„Ich bin Mutter, keine Sklavin der Hausarbeit“, schreibt eine australische Frau

· 5 April, 2016
Wenngleich wir als Frauen Verpflichtungen im Haushalt haben, so sollten wir uns doch genügend Zeit nehmen, das Leben zu genießen.

„Wenn ich Mutter werde, dann macht mich das weder zu einer Sklavin der Hausarbeit noch zu einer Person, die das Haus nicht mehr verlassen kann.“ Dieser Satz entstammt einem interessanten Brief, den eine 32-jährige Australierin über ihr Profil auf Facebook veröffentlicht hat. Er ist um die Welt gegangen.

Constance Hall ist eine attraktive junge Mutter, die in den sozialen Netzwerken sehr aktiv ist und ihren eigenen Blog betreibt, über den sie andere an ihrem aktiven Leben mit ihren Kindern teilhaben lässt.

Sie schämt sich nicht, die Schwangerschaftsstreifen an ihrem Bauch zu zeigen, und zögert auch nicht, zu verdeutlichen, dass sie nach wie vor ihre eigenen Interessen, Hobbies und sozialen Kontakte pflegt.

Der Brief, den wir eingangs erwähnt haben, stellt hierbei viel mehr als eine bloße Meinung dar: Er ist vielmehr ein Plädoyer an die Frauen der Welt, ihren Platz in der Gesellschaft zu beanspruchen und zu verteidigen.

Es geht nicht darum, dass Mütter ihre Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs vernachlässigen sollen, sondern darum, dass diese mit dem eigenen Wachstum und der persönlichen Weiterentwicklung vereinbar ist.

Wir laden dich heute dazu ein, mit uns gemeinsam über dieses Thema zu reflektieren.

Ich bin Mutter, ich bin Frau: der Brief von Constance Hall

Constance Hall gehört zu jenen Frauen, die nicht lange zögern und ihre Kinder nahezu überall mit hinnehmen. Sie trägt sie auf dem Arm und verbringt so Stunden am Strand. Aber sie nimmt sie auch mit zum Einkaufen. Oder trifft sich mit Freundinnen, die unter Umständen auch Mütter sind.

Sie muss auf nichts verzichten, weil sie Mutter ist, und hat deshalb die Prioritäten in ihrem Leben klar gesetzt: ihre Kinder und sie selbst.

Denn du solltest immer oberste Priorität in deinem Leben haben – Niemand verdient deine Liebe mehr als du selbst

Sie ist es müde, von vielen Frauen immer wieder zu hören, dass sie Hausfrauen sind, dass ihnen neben der Hausarbeit keine Zeit für die eigenen Interessen bleibt. Keine Frau sollte erst Hausfrau und dann Mutter sein.

Dieser abhängige Zustand kann sogar in die Depression führen, denn Betroffene fühlen sich oft allein gelassen, unglücklich, zum Teil auch überfordert. Deshalb hat Constance Hall sich dazu entschieden, diesen Brief zu verfassen, und wir laden dich dazu ein, ihn mit uns zu lesen:

Mutter werden

„Ich schreibe der Frau, die im Park sitzt, auf ihr Telefon schaut und sich dabei nicht großartig um ihre Kinder kümmert.
Ich grüße dich. Anstatt am Bildschirm der elektronischen Alltagshilfen zu hängen, solltest du besser in Kontakt mit der Welt treten, in Kontakt mit deinen eigenen Kindern, und daher weniger Zeit in den Müttergruppen der sozialen Netzwerke verbringen.
Denn denk immer daran, dass es dir letztendlich völlig egal sein kann, was die übrigen Gruppenmitglieder von dir denken. Geh raus, spiel mit deinen Kindern.

An die Frau, bei der sich das ungewaschene Geschirr in der Küche stapelt und die dennoch dazu in der Lage ist, die Haustür hinter sich zu schließen und mit ihren Freunden einen Kaffee trinken zu gehen.
Ich grüße dich. Eine gute Mutter, eine gute Ehefrau oder überhaupt ein guter Mensch kennzeichnet sich nicht dadurch, dass er Stunden um Stunden damit zubringt, die Hausarbeit zu erledigen. Wenn du dich dafür zu sehr aufopferst, dann geht das Leben deiner Freunde trotzdem weiter – aber ohne dich.

An die Frau, die nach der Geburt darauf wartet, dass ihr der Arzt Antidepressiva verschreibt. Ich grüße dich. Vielleicht glaubst du mir nicht, aber du wirst mit deiner eigenen Trauer auch weiterhin zu kämpfen haben, wenn deine Kinder wachsen.

Verwechsle die Depression nicht mit dem Kampf, du bist die Königin deines Lebens und du kannst alle Situationen meistern.

Du befindest dich im schönsten Abschnitt deines Lebens. Genieß, was du in den Armen hältst.
Manchmal können wir Schwäche und Stärke nicht gut voneinander unterscheiden. Denk aber daran, dass du viel stärker bist als du glaubst.

Es ist auch überhaupt nichts dabei, ab und zu um Hilfe zu bitten. Das macht dich nicht zu einer schwachen Frau und es ist den Aufwand ganz sicher wert!

Viele Frauen durchleben ähnliche Momente, Schwierigkeiten und Probleme wie du. Viele von ihnen sprechen jedoch nicht darüber.

An die Frau, die immer noch mit überflüssigen Pfunden zu kämpfen hat, die sie nach der Geburt nicht wieder loswerden konnte. Ich grüße dich. Der Job ‚Mutter‘ ist eine neue Aufgabe für dich, die dich 24 Stunden am Tag fordert, für die dich allerdings niemand bezahlt.

Tatsächlich wirst du diesen Job für den Rest deines Lebens ausüben. Wenn du also Appetit auf ein Stück Kuchen hast, dann iss es. Warte nicht darauf, dass die Arbeit endet. Wie dein Körper nach der Geburt aussieht geht die Öffentlichkeit auch überhaupt nichts an. Und genauso wenig sollte es dir etwas bedeuten, wenn jemand einen negativen Kommentar dazu hinterlässt.“

Der Job, von dem hier die Rede ist, wird tatsächlich nicht in Geld bezahlt. Aber in vielerlei anderen Dingen – Mein Kind ist meine Schwäche, aber auch meine größte Stärke

Die Bedeutung von Prioritäten in unserem Leben

Stillen und Mutter sein

Es ist jedem von uns selbst überlassen, ob er der Meinung von Constance Hall zustimmt. Manche Mutter ist bestimmt in der Lage, zu vermeiden, dass sich das Geschirr in der Küche stapelt, ohne dabei ihre Kinder zu vernachlässigen.

Aber die Philosophie, die hinter diesem Brief steckt, geht noch weit darüber hinaus.

  • Mutter zu sein bedeutet nicht, dass wir von heute auf morgen unser Leben aufgeben müssen, soziale Kontakte abbrechen und uns von unseren Träumen verabschieden sollten. Es geht überhaupt nicht darum, aufzugeben, sondern darum, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.
  • Natürlich ist es so, dass sich unser Alltag ändert, wenn Kinder in unser Leben treten. Sie stellen uns vor neue Herausforderungen und in irgendeinem Moment werden wir das Gefühl haben, dass uns alles zu viel wird. Aber Mutter zu sein und Kinder zu erziehen bedeutet auch, stark und flexibel zu sein, jeden Tag nach den besten Lösungen zu suchen.
  • Es ist wichtig, Prioritäten zu setzen: Denk daran, dass du glücklich sein musst, um dieses Glück auch deiner Familie vermitteln zu können.

Wenn du also an diesen Punkt gelangst, an dem du schier verzweifeln möchtest, dann nimm deine Kinder und geh mit ihnen nach draußen. Genieß die Sonne oder den Schnee. Sprich mit Freunden und Freundinnen. Umgib dich mit Menschen, die dich glücklich machen. Und vergiss nie, wie wunderbar das Leben ist. Vor allem mit Kindern.