Enzephalitis: Symptome, Ursachen und Behandlung

23 Mai, 2020
Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit können auf eine Enzephalitis hinweisen. Diese Krankheit kann sogar ein Koma auslösen oder tödlich verlaufen. Es handelt sich um eine ernste Pathologie, an der leider häufig Kinder unter einem Jahr leiden. 

Eine Enzephalitis ist eine Gehirnentzündung, die in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst wird. Doch es gibt auch andere mögliche Ursachen. So handelt es sich oft auch um eine Komplikation einer anderen Infektionskrankheit.

Wir sprechen zum Glück von einer relativ seltenen Krankheit, deren Inzidenz in den letzten Jahren deutlich reduziert werden konnte. Das haben wir den vermehrten Impfungen im Rahmen eines offiziellen Impfplans zu verdanken. Trotzdem sind meist Kinder von dieser Krankheit betroffen. 

Schätzungsweise leiden rund 5 bis 10 von 100.000 Kindern an einer Gehirnentzündung, und zwar meist im ersten Lebensjahr. Es handelt sich um eine sehr komplizierte Situation, bei der das Leben des betroffenen Kindes in Gefahr ist.

Es ist grundlegend, diese Erkrankung schnellstmöglich zu erkennen, doch oft werden die Ursachen und auch die Symptome verwechselt. Wir erklären dir heute die wichtigsten Dinge, die du über die Enzephalitis wissen solltest: die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen einer Enzephalitis

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Entzündung des Gehirngewebes. Diese Krankheit kann verschiedenste Ursachen haben, doch meist sind Viren dafür verantwortlich. Allerdings könnte es sich ebenfalls um eine bakterielle Infektion handeln.

Wenn die Infektion direkt im Gehirn entsteht, spricht man von einer primären Enzephalitis. Sollte die Entzündung jedoch von einem anderen Körperbereich ausgehen und bis ins Gehirn vordringen, bezeichnet man dies als sekundäre Enzephalitis.

Bei Kindern kommt es häufig im Rahmen einer Infektion durch Röteln, Masern oder Mumps dazu. Glücklicherweise werden inzwischen die meisten Kinder gegen diese Krankheiten geimpft. Andere mögliche Ursachen sind:

  • Herpesvirus: Sowohl der Herpes simplex, als auch Epstein Barr oder Windpocken können eine Gehirnentzündung zur Folge haben.
  • Tollwut: Dieses Virus wird meist durch einen Biss eines Tieres übertragen.
  • Enterovirus: Ein Beispiel dafür ist Poliomyelitis.
  • Bakterielle Meningitis: Eine Gehirnhautentzündung, die nicht richtig behandelt wird, kann zu einer Enzephalitis führen.
  • Parasiten

Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Enzephalitis für sich alleine nicht ansteckend ist. Allerdings muss man die Ursache berücksichtigen, denn es könnte eine ansteckende Krankheit zugrunde liegen. Außerdem können auch andere Auslöser vorliegen, so zum Beispiel eine Krebserkrankung.

Enzephalitis
Eine Enzephalitis oder Gehirnentzündung kann durch verschiedenste Krankheiten ausgelöst werden.

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Die Symptome der Enzephalitis

Da meist Viren die Auslöser dieser Krankheit sind, können die Symptome anfangs sehr unspezifisch sein. Sie können sich durch Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen äußern. Außerdem entsteht meist auch Fieber.

Im Verlauf der Krankheit werden die Symptome intensiver. Die Patienten können an Krämpfen leiden, das Bewusstsein verlieren oder auch Probleme beim Sprechen aufweisen. Außerdem verlieren manche Betroffene die Empfindlichkeit in verschiedenen Körperbereichen.

Bei Babys sind die Symptome oft sehr schwer zu erkennen. Die Kinder sind meist schnell gereizt, leiden an Brechreiz und können nicht richtig ernährt werden. In schwerwiegenden Fällen können die Kinder ins Koma fallen. Wenn die Enzephalitis nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie tödlich verlaufen.

Enzephalitis durch Röntgen diagnostizieren
Eine frühzeitige Diagnose kann im Falle einer Enzphalitis Leben retten.

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Enzephalitis: Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose dieser Krankheit erfolgt anhand von verschiedenen Untersuchungen: Eine Blut- und Harnanalyse ist sehr aufschlussreich, um die Diagnose richtig zu orientieren und mögliche Ursachen herauszufinden. 

Normalerweise ist auch eine Magnetresonanz oder eine Computertomografie nötig, um das Gehirn beobachten zu können. Manchmal ist auch eine Lumbalpuktion erforderlich, um Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) zu entnehmen und im Labor analysieren zu können.

Zur Behandlung der Enzephalitis verordnet der Arzt als Erstes Stabilität und Ruhe. Er verabreicht dem Patienten ein Schmerzmittel, wie Paracetamol, und nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR). 

Was tun bei Anzeichen auf eine Gehirnentzündung?

Bei Kindern ist diese Krankheit schwer zu diagnostizieren, doch bestimmte Anzeichen können darauf hinweisen. Erwachsene leiden normalerweise an intensiven Kopfschmerzen und Fieber sowie an Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen. 

Manche Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, benötigen eine spezifische Behandlung. Doch dies ist nicht immer der Fall. Bei dem kleinsten Verdacht solltest du unbedingt zum Arzt. Vergiss nicht, dass diese Krankheit lebensgefährlich sein kann.

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