Essensverweigerung bei Kindern: Was tun?

28 April, 2019
Essen im Kreise der Familie ist ein schönes Erlebnis. Wenn sich aber beim eigenen Kind eine Essensverweigerung einstellt, wird daraus eine eher weniger erfreuliche Angelegenheit. Sollte es zusätzlich an Gewicht verlieren, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Essen im Kreise der Familie ist ein schönes Erlebnis. Wenn sich aber beim eigenen Kind eine Essensverweigerung einstellt, wird daraus eine eher weniger erfreuliche Angelegenheit. Sollte es zusätzlich an Gewicht verlieren, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Viele Eltern teilen die Sorge, dass ihr Sprössling einfach nichts zu sich nehmen will. Normalerweise handelt es sich dabei um eine Phase, die sich wieder legt. Sollte aber der Kinderarzt darauf hinweisen, ist es wahrscheinlich notwendig, dass das Kind an Gewicht zulegt.

Babys wachsen recht schnell, weshalb sie häufig große Mengen essen, wohingegen bei 2- bis 5-Jährigen eine kindliche Appetitlosigkeit auftritt. Diese kann sich auf das sechste bis siebte Lebensjahr ausweiten.

Wenn dann versucht wird, regelmäßige Mahlzeiten einzuführen, folgt oftmals eine Essensverweigerung. Die Eltern versuchen, ihre Kinder zum Essen zu zwingen und belohnen oder bestrafen sie entsprechend – am Tisch entsteht ein regelrechter Kampf.

Das Essen lernen

Kinder zum Essen anregen

Wenn ein Baby nach der Phase des Stillens gefüttert wird, nimmt es viele verschiedene Geschmäcker wahr. Nachdem es nur Milch zu sich genommen hat, lernt es nun viel Neues kennen und probiert auch einiges aus – es isst in der Regel gerne. Aber im Laufe der Zeit stellen sich ebenfalls Präferenzen ein.

Nach dem ersten Lebensjahr führen unterschiedliche Faktoren dazu, dass das Interesse gegenüber dem Essen in den Hintergrund tritt. Das Kleinkind nimmt verstärkt seine Umwelt wahr und fokussiert sich auf diese. Außerdem verlangsamt sich der Wachstumsprozess und es wird schneller satt.

Der Eindruck einer Essensverweigerung entsteht, da das Kind nur wenige Nahrungsmittel und in kleinen Mengen mag. Dadurch entsteht Sorge bei den Eltern, die sich beim Kinderarzt oder in Internetforen Rat verschaffen wollen.

Oftmals zwingen sie ihr Kind dazu, mehr zu essen, als dieses überhaupt müsste. Andere Eltern hingegen bestehen darauf, dass ihr Sohn oder ihre Tochter alles isst, ohne deren Vorlieben zu berücksichtigen. Das Kind verweigert die Mahlzeiten, was sich auf sein Gewicht auswirken kann.

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Die Essensverweigerung

Essensverweigerung eines Jungen

Hinter dem Appetitverlust können auch körperliche Ursachen stecken: Eine chronische Krankheit, eine Grippe oder eine Infektion führen dazu, dass das Kind nichts essen möchte. Normalerweise hält dies nur für einen kurzen Zeitraum an und der Appetit stellt sich wieder ein.

Ein Problem wird daraus, wenn es Hunger verspürt und diesen ausschließlich mit den Nahrungsmitteln stillen will, die es mag. In diesem Fall liegt es an den Eltern, eine Lösung zu finden.

Sollte deren Sorgen jedoch zu einer angespannten Atmosphäre am Esstisch führen, erreichen sie damit nur das Gegenteil. Wenn andererseits das Kind nur das zu essen bekommt, worauf es Lust hat, entsteht ebenfalls ein negativer Effekt.

Dadurch stellt sich eine Essensverweigerung bei den normalen Mahlzeiten ein, denn das Kind weiß, dass ihm bei Hunger jemand das gibt, was es möchte.

Wenn dieser Konflikt andauert, kann die ausgewogene Ernährung des Kindes darunter leiden. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden, um bei einer Gewichtszunahme zu helfen.

Die Gewichtszunahme unterstützen

Kinder spielen mit Essen

Kinder lernen, die richtigen Mengen zu essen, die sie brauchen. Solange sie gesund und glücklich sind und normal wachsen, besteht kein Anlass zur Sorge.

Die Eltern sollten lediglich sicherstellen, ihnen Gesundes aufzutischen und bei den Mahlzeiten eine positive Atmosphäre zu schaffen. Wenn das Kind jedoch zu viel Gewicht verlieren sollte, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Nachfolgend geben wir ein paar grundlegende Tipps, wie auch du dein Kind zum Essen bringen und gleichzeitig auf eine gesunde Ernährung achten kannst:

  • Führe neue Lebensmittel auf interessante Weise ein. Wenn dein Sohn oder deine Tochter sich dann immer noch weigert, diese zu essen, biete ihm oder ihr solche mit ähnlichen Nährstoffen an.
  • Sei ein Vorbild. Auch wenn dein Kind oftmals Essen verweigert: Wenn es sieht, wie seine Eltern essen, wird es früher oder später ebenfalls probieren wollen. Daher sollte es mit der Familie zusammen am Tisch sitzen und keine Spezialgerichte bekommen.
  • Mache dir seine Vorlieben zunutze. Der Kreativität sind beim Kochen keine Grenzen gesetzt, damit Kinder das Essen lernen. Sei also kreativ, wenn es darum geht, Lebensmittel anzurichten.
  • Sei geduldig und beharrlich, wenn dein Sohn oder deine Tochter sich vehement widersetzt, Neues zu probieren. Werde dabei nicht wütend. Wenn seine oder ihre Essensverweigerung nicht von negativen Folgen wie Übelkeit oder Erbrechen begleitet wird, wird er oder sie auch nach und nach das Essen probieren.
  • Nach einer Infektion ist es normal, dass dein Kind Gewicht verloren hat, aber es sollte schnell wieder zunehmen. Fördere daher seinen Appetit, damit es wieder an Gewicht zulegen kann.

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Essensverweigerung: abschließende Reflexion

Denke daran, dass es nicht nur um das Zunehmen an sich geht. Der übermäßige Verzehr von Süßigkeiten, chemischen Fertigspeisen oder Lebensmitteln, die viel Transfettsäuren enthalten, tragen nicht zu einer gesunden Gewichtszunahme bei. Kindliche Fettleibigkeit ist ein ernstzunehmendes Problem, das es zu vermeiden gilt.

Das gemeinsame Essen sollte ein schönes Erlebnis für die ganze Familie sein. Dieser positive Zusammenhang wird auch gleichzeitig den Appetit deines Kindes vergrößern. Wenn es die täglichen Mahlzeiten mit etwas Angenehmem verbinden kann, wird das Problem der Essensverweigerung minimiert.

Sollte es aus irgendeinem Grund weiterhin nicht gut essen, kann der Kinderarzt mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Vitaminen aushelfen, um das Gewicht zu steigern.

  • Arnal, Rafael Ballester, and Mari Carmen Guirado. “Detección de conductas alimentarias de riesgo en niños de once a catorce años.” Psicothema 15.4 (2003): 556-562.
  • Castillo, Patricia. La alimentación de tu hijo. Editorial Planeta, SA (Barcelona), 1996.
  • Loureiro, Sofía. Guía de remedios naturales para niños. Grupo Planeta Spain, 2013.