4 häufige Arten der Depression

· 7 März, 2016
Es ist entscheidend, sich nicht in sich selbst einzuschließen. Bitte in deinem Umfeld, bei deinen Mitmenschen um Hilfe. Wenn es dir möglich ist, werde aktiv, beweg dich. So werden Endorphine freigesetzt, die dazu beitragen, dass du dich besser fühlst

Die Depression ist eine Erkrankung, die viele Menschen betrifft. Ob sie nun genetisch bedingt ist oder vielmehr an unserem Charakter oder unserem Schicksal liegt, ist dabei weniger entscheidend. Wir stellen dir heute verschiedene Arten der Depression vor.

Wichtig ist es, zu verstehen, dass jeder Mensch an einer Depression erkranken kann. Doch wenige Betroffene sind in der Lage, aus eigener Kraft den Weg aus der Depression zu finden.

Es fällt ihnen schwer, unter der Last der Krankheit ihren Alltag zu bewältigen. Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, dass es keine Hoffnung gibt.

In manchen Fällen ist es sogar so, dass erst nach einem sehr tiefen Fall nach Hilfe gesucht wird und der Weg der Heilung eingeschlagen werden kann.

Arten der Depression

Wir kennen nur eine Depression, jene, die sich in großer Trauer manifestiert, die es dir unmöglich macht, ein normales Leben zu führen. Du bist nicht einmal motiviert, aufzustehen, hast zu nichts Lust, und was dir früher Freude bereitet hat, ist dir heute vollkommen egal.

Vollmond und Depression

Tatsächlich treten Depressionen jedoch aus verschiedenen Gründen auf, die es uns erlauben, von unterschiedlichen Arten der Depression zu sprechen.

Wir sollten diese kennen, um entsprechend reagieren zu können, wenn wir selbst oder eine uns nahestehende Person in eine derartige Situation gelangen. Nur so können wir auf die Art und Weise handeln, die dem Betroffenen am ehesten hilft.

Wir stellen daher die vier häufigsten Arten der Depression vor.

1. Depression nach einem Verlust

Diese Art der Depression tritt am häufigsten auf. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, sei es, weil dieser verstorben ist oder weil seine Beziehung zu uns eine Ende gefunden hat, versinken wir schnell in tiefem Schmerz und endloser Trauer.

Diese Gefühle arbeiten wie Treibsand und ziehen uns immer tiefer hinab.

Besonders unsichere, sensible und introvertierte Persönlichkeiten sind für Depressionen nach Verlust anfällig.

Wenn kein frühzeitiges Gegenmittel gefunden werden kann, wird es immer schwieriger aus diesem Zustand auszubrechen. Dann sollte professionelle Hilfe gesucht werden.

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2. Bipolare Depression

Frau mit Dornen der Depression

Wir haben alle eine Vorstellung von der Bedeutung des Wortes bipolar und tatsächlich beschreibt eine bipolare Störung ein Krankheitsbild, dass Betroffene in kürzester Zeit von himmelhoch jauchzend zu zu Tode betrübt schwanken lässt. Daraus kann sich eine bipolare Depression entwickeln.

Betroffene durchleben viele Momente, in denen sie euphorisch sind, aus einem positiven Blickwinkel auf das Leben schauen. Aber es gibt ebenso viele Situationen, in denen sie jegliches Interesse am Leben verlieren.

Das ist für ihre Mitmenschen sehr verwirrend. Diese können nicht verstehen, ob es der Person nun gut oder schlecht geht.

Eine bipolare Persönlichkeitsstörung kann mit einer Depression einhergehen. Der Betroffene weiß nicht, wann er glücklich oder traurig sein soll, alles ist relativ. Seine eigene Situation treibt ihn in die Depression.

3. Depression aufgrund von Erschöpfung

Erinnerst du dich an Zeiten deiner Jugend, in denen du dich einfach völlig erschöpft gefühlt hast? Müde vom vielen Lernen, vom Wetteifern darum, Klassenbeste/r zu werden.

Diese Art betrifft vorangig Menschen, die ihr Leben auf den Wettbewerb ausrichten und sich damit konstant selbst unter Druck stellen.

Auch im Arbeitsleben treten derartige Situationen mit ihren entsprechenden Folgen auf. Wenn die Anforderungen sehr hoch sind, können sie zur körperlichen und vor allen Dingen mentalen Erschöpfung führen. Aus dieser kann sich eine schwere Depression entwickeln.

Der Wettbewerb darf nicht zum Lebensinhalt werden. Man muss auch mal entspannen können. Wir können nicht in allem zur Spitze zählen und wenn wir versuchen, dies dennoch zu erreichen, schaden wir damit unserer Gesundheit.

4. Altersdepression

Manchmal tritt eine Depression beinah in Form einer „Nebenwirkung“ des Alterungsprozesses auf.

Das kann passieren, wenn wir uns alt fühlen und feststellen, dass die Zeit, die wir bisher auf Erden verbracht haben, an uns vorbeigegangen ist, ohne dass wir sie gebührend genutzt haben.

Derartige Depressionen treten in der Regel im Alter von etwa 50 Jahren auf, einem Zeitpunkt im Leben, an dem oft zurückgedacht wird an das, was hätte sein können.

Wir erkennen dann auf einmal all die Gelegenheiten, die wir nicht genutzt haben, Entscheidungen, die wir falsch getroffen haben – und fühlen uns derer schuldig.

„Alt sein“ ist eine Frage der Wahrnehmung. Ungenutzten Gelegenheiten nachzutrauern nimmt uns die Möglichkeit, die Gegenwart zu genießen. Und aus Fehlern lernen wir.

Wir müssen deshalb lernen, die Vergangenheit mit all ihren Fehlern zu verstehen. Das Hier und Jetzt genießen – darauf kommt es wirklich an. Verschiebe nicht auf später, was du jetzt tun kannst.

Der Teufelskreis der Depression

Der Weg in die Depression ist schnell gegangen. Der Weg zurück in die gesunde Normalität dagegen ist sehr beschwerlich.

Betroffene neigen dazu, sich von ihren Mitmenschen zu isolieren. All ihre Gedanken sind negativ und bringen ebenso negative Folgegedanken hervor.

Lichtblick der aus einer Depression hilft

Wenn du an einer Depression nach Verlust oder an einer bipolaren Depression leidest, solltest du dringend um professionelle Hilfe bitten. Ist der depressive Status einmal erreicht, wirst du allein nicht in der Lage sein, aus ihm wieder herauszufinden. Das sollte dir klar sein.

Wenn du dich stattdessen in dir selbst einschließt und dich von deiner Umwelt absonderst, dann lässt du zu, dass der Teufelskreis der Depression wieder und wieder geschlossen wird. Die Krankheit lässt nicht zu, dass du einen Ausweg findest.

Sprich deshalb mit anderen Menschen über deine Gefühle und lass dir helfen. Während es manchen Betroffenen leichter fällt, sich zunächst Angehörigen oder Freunden zu öffnen, kostet dies andere mehr Überwindung als das Gespräch mit einem Psychologen zu suchen. Geh deinen Weg, aber lass dir helfen.

Depressionen können geheilt werden. Aber dieser Heilungsprozess erfordert viel Geduld und Zeit. Er ist anstrengend, sowohl für den Betroffenen als auch für dessen Mitmenschen. Aber es gibt Hoffnung, selbst in Momenten, in denen du alles schwarz siehst.

An welcher Art der Depression auch immer du leidest, sie sind alle heilbar. In deiner Umwelt gibt es Menschen, die dir helfen wollen und können.

Wenn du oder ein Familienmitglied bzw. Freund an einer Depression leidet, kann deren Therapie auf natürliche Weise unterstützt werden – 9 hilfreiche Tipps, um Depressionen auf natürlichem Weg zu bekämpfen

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