Die Funktionen der zwölf Hirnnerven

Die zwölf Hirnnerven steuern und beeinflussen zahlreiche Bewegungen und Empfindungen, die wir täglich ausführen. Da sie sehr wichtig sind, möchten wir dir ihre Eigenschaften und Hauptfunktionen näher bringen.
Die Funktionen der zwölf Hirnnerven

Letzte Aktualisierung: 11. September 2021

Die zwölf Hirnnerven ermöglichen es uns, tägliche Aufgaben bequem und effizient zu erledigen. Sie leiten einen Teil der Informationen von unseren Sinnen zum Gehirn und vom Gehirn zu einigen Muskeln und umgekehrt.

Diese Nerven verlaufen durch kleine Öffnungen an der Schädelbasis, die mit dem Gehirn verbunden sind. Sie verzweigen sich zu verschiedenen Teilen des Körpers, um von dort aus ihre Funktionen zu erfüllen.

Wir wollen die 12 Hirnnerven nachstehend auf einfache Weise in Bezug auf ihre jeweiligen Funktionen gruppieren. Der Sehnerv, der Geruchsnerv und der Nervus vestibulocochlearis haben sensorische Funktionen.

Darüber hinaus haben der Augennerv, der Nervus trochlearis, der Nervus abducens, der Nervus accessorius und der Unterzungennerv rein motorische Aufgaben. Der Trigeminus-, der Gesichts-, der Zungen-Rachen-Nerv und der Nervus vagus sind ebenfalls sensorisch. Zudem haben diese Hirnnerven aber auch motorische Funktionen.

Die Funktionen der 12 Hirnnerven

Bevor wir mit der Erläuterung der Funktionen der einzelnen Hirnnervenpaare oder Hirnnerven beginnen, solltest du wissen, dass alle Hirnnerven mit einer römischen Ziffer vom niedrigsten bis zum höchsten Hirnnerv geordnet und nummeriert sind.

I. Nervus olfactorius (Riechnerv)

Hirnnerven - Riechnerv
Dieser Nerv ist mit einem speziellen Bereich verbunden, der als Riechkolben bezeichnet wird.

Dieser Hirnnerv ist für die Weiterleitung von Geruchsreizen aus der Nase an das Gehirn verantwortlich.

Er hat seinen Ursprung in den Zellen des Riechkolbens. Darüber hinaus ist dies der kürzeste der 12 Hirnnerven.

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II. Hirnnerven – Nervus opticus (Sehnerv)

Die Hauptfunktion dieses Hirnnervs besteht darin, visuelle Reize vom Auge zum Gehirn zu leiten. Er besteht aus den Axonen der Ganglienzellen der Netzhaut.

Diese leiten die Informationen von den Photorezeptoren zum Gehirn, wo sie dann integriert und interpretiert werden. Der Sehnerv hat seinen eigentlichen Ursprung im Zwischenhirn.

III. Nervus oculomotorius (Augenbewegungsnerv)

Er wird auch als gemeiner motorischer Augennerv bezeichnet. Die Hauptfunktion dieses Hirnnervs ist die Steuerung der Augenbewegung. Er ist auch für die Größe der Pupille verantwortlich.

Darüber hinaus entspringt er im Mittelhirn.

IV. Nervus trochlearis (Augenrollnerv)

Wie bereits erwähnt, hat dieser Nerv motorische, aber auch somatische Funktionen. Außerdem stehen diese Hirnnerven mit dem Musculus obliquus superior des Auges in Verbindung und können bewirken, dass dieser sich dreht und vom Augapfel abhebt.

Darüber hinaus entspringen sie wie die vorherigen Nerven im Mittelhirn.

V. Nervus trigeminus (Drillingsnerv)

Dieser Nerv hat gemischte Funktionen, nämlich sowohl motorische als auch sensorische. Des Weiteren zeichnet er sich dadurch aus, dass er der größte aller Hirnnerven ist.

Er leitet sensorische Informationen an das Gesicht weiter, überträgt Informationen an die Kaumuskeln, spannt das Trommelfell und den weichen Gaumen an und nimmt darüber hinaus die Empfindlichkeit des Gesichts und seiner Schleimhäute auf.

VI. Nervus abducens (Augenabziehnerv)

Dieser Nerv wird auch als äußerer motorischer Hirnnerv des Auges bezeichnet und gehört zu den Bewegungsnerven.

Außerdem ist er für die Übertragung von motorischen Reizen auf den äußeren Augenmuskel verantwortlich. Er ermöglicht es dem Auge auch, sich auf die gegenüberliegende Seite der Nase zu bewegen.

VII. Nervus facialis (Gesichtsnerv)

Dieser Nerv ist ein weiterer gemischter Nerv. Er besteht aus mehreren Nervenfasern, die verschiedene Funktionen erfüllen, wie zum Beispiel folgende:

  • Senden von Befehlen an die Gesichtsmuskeln zur Erzeugung von Gesichtsausdrücken
  • Weiterleitung von Signalen an die Speichel- und Tränendrüsen
  • Sammeln von Geschmacksinformationen über die Zunge

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VIII. Hirnnerven – Nervus vestibulocochlearis (Hör- und Gleichgewichtsnerv)

Es handelt sich um einen sensorischen Nerv, der auch als kraniales Paar des Hör- und des Gleichgewichtsnervs bezeichnet wird.

Wie du dir vielleicht schon gedacht hast, hat dieser Hirnnerv die Aufgabe, das Gleichgewicht und die Orientierung im Raum aufrechtzuerhalten. Außerdem ist er für das Gehör zuständig.

IX. Nervus glossopharyngeus (Zungen-Rachen-Nerv)

Hirnnerven - Neuronennetzwerk
Diese Nerven sind für den gesamten Organismus wichtig.

Dieser Nerv hat Einfluss auf die Zunge und den Rachenraum. So sammelt er Informationen von den Geschmacksknospen auf der Zunge und sensorische Informationen aus dem Rachenraum.

Außerdem leitet er Befehle an die Speicheldrüsen und verschiedene Halsmuskeln weiter, die das Schlucken erleichtern.

X. Nervus vagus (Vagusnerv)

Hirnnerv Nr. 10 ist der Nervus vagus oder Nervus pneumogastricus. Er entspringt in der Medulla oblongata und innerviert die folgenden Organe:

  • Pharynx (Rachen)
  • Speiseröhre
  • Kehlkopf
  • Luftröhre
  • Bronchien
  • Herz
  • Magen
  • Leber

Außerdem ist er am Schlucken beteiligt und sendet und überträgt Signale an das autonome Nervensystem. Darüber hinaus kann er unter anderem dazu beitragen, unsere Aktivierung zu regulieren und das Stressniveau zu kontrollieren.

XI. Hirnnerven: Nervus accessorius

Dieser Nerv ist auch als Spinalnerv bekannt; er ist ein motorischer Nerv und einer der reinsten. Da er den Musculus sternocleidomastoideus (großer Kopfwender oder Kopfnicker) innerviert, ist er für die Kopf- und Drehbewegungen verantwortlich. Daher ermöglicht er die Drehung des Kopfes und der Schultern.

XII. Nervus hypoglossus (Unterzungennerv)

Es handelt sich um einen der motorischen Hirnnerven, der wie der Vagus- und der Zungen-Rachen-Nerv auch an der Zungenmuskulatur und dem Schluckvorgang beteiligt ist.

Die Hirnnerven sind wichtige Strukturen

Wie du sicherlich erkennen kannst, haben diese Nerven sehr spezifische und wichtige Funktionen für das Leben, wie wir es kennen. Allerdings gibt es viele Krankheiten, die einen oder mehrere dieser Nerven verletzen oder beeinträchtigen können, was zu einigen der charakteristischen klinischen Nervensymptome führt.

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