Ausfluss aus den Brustwarzen: Ursachen und Empfehlungen

Ausfluss aus den Brustwarzen ist ein häufiger Grund für einen Besuch beim Gynäkologen. Es ist wichtig, die Ursache festzustellen, um das Risiko für schwerwiegendere Krankheiten zu verringern. Möchtest du mehr darüber erfahren?
Ausfluss aus den Brustwarzen: Ursachen und Empfehlungen

Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2021

Ausfluss aus den Brustwarzen kann ein sehr lästiges Problem darstellen, aber in allen Fällen gibt es dafür grundlegende Ursachen. Diese reichen von einer Brustdysplasie bis hin zu Krebs, letzteres nur in sehr seltenen Fällen.

Dieser Zustand bezieht sich auf jegliche Brustsekrete, die außerhalb der Schwangerschaft oder Stillzeit auftreten. Der Begriff „Galaktorrhoe“ betrifft ein sehr ähnliches Problem, bezieht sich aber in diesem Fall auf die Milchproduktion und hat oft hormonelle Ursachen. Willst du mehr darüber wissen? Lies weiter, um die Details zu erfahren!

Ausfluss aus den Brustwarzen: Gibt es weitere Symptome?

Im Allgemeinen wirst du immer beobachten, dass etwas Flüssigkeit durch die Brustwarze oder die kleinen Löcher auf dem Warzenhof austritt. Die Beschaffenheit dieser Substanz hängt stark von ihren physikalischen Eigenschaften ab, und diese sind in der Praxis recht unterschiedlich. Das Erscheinungsbild dieser Sekrete kann wie folgt sein:

  • Weißlich oder milchig
  • Serös, blass oder leicht gelblich
  • Rötlich
  • Eine Kombination aus den oben genannten Erscheinungen

Je nach Ursache können die Schmerzen dauerhaft sein oder nur während der Flüssigkeitsproduktion auftreten. Es ist auch möglich, eine Masse oder einen Knoten mit unterschiedlichen Eigenschaften (Größe, Lage, Beweglichkeit und Aufbau) zu erkennen.

In den meisten Fällen ist der Ausfluss einseitig (das heißt nur eine Brust betreffend), obwohl er auch beidseitig sein kann, wenn hormonelle Probleme bestehen. Es kann auch zu einer Schrumpfung der Brustwarze oder einer Hautrötung kommen, was auf eine zugrunde liegende Entzündung hinweist.

Frau tastet Brust ab
Ausfluss aus den Brustwarzen kann zusammen mit anderen Symptomen wie Schmerzen, Schwellungen und Knoten in der Brust einhergehen.

Gründe für den Ausfluss aus den Brustwarzen

Es gibt eine riesige Liste von Ursachen, die diese Art von Symptomen hervorrufen können. Diese können brustbedingten (zum Beispiel Infektionen oder Krebs) oder nicht-brustbedingten (Gehirntumore oder Medikamenteneinnahme) Ursprungs sein.

Häufigste Ursachen

Wir werden uns mit Infektionen in der Brust, der Einnahme von Psychopharmaka, dem intraduktalen Papillom und dem fibrozystischen Brustzustand beschäftigen.

1. Brustinfektionen

Mastitis oder Brustabszesse sind häufige Ursachen für den Ausfluss, nachdem sich ein Kanal geöffnet hat, der den Austritt des Inhalts ermöglicht. Das Sekret ist dann eitrig und hat einen schlechten Geruch. Außerdem treten Schmerzen beim Abtasten auf und es kommt zu einer Volumenzunahme und Rötung der Haut.

Dieses Phänomen tritt viel häufiger während des Stillens auf (aufgrund des Umgangs mit der Brustwarze durch das Baby), es ist aber auch außerhalb dieser Zeit möglich.

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2. Einnahme von Psychopharmaka

Prolaktin ist ein Hormon, das die Produktion und Sekretion von Muttermilch anregt. Es wird im Gehirn durch einen Neurotransmitter namens Dopamin reguliert.

Bei der Behandlung mit bestimmten Medikamenten, die direkt auf das zentrale Nervensystem wirken, kann es zu einer Veränderung des Dopaminspiegels im Körper kommen, was auch die Produktion von Prolaktin und Muttermilch beeinflusst.

Einige Medikamente, die außerhalb der Stillzeit einen Milchaustritt verursachen können, sind Phenothiazine, einige Antidepressiva und Anxiolytika.

3. Intraduktales Papillom

Das intraduktale Papillom (Milchgangpapillom) ist eine häufig auftretende, gutartige Erkrankung, die jedoch aufgrund ihrer Eigenschaften meist viel Aufmerksamkeit erregt. Wenn ein solches Papillom vorliegt, sind mehrere zusätzliche Untersuchungen erforderlich.

Der Ausfluss ist bei dieser Erkrankung meist spontan und tritt häufig bei prämenopausalen Patientinnen auf. Wie im vorigen Beispiel hat auch diese Erkrankung ihren Ursprung im Milchgang.

Es kommt zu einer Zellwucherung, die schließlich zur Bildung einer kleinen Masse führt, die in der Lage ist, seröses Sekret mit etwas Blut zu produzieren.

4. Fibrozystischer Brustzustand

Die auch als Brustdysplasie bezeichnete Erkrankung ist laut mehreren epidemiologischen Studien eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen der Brust. Es handelt sich um eine Wucherung des „Stützgewebes“ (Bindegewebe), die sogar während der reproduktiven Lebensphase einer Frau auftreten kann.

Dies führt zur Bildung von mittelgroßen Massen, die schmerzhaft sein können und die ein weißliches Sekret durch mehrere Öffnungen absondern. Sie betrifft in der Regel beide Seiten und stellt einen der häufigsten Gründe für einen Besuch beim Gynäkologen dar.

Je nach Alter der Patientin wird der Arzt Untersuchungen wie eine Mammographie veranlassen, um die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Läsion zu bestimmen. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall.

Seltenere Ursachen

Zu dieser Gruppe gehören bestimmte Erkrankungen wie Galaktophoritis, Hypophysentumore, duktale Ektasie und Brustkrebs.

1. Galaktophoritis

Die Brüste enthalten sogenannte Milchgänge, die sich manchmal entzünden können. Diese sind dafür zuständig, die in den Milchdrüsen produzierten Stoffe nach außen zu transportieren.

Oft handelt es sich dabei um eine chronische Entzündung (das heißt sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum), für die zudem keine genau definierte Ursache bekannt ist. Daher kann sie sowohl infektiös als auch nicht-infektiös sein.

2. Hypophysentumore

Das auffälligste Beispiel ist das Prolaktinom, eine der häufigsten Ursachen für Ausfluss aus den Brustwarzen, der von einem Tumor herrührt. Darüber hinaus ist der Ursprung nicht brustbedingt, sondern liegt in der Hypophyse und hat die Fähigkeit, Prolaktin zu produzieren.

Wie bereits erwähnt, ist dieses Hormon dafür verantwortlich, die Produktion von Muttermilch anzuregen. Für die Diagnose dieser Erkrankung sind spezielle Untersuchungen wie ein MRT vom Gehirn erforderlich.

3. Duktale Ektasie

Der Begriff „Ektasie“ bezieht sich auf eine Erweiterung oder Öffnung, in diesem Fall der Kanäle, die sich in der Nähe der Brustwarze befinden. Es entsteht normalerweise ein Ausfluss, der verschiedenen Farben annehmen kann, die von gelb bis braun reichen.

Die Ektasie der Milchgänge kann beide Brüste betreffen und ist eine gutartige Erkrankung, da bisher keine Hinweise auf eine Bösartigkeit vorliegen, wenn sie unbehandelt bleibt. Dennoch ist immer eine Beurteilung durch einen Arzt notwendig.

4. Brustkrebs

Wir halten diese Ursache für eine der seltensten, denn in wenigen Fällen hat der Ausfluss aus den Brustwarzen einen bösartigen Ursprung. Brustkrebs tritt in der Regel schleichend auf, weshalb er oft erst in späten Stadien erkannt wird, wenn keine entsprechenden Untersuchungen durchgeführt wurden.

Bei Brustkrebs kann es zu einer Retraktion der Brustwarze und zur Entstehung einer harten Masse kommen, die nicht immer schmerzhaft ist. Der Arzt wird die entsprechenden Untersuchungen zur Diagnose veranlassen, wie zum Beispiel eine Mammographie.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn du unter einem der oben genannten Symptome leidest, solltest du so schnell wie möglich deinen Gynäkologen oder Hausarzt aufsuchen.

Diese Art von Problem hat normalerweise einen gutartigen Ursprung und einige Fälle erfordern keine Behandlung. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass der Ausfluss das Ergebnis einer bösartigen Erkrankung ist, weshalb eine medizinische Beurteilung empfohlen wird.

Auch bei Männern kann es zu Ausfluss aus den Brustwarzen kommen und auch bei ihnen kann Brustkrebs entstehen. Diese Patienten sollten so schnell wie möglich ihren Arzt aufsuchen.

Frau Gynäkologin Beratung
Bei Ausfluss aus den Brustwarzen wendest du dich am besten an einen Gynäkologen oder Hausarzt. Er wird je nach Fall die entsprechenden Tests veranlassen.

Behandlungen von Ausfluss aus den Brustwarzen

Die Behandlung hängt ganz von der Ursache des Ausflusses ab und erfordert in manchen Fällen keine Behandlungsmaßnahmen, es sei denn, der Ausfluss stellt für die Person eine erhebliche Unannehmlichkeit dar.

In Fällen, in denen Tumorgewebe wächst (Papillome, Prolaktinome und Krebs), kann die Behandlung eine chirurgische Lösung mit Entfernung der betroffenen Masse beinhalten.

Wenn es sich um einen Zustand handelt, der durch die Einnahme von Medikamenten entstanden ist, ist die Regulierung der Dosis oder die Änderung der Behandlung die einzige Lösung. Infektionskrankheiten können schließlich eine chirurgische Drainage (zum Beispiel bei Abszessen) und die Verabreichung von Antibiotika für einige Tage erfordern.

Ein Arztbesuch hilft, Komplikationen zu vermeiden

Ausfluss aus den Brustwarzen ist ein häufiges Problem und seine Ursachen sind sehr vielfältig, die Behandlungsmöglichkeiten ebenso. Alle Arten von Symptomen sollten jedoch immer von einem Arzt beurteilt werden.

Auch wenn nicht jeder Arztbesuch sofort oder dringend erfolgen muss, ist es besser, einen Termin lange im Voraus zu vereinbaren, um unnötige Probleme zu vermeiden. Manchmal können sich hinter leichten Symptomen ernsthafte Erkrankungen verbergen. Es könnte dich interessieren ...

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