Arzneimittelallergie: So kannst du sie erkennen

Es ist unklar, warum manche Menschen auf einige Stoffe allergisch reagieren und auf andere nicht. Allergische Reaktionen auf Medikamente sind nicht häufig und treten selten bei der ersten Einnahme auf. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber.
Arzneimittelallergie: So kannst du sie erkennen

Letzte Aktualisierung: 03. Dezember 2021

Einige Menschen vermuten nach der Einnahme von Medikamenten, sie würden allergisch auf ein Arzneimittel reagieren. Aber normalerweise ist dies nicht der Fall. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine der Nebenwirkungen, die alle Medikamente verursachen können, und nicht um eine Arzneimittelallergie.

Wenn du während oder nach einer Antibiotikabehandlung wunde Stellen im Mund oder Durchfall bekommst, vermutest du möglicherweise, du könntest an einer Arzneimittelallergie leiden. In der Regel handelt es sich jedoch um Nebenwirkungen, die durch die Veränderung der Bakterienflora entstehen.

Wenn du einen Allergietest machst, um herauszufinden, ob du an einer Arzneimittelallergie leidest, ist es nicht erforderlich, diesen Test in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Möchtest du mehr über dieses Thema wissen? Dann lies einfach weiter!

Was ist eine Arzneimittelallergie?

Eine Allergie ist eine übertriebene Reaktion des Körpers auf den Kontakt mit einer äußeren Substanz – einem Allergen. Nach wie vor ist unklar, warum manche Menschen auf einige Stoffe und Substanzen allergisch reagieren und auf andere nicht.

Manche Menschen können allergisch auf Medikamente reagieren. In diesem Fall ist das Medikament das auslösende Allergen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine Arzneimittelallergie nicht häufig und nur selten bei der ersten Einnahme eines bestimmten Medikaments auftritt.

Allerdings ist bei Menschen über 40 Jahren die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion auf ein Medikament höher. Das liegt daran, dass sie aufgrund ihres Alters möglicherweise häufiger mit Medikamenten in Berührung gekommen sind, da sie diese häufiger benötigen als jüngere Menschen.

Arzneimittelallergie - Arzt übergibt einem Patienten Medikamente
Bei manchen Patienten sind bestimmte Medikamente die Auslöser für allergische Reaktionen. Bei einem entsprechenden Verdacht ist es wichtig, die Einnahme abzubrechen.

Woran erkennst du, ob du eine Arzneimittelallergie hast?

Wenn du ein Medikament einnimmst und es bei dir eine Arzneimittelallergie auslöst, sind die Symptome unterschiedlich und es gibt zwei Arten von allergischen Reaktionen. Es empfiehlt sich, die Einnahme des Medikaments abzubrechen, sobald die vermutete Allergie auftritt.

Sofortige allergische Reaktion

Das sind jene Reaktionen, die sofort nach der Einnahme des Medikaments einsetzen. In der Regel treten sie eine halbe bis eine Stunde nach Einnahme der ersten oder zweiten Medikamentendosis auf.

Am häufigsten kommt es zu Hautreaktionen wie Nesselsucht und Schwellungen der Lippen und Augen. Allerdings können gelegentlich können auch schwerwiegende Reaktionen wie Anaphylaxie auftreten.

Nicht-unmittelbare oder verzögerte Reaktionen

Nicht-unmittelbare oder verzögerte Reaktionen betreffen meist die Haut. Die häufigste allergische Reaktion ist ein Hautausschlag, der bis zu zwei Wochen nach der Einnahme des Medikaments auftreten kann. Er ist durch eine rötliche Färbung und Juckreiz gekennzeichnet und breitet sich auf verschiedene Körperteile aus.

Wenn du auf ein Medikament allergisch reagierst, kann es sein, dass du an einer Überempfindlichkeitsreaktion leidest. Diese sind seltener und schwerer und können sogar Verbrennungen auf der Haut verursachen. Daher kann in diesen Fällen auch eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig sein, denn mitunter besteht sogar Lebensgefahr.

Welche anderen Reaktionen kann ein Medikament auslösen?

In diesem Abschnitt befassen wir uns mit den so genannten vorhersehbaren oder Typ-A-Reaktionen, welche am häufigsten auftreten. Sie werden durch die pharmakologische Wirkung des Medikaments hervorgerufen und können auf folgende Ursachen zurückzuführen sein:

  • Überdosierung oder Toxizität des Medikaments
  • Nebenwirkungen des Medikaments
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

In der Regel verschwinden die Symptome, wenn du die Dosis reduzierst. Dann kannst du das Medikament bei Bedarf ohne Risiko einnehmen.

Arzneimittelallergie - Frau liest Beipackzettel
Allergische Reaktionen auf Medikamente können sofort oder aber auch erst verzögert auftreten. Außerdem können die Symptome leicht oder schwerwiegend sein.

Darüber hinaus können so genannte unvorhersehbare Reaktionen oder Reaktionen vom Typ B auftreten. Diese Reaktionen stehen im Zusammenhang mit einer pharmakologischen Unverträglichkeit des Arzneimittels oder pseudoallergischen Reaktionen.

Eine pseudoallergische Reaktion ist eine Reaktion, bei der es aufgrund der Symptome den Anschein hat, dass das Medikament würde bei dir eine Arzneimittelallergie auslösen. Allerdings besteht keine immunologische Grundlage, um dies zu belegen.

Arzneimittelallergie: Was ist zu tun?

Sobald bestätigt ist, dass eine allergische Reaktion vorliegt, müssen Maßnahmen zur Behandlung der Symptome ergriffen werden. Je nachdem, ob es sich um eine sofortige oder eine verzögerte Reaktion handelt, unterscheiden sich die erforderlichen Maßnahmen.

Bei sofortigen Reaktionen kommen Medikamente wie Adrenalin, Kortikosteroide und Antihistaminika zum Einsatz. Außerdem erfolgt eine pharmakologische Behandlung, um die Symptome der am stärksten betroffenen Organe zu behandeln. Zu den Medikamenten gehören Bronchodilatatoren und Kardiotonika.

Bei nicht-unmittelbaren oder verzögerten Reaktionen basiert die Behandlung jedoch hauptsächlich auf dem Einsatz von Kortikosteroiden. Auf welchem Weg sie verabreicht werden, hängt von den jeweiligen Symptomen ab. Im Falle einer Kontaktdermatitis werden sie topisch aufgetragen.

Lies auch diesen Artikel: Wofür sind Antihistamine?

Abschließende Gedanken

Der richtige Umgang mit Medikamenten trägt häufig dazu bei, eine allergische Reaktion zu vermeiden. Das bedeutet, dass du sie nur dann einnehmen solltest, wenn dies erforderlich ist und sie dir von deinem Arzt oder deiner Ärztin verordnet wurden.

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