Die Adenoiditis bei Säuglingen

15 November, 2020
Die Adenoiditis ist ein häufig vorkommendes Krankheitsbild bei Neugeborenen und Kindern. Sie tritt auf, wenn das Gewebe entzündet ist und verschwindet für gewöhnlich im Erwachsenenalter. Eine bakterielle Infektion ist die häufigste Ursache für diese Erkrankung.

Die Adenoiditis ist eine Krankheit, die durch eine Entzündung in der Größe der Adenoide (der Masse des lymphoiden Gewebes in der Nähe der Nasenlöcher) in Bezug auf die Größe des Nasenrachenraums von Säuglingen gekennzeichnet ist. Sie verursacht unter anderem eine Verstopfung der Nase. Die Hauptursache ist laut pädiatrischen Quellen eine infektiöse Episode.

Adenoiditis hat eine charakteristische Symptomatik und kommt bei Säuglingen relativ häufig vor. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, wann du, bei Verdacht auf diese Erkrankung, einen Arzt für eine mögliche Behandlung aufsuchen solltest. Lies im Folgenden weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Wer ist anfällig für eine Adenoiditis?

Bevor wir uns genauer mit dem Thema befassen, möchten wir zunächst über die Bevölkerungsgruppe sprechen, die am ehesten unter dieser Krankheit leidet. Verschiedene medizinische Untersuchungen liefern folgende Daten:

  • Die Verbreitung der Adenoiditis bei Säuglingen ist schwer zu messen, da sie meist mit anderen Krankheitsbildern, wie der Rhinosinusitis, assoziiert ist.
  • Die höchste Morbidität (Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu erkranken) liegt, laut wissenschaftlichen Studien, zwischen einem und neun Jahren.
  • Das Adenoidgewebe beginnt um das sechste und siebte Lebensjahr zu verkümmern und nimmt während der Pubertät weiter ab. Aus diesem Grund ist die Krankheit charakteristisch für Säuglinge und Kinder.

Wie du siehst, ist dies ein Krankheitsbild, das durch das Alter einer Person beeinflusst wird. So stellt die Adenoiditis keine der Hauptursachen einer Nasenverstopfung bei Erwachsenen dar.

Die Adenoiditis kommt bei Säuglingen und Kindern häufig vor
Atemwegsinfektionen sind die Hauptursache für Adenoiditis in der pädiatrischen Altersgruppe.

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Merkmale der Erkrankung

Wie wir bereits erwähnt haben, manifestiert sich dieses Krankheitsbild in einer Schwellung des Adenoidgewebes, eine Stelle direkt hinter der Nase, die Teil des Lymphsystems ist. Diese Struktur reagiert auf Infektionen, indem sie Keime und Bakterien einfängt, damit diese nicht in die oberen Atemwege gelangen.

Adenoide sind bei Säuglingen und Kindern funktionsfähig, erreichen jedoch, den oben genannten Quellen zufolge, im Alter von sieben Jahren ihr maximales Wachstum. Ab diesem Zeitpunkt beginnen sie so weit abzunehmen, bis sie fast verschwunden sind, wenn ein Kind das Erwachsenenalter erreicht. Das liegt daran, dass wir mit zunehmendem Alter neue Immunmechanismen entwickeln.

Wir müssen jedoch auf den Unterschied zwischen einer akuten und chronischen Adenoiditis hinweisen – obwohl dieses Konzept nicht von allen bibliografischen Quellen standardisiert zu sein scheint. Das Adenoidgewebe kann sich während einer zu erwartenden infektiösen Episode vorübergehend entzünden. Wenn die Adenoide jedoch infiziert werden, kann das klinische Bild chronisch werden.

Die US National Library of Medicine berichtet, dass Infektionen die häufigste Ursache der akuten Adenoiditis sind. Allergische Prozesse oder Reizungen durch eine Magenübersäuerung können jedoch ebenfalls eine Rolle spielen. Die Bakterien, die am häufigsten mit diesem Krankheitsbild in Verbindung gebracht werden, sind:

  • Haemophilus influenza
  • Streptococcus pneumoniae
  • Streptococcus pyogenes
  • Staphylococcus aureus

Schließlich ist zu beachten, dass eine wiederholte Adenoiditis zu einer adenoidalen Hypertrophie führt. In diesem Fall kann eine chirurgische Entfernung des Gewebes erforderlich sein, da es sich nach der Infektion nicht verkleinert.

Symptome der Erkrankung

Pädiatrische Portale, wie beispielsweise Kidshealth, listen die Symptome dieser Krankheit sowohl bei Säuglingen als auch bei Kindern auf. Einige der häufigsten Symptome sind folgende:

  • Ein trockener Mund und Mundgeruch
  • Rissige Lippen
  • Nasenausfluss
  • Ohrenprobleme
  • Lautes Atmen
  • Wiederkehrende Nasen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen

All diese Symptome sind auf die Unfähigkeit eines Neugeborenen zurückzuführen, richtig zu atmen. Das geschwollene Gewebe lässt die Luft in die oberen Atemwege strömen, sodass das Baby beginnt, durch den Mund zu atmen.

Die Behandlung der Adenoiditis bei Säuglingen

Der Schlüssel zur Behandlung einer Adenoiditis bei Säuglingen ist das Abwarten. Es ergibt keinen Sinn, einem Neugeborenen mit einer allergischen Reaktion Antibiotika zu verabreichen. Beachte auch, dass eine selbstgestellte Diagnose in diesem Fall ebenfalls nicht infrage kommt. Stattdessen solltest du dich an einen Kinderarzt wenden, der verschiedene Maßnahmen ergreifen kann:

  • Virusinfektionen müssen in der Regel nicht behandelt werden. Tatsächlich verschwindet dieses Krankheitsbild der oberen Atemwege normalerweise innerhalb von 5 bis 7 Tagen. Dies geht zumindest aus einigen wissenschaftlichen Quellen hervor.
  • Einige bakterielle Infektionen erfordern Antibiotika. Amoxicillin zählt beispielsweise zu einem der am häufigsten verwendeten Medikamente und führt innerhalb von 48 bis 72 Stunden zu einer Besserung.
  • Nasale Steroidsprays oder Antihistaminika sind der richtige Weg, wenn bei deinem Baby eine allergische Reaktion vermutet wird.
  • Eine Ernährungsumstellung des Säuglings und die Beratung durch einen Kinderernährungsberater sollten ausreichen, um die Symptome von Sodbrennen und saurem Reflux zu lindern.

Wenn der Patient nicht auf die Behandlung anspricht und weiterhin Atemprobleme hat, die seine Lebensqualität beeinträchtigen, kann eine Adenoidektomie (Entfernung der Adenoide) erforderlich sein. Dieser chirurgische Eingriff stellt für die meisten Säuglinge kein Risiko dar.

Ein Kinderarzt kann bei einer Adenoiditis weiterhelfen
Dieses Krankheitsbild ist weit verbreitet und eine Operation ist bis zum Alter von 7 bis 9 Jahren möglich.

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Adenoiditis bei Babys und die Rolle des Kinderarztes

Die Adenoiditis ist eine häufig vorkommende Krankheit, die oft mit anderen pathologischen Prozessen der oberen Atemwege verbunden ist. Wende dich daher an deinen Kinderarzt, wenn dein Baby Atembeschwerden, Mundgeruch, Mundtrockenheit oder andere anhaltende Beschwerden hat und viel weint.

Beachte außerdem, dass Episoden, die durch bakterielle Infektionen verursacht werden, sich auch mit Unwohlsein und Fieber manifestieren können. Aus diesem Grund solltest du dich an einen Arzt wenden, wenn du eines dieser Symptome bei deinem Säugling wahrnimmst.

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