Der Glykämische Index: Wie wird er berechnet?

18 Oktober, 2019
Der glykämische Index ist nicht nur für Diabetiker wichtig, sondern auch bei anderen Krankheiten wie Hypoglykämie. Doch worum genau geht es und wie wird der glykämische Index berechnet? Erfahre mehr zu diesem Thema in unserem heutigen Artikel. 

Der glykämische Index hat in den letzten Jahren immer mehr Wichtigkeit erlangt, denn dieser Parameter ist insbesondere für Menschen mit Diabetes von größter Wichtigkeit.

Damit misst man die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Als Glykämie bezeichnet man die Glucosewerte im Blut, die nach der Verdauung von Lebensmitteln mit Kohlenhydraten entstehen.

Der glykämische Index wurde vor rund 30 Jahren eingeführt, um die Geschwindigkeit zu bezeichnen, mit der bestimmte Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Doch dieser Parameter ist nicht nur für Diabetiker sehr wichtig. Erfahre in unserem heutigen Artikel alles, was du über dieses Thema wissen solltest. 

Der glykämische Index: Was ist das?

Der glykämische Index: Was ist das?
Als glykämischen Index bezeichnet man einen Parameter, der uns hilft, Lebensmittel nach ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel zu klassifizieren.

Um das Konzept des glykämischen Index richtig zu verstehen, schauen wir uns zuerst kurz an, was genau Diabetes bedeutet und welche Auswirkungen bestimmte Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel haben.

Diabetes ist eine Krankheit, bei der der Blutzuckerspiegel sehr hoch ist (Hyperglykämie). Dies ist dann der Fall, wenn der Körper nicht ausreichend Insulin produziert oder diese Substanz nicht richtig nutzen kann. Insulin ist der Schlüssel, um der Glucose den Eintritt in die Zellen zu ermöglichen.

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann zahlreiche Folgeschäden haben, wenn dieses Problem nicht entsprechend kontrolliert wird. Viele Studien bringen Diabetes unter anderem mit Herz-, Augen und Nierenerkrankungen in Zusammenhang.

Aus diesem Grund wurde der glykämische Index eingeführt, um bestimmen zu können, wie sich verschiedene Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Auf diese Weise fällt es Betroffenen einfacher, ihren Ernährungsplan so zu erstellen, dass er sich nicht negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.

So benötigt beispielsweise ein Diabetiker Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index. Wenn jemand jedoch an Hypoglykämie leidet, das heißt an einem sehr niedrigen Blutzuckerspiegel, der das Leben in Gefahr bringen kann, benötigt er Lebensmittel mit einem höheren glykämischen Index.

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Wie wird der glykämische Index berechnet?

Kurz zusammengefasst kann der glykämische Index als Zahlenwert bezeichnet werden, der beschreibt, wie sich der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr des jeweiligen Lebensmittels verändert. Die häufig verwendete Abkürzung ist GI. Es handelt sich um eine einfache Laborprobe. Heutzutage gibt es zahlreiche Rechner, die uns helfen, den glykämischen Index herauszufinden.

Der GI wird auf einer Skala zwischen 0 un 110 gemessen:

  • Werte zwischen 0 und 55 bezeichnen einen niedrigen glykämischen Index.
  • Zwischen 56  und 69 spricht man von einem Mittelwert und
  • zwischen 70 und 110 ist der GI hoch.

Je höher die Werte des GI, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel. Bei Diabetikern produzieren Lebensmittel mit einem hohen GI Blutzuckerspitzen, die es zu vermeiden gilt. Wenn sie den glykämischen Index der Lebensmittel kennen, können sie ihre Ernährung besser planen.

Wovon hängt der glykämische Index ab?

Wie verändert sich der glykämische Index?
Der glykämische Index hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Zubereitungsweise oder der Art des Konsums. In diesem Sinne ist beispielsweise der GI eines Fruchtsaftes höher als der einer Frucht in ihrem natürlichen Zustand.

Wie bereits erwähnt, kann dieser Parameter helfen, die Ernährung entsprechend zu planen. Doch es gibt auch viele andere Einflussfaktoren, die berücksichtigt werden müssen, zum Beispiel die glykämische Last (GL). In diesem Fall wird auch die Kohlenhydratdichte des einzelnen Lebensmittels berücksichtigt. Deshalb ist es wichtig, sich von einem Experten beraten zu lassen, bevor man eine Diät mit einem niedrigen glykämischen Index zusammenstellt.

Außerdem variiert der GI eines Lebensmittels abhängend von verschiedenen anderen Aspekten. Im Vergleich zu unreifem Obst oder Gemüse haben beispielsweise dieselben Produkte einen höheren glykämischen Index, wenn sie reifer sind.

Auch die Zubereitungsart und die Essgewohnheiten spielen dabei eine Rolle. So ist der glykämische Index beispielsweise bei einem Fruchtsaft größer als bei der Frucht im natürlichen Zustand. Auch die Kochart muss dabei berücksichtigt werden. So verändert sich der GI beispielsweise je nach der Kochzeit von Pasta: „al dente“ hat Pasta einen geringeren GI als jene, die länger gekocht wird.

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Fazit

Der glykämische Index ist ein Parameter, um die Wirkung bestimmter Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Dies ist beispielsweise für Diabetiker sehr wichtig, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

So haben beispielsweise Hülsenfrüchte, Gemüse und die meisten Obstsorten einen relativ geringen glykämischen Index. Ballaststoffe wirken sich im Allgemeinen sehr positiv auf den GI eines Lebensmittels aus. 

Andererseits hilft uns der glykämische Index dabei, richtig zu handeln, wenn eine Person an Hypoglykämie (Unterzuckerung) leidet. In diesem Fall ist die Wahl von Lebensmitteln mit einem hohen GI grundlegend, um den Zustand des Betroffenen zu verbessern.

Am besten lässt du dich von deinem Arzt oder einem Ernährungsberater informieren, um den richtigen Ernährungsplan zusammenzustellen, der genau auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

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