diese Impfung bietet Schutz gegen Meningokokken vom Typ C. Sie wird für Babys verwendet und ist für alle Menschen unter 25 Jahren erhältlich.

Impfungen schützen nicht gegen alle Arten von Meningokokken, aber sie reduzieren die Verbreitung der Bakterien, die am stärksten mit dem Problem verbunden sind, in entscheidendem Umfang. Weitere Präventionsrichtlinien sind die Einschränkung der Kontakte mit kranken Menschen, häufiges Händewaschen und die Hygiene bei persönlichen Gegenständen.

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