Fehler begehen: Kann das auch Vorteile bieten?

Fehler können der Startpunkt für dein persönliches Wachstum sein. Hier erfährst du, welche Vorteile das Begehen von Fehlern mit sich bringt. Lies weiter!
Fehler begehen: Kann das auch Vorteile bieten?

Letzte Aktualisierung: 19. November 2021

Fehler sind normalerweise nicht gern gesehen, aber sie gehören zum Leben dazu. Je nach Sichtweise hat es sogar Vorteile, Fehler zu begehen.

Dazu gehört vor allem, dass wir Prozesse durchlaufen, die es uns ermöglichen, sinnvolles Wissen und Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Daher ist das Fehler begehen sogar ein entscheidender Teil der persönlichen Entwicklung!

Warum begehen wir oft Fehler?

Wenn man häufig Fehler macht, kann das mitunter frustrierend sein. Dennoch möchten wir dir heute aufzeigen, welche Vorteile mit dem Begehen von Fehlern verbunden sind.

Zuerst einmal sind sie ein Zeichen dafür, dass wir Fortschritte machen. Wenn sie häufig vorkommen, bedeutet das, dass wir hartnäckig sind.

Die Fähigkeit, Misserfolge zu überwinden – und immer wieder zu versuchen, besser zu werden – ist eine positive Persönlichkeitseigenschaft. Wenn du dir angewöhnst, nach dem ersten Fehltritt aufzugeben, wirst du dich auch nicht entwickeln und verbessern können. In diesem Kontext ist Resilienz also ein ganz entscheidender Schlüssel.

Manchmal haben Fehler auch mit dichotomen Denkstilen zu tun.

Was bedeutet das?

Einfach ausgedrückt: Wenn wir Niederlagen nicht akzeptieren können, wiederholen wir dieselben Fehler. Daher gibt es kein Lernen, sondern nur Frustration, weil wir versagt haben. Die Haltung, die wir gegenüber Fehlern und Widrigkeiten einnehmen, macht also den Unterschied!

Fehler begehen - nachdenkliche Frau
Fehler zu begehen ist Teil des Lebens. Sie sind notwendig, um persönlich zu wachsen.

Warum ist es so schwer, Fehler zu akzeptieren?

Unsere Vorstellung von Fehlern macht es schwer, sie zu akzeptieren. Die verallgemeinerte Vorstellung, dass Fehler schädlich sind, ist kontraproduktiv. Mit anderen Worten: Was es schwer macht, einen Fehler zu akzeptieren, ist der Gedanke, dass wir versagt haben.

Auch wenn es schwerfällt, ist es das Beste, zu lernen, sie stattdessen zu akzeptieren. Die Fähigkeit, Fehler zu begehen, ohne sich schuldig zu fühlen, ist positiv für die persönliche Entwicklung. Es geht darum, ein angemessenes Maß an Frustrationstoleranz zu erlangen.

Fehler begehen: 6 Vorteile, die damit verbunden sind

Für viele mag es unlogisch erscheinen, aus Fehlern einen Vorteil zu ziehen. Aber wenn du diesbezüglich eine gute Einstellung hast, kannst du diese Erfahrung auch positiv bewerten. Hierbei geht es also darum, zu lernen, das vorgefasste Denken über das Scheitern zu ändern.

Schauen wir uns das genauer an!

1. Wenn du Fehler machst, hilft dir das, wichtige Erfahrungen zu sammeln

Das Erlangen von Weisheit hängt davon ab, wie viele Fehler wir auf unserem Weg begehen. Erfahrene Menschen sind nicht über Nacht erfahren geworden; sie mussten sich immer wieder irren und dann daraus lernen.

Misserfolge sind ein Katalysator für mehr Selbstvertrauen. Im Idealfall lernen wir aus Erfahrungen, um uns in Zukunft zu verbessern.

2. Sie helfen uns, Demut zu lernen

Ein Fehler kann ein Lehrer fürs Leben sein. Scheitern ist nicht nur in Bezug auf akademisches oder berufliches Wissen hilfreich. Demut entsteht, wenn Menschen sich ihre Fehler eingestehen können, ohne sich gedemütigt zu fühlen. Einen Streit mit Demut zu verlieren, bedeutet zu akzeptieren, dass wir nicht Recht haben und dass daran nichts falsch ist.

3. Fehler begehen stärkt die positive Selbstkritik

Nachdem man einen Fehler begangen hat, gibt es einen Prozess der Selbstprüfung, in welchem jeder Mensch sein eigener “Richter” ist. Deshalb müssen wir vorsichtig damit sein, wie wir uns selbst bewerten. Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen neigen dazu, sich jedes Mal selbst niederzumachen, wenn sie einen Fehler begangen haben.

Aber es gibt auch Menschen, die positive Selbstkritik üben. Hierbei geht es darum, den Fehler als einen Umstand und nicht als Teil von uns selbst zu betrachten und zu verstehen, dass er letztendlich korrigiert werden kann, ohne dass wir uns selbst dafür fortwährend verurteilen.

4. Fehler verbessern unser Verantwortungsbewusstsein

Fehler zu begehen und aus ihnen zu lernen, fördert die Eigenverantwortung und das Verantwortungsbewusstsein. Es liegt auf der Hand, dass wir uns bemühen, die gleichen Fehler nicht noch einmal zu wiederholen, wenn wir aus ihnen gelernt haben.

Daher stärkt das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Fehler die Eigenverantwortung. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man sich aus einer toxischen Beziehung löst.

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5. Sie helfen uns, uns unseren Ängsten zu stellen

Manche Menschen haben so viel Angst vor dem Scheitern, dass sie wie gelähmt sind. Wenn wir unseren Niederlagen mit Demut begegnen, löst sich die Angst vor ihnen auf.

Warum also haben wir Angst vor etwas, das uns besser macht?

Du solltest wissen, dass diese Angst irrational ist. Wir können den Fehlern nicht entkommen, und außerdem sind sie in den allermeisten Fällen gar nicht so schlimm!

6. Fehler begehen verbessert die Konzentration

Aus einem Fehler zu lernen bedeutet, dass wir uns bewusst sind, dass wir uns verbessern müssen. Nachdem wir einen Fehler begangen und das Nötige korrigiert haben, konzentrieren wir uns mehr auf bestimmte Situationen.

Wenn wir zum Beispiel eine Schachpartie spielen und aufgrund eines Fehlers verlieren, konzentrieren wir uns in der nächsten Partie umso mehr.

Fehler begehen - Mann vor einem Laptop
Einer der Vorteile von Fehlern besteht darin, dass sie uns dazu zwingen, uns stärker auf bestimmte Aktivitäten zu konzentrieren.

Warum hören wir nie auf, Fehler zu begehen?

Fehler sind eine Konstante im Leben eines jeden Menschen. Sie passieren sogar bei Routinetätigkeiten. Das liegt daran, dass wir neuen Situationen ausgesetzt sind, seien es Emotionen, Menschen, Verantwortlichkeiten oder sogar unvorhergesehene Ereignisse.

Doch nichts wiederholt sich auf genau dieselbe Weise. Auch wenn wir aus unseren Fehlern gelernt haben, sind wir anfällig dafür, erneut zu scheitern. Es ist eine ständige Dynamik des Lernens durch Versuch und Irrtum – und das ist sehr gesund.

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