Arten von Schwangerschaftsabbrüchen

5 Februar, 2020
Es gibt verschiedene Arten von Schwangerschaftsabbrüchen sowie unterschiedliche Methoden für eine Abtreibung. In jedem Land herrscht eine entsprechende Gesetzgebung, die die jeweilige Rechtslage, Indikationen und Fristen regelt. Erfahre alles Wissenswerte zu diesem Thema in unserem Artikel!

Unter Schwangerschaftsabbrüchen versteht man ganz allgemein die vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft durch Entfernen der Leibesfrucht. Zu solch einem Eingriff kommt es also aus einer Entscheidung heraus und es gibt unterschiedliche Methoden, um solch eine Abtreibung durchzuführen. Außerdem regelt in jedem Land eine spezielle Gesetzgebung alles rund um dieses Thema.

Neben dieser Art von Schwangerschaftsabbrüchen kann es aber auch zu einer ungewollten Fehlgeburt kommen. Dann spricht man von einem natürlichen Spontanabort. Streng genommen handelt es sich hierbei aber um einen von der Abtreibung zu unterscheidenden Begriff. Im Folgenden erfährst du mehr über all diese Fragen. Lies also einfach weiter!

Welche Arten von Schwangerschaftsabbrüchen unterscheidet man?

Welche unterschiedlichen Methoden gibt es bei Schwangerschaftsabbrüchen?

Eine Abtreibung führt man in der Regel in den ersten Wochen der Schwangerschaft durch, um so einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.

Fehlgeburt oder natürlicher Spontanabort

Wie oben bereits erwähnt, zählt eine Fehlgeburt streng genommen nicht zu den Schwangerschaftsabbrüchen. Denn eine Fehlgeburt ist, im Gegensatz zu einer Abtreibung, keine Frage einer Entscheidung oder eines Wunsches. Meist kommt es zu solch einem natürlichen Spontanabort in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. In vielen Fällen sind aber keinerlei medizinische oder chirurgische Eingriffe erforderlich.

Fehlgeburten können zahlreiche Ursachen haben. So zählen beispielsweise Chromosomenstörungen und Anomalien der Gebärmutterarterie dazu. Auch können bestimmte Erkrankungen eine Fehlgeburt verursachen. So zum Beispiel Myome und Endometriose. Andererseits erhöhen auch bestimmte ungesunde Gewohnheiten die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt. Dazu zählen Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum. Ebenso können traumatische Erfahrungen eine Ursachen darstellen.

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Fristbegrenzte Abtreibungen auf Wunsch

In diesen Fällen entscheidet sich die betroffene Frau für einen Abbruch und so wird eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch Entfernen der Leibesfrucht vorgenommen.

Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischen Gründen

Bei Schwangerschaftsabbrüchen aus medizinischen Gründen geht es um Fragen der Gesundheit der Schwangeren und / oder des Fötus. Solche Abtreibungen bleiben (in Deutschland) straffrei, wenn zum Beispiel durch die Schwangerschaft Gefahr für das Leben der Schwangeren besteht. Oder auch, wenn die Gefahr für eine schwerwiegende Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren besteht.

Wie sieht die Rechtslage bei Schwangerschaftsabbrüchen aus?

Frau blickt auf einen Schwangerschaftstest

In einige Ländern ist Abtreibung nicht legal. Deshalb nimmt die Muttersterblichkeit zu.

Illegale Abtreibungen

Schwangerschaftsabbrüche gelten als illegal, wenn sie gegen die gesetzliche Regelungen des betreffenden Landes verstoßen. Wenn Abtreibungen gesetzlich verboten sind, führt das in der Regel zu folgender Situation: Die Frauen führen den Abbruch unter schlechten und ungesunden Bedingungen durch. Aus diesem Grund sind die statistischen Werte über Krankheits- und Sterbefälle von Schwangeren in diesen Ländern höher als in Ländern, in denen die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen legal ist.

Legale Abtreibungen

Selbst die fortschrittlichsten Gesetzgebungen bestrafen mit Geld- oder Gefängnisstrafen diejenigen schwangeren Frauen sowie Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche außerhalb der zulässigen Fristen vornehmen.
Doch in fast allen Ländern der Welt sind Abtreibungen zumindest unter bestimmten Umständen legal. Zu den wenigen Ausnahmen zählen folgende Länder:

  • Der Vatikan
  • El Salvador
  • Malta
  • Nicaragua
  • Honduras
  • Die Dominikanische Republik

In vielen Ländern gelten so genannte Fristenregelungen. Diese bestehen darin, einen Zeitraum von einer bestimmten Anzahl von Wochen oder Tagen der Schwangerschaft festzulegen, in dem eine Abtreibung legal ist. So beträgt diese Frist in Spanien beispielsweise 14 Wochen. Dabei muss die Frau nach der ärztlichen Beratung eine dreitägige Bedenkzeit verstreichen lassen.

In anderen Ländern wiederum gelten Schwangerschaftsabbrüche nur unter ganz bestimmten Umständen als legal. Und im Falle von Spanien gilt über die oben genannte Regelung hinaus: Ab der 14. bis zur 22. Schwangerschaftswoche sind Abtreibungen nur bei schwerer Fehlbildung des Fötus legal, oder bei ernsthaftem Risiko für die Gesundheit der Mutter.

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Welche unterschiedlichen Methoden gibt es bei Schwangerschaftsabbrüchen?

Welche unterschiedlichen Methoden gibt es bei Schwangerschaftsabbrüchen?

Je nach Schwangerschaftswoche werden verschiedene Methoden bei Abtreibungen verwendet.

1. Medikamentöser Abbruch

Abtreibungen mit Pillen werden bis etwa zur 7. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Dabei nimmt die Frau zuerst eine Mifepriston-Tablette ein und nach 24 bis 48 Stunden wird ihr Misoprostol verabreicht. Dieses führt zu Kontraktionen der Gebärmutter und in der Folge wird die Frucht ausgestoßen. Diese Medikamente sind nur in Krankenhäusern bzw. anderen dafür zugelassenen Einrichtungen erhältlich.

2. Abbruch durch chirurgischen Eingriff

Hierbei gibt es wiederum unterschiedliche Arten der Durchführung. Dazu gehören:

  • Absaugmethode / Aspiration: Zunächst wird der Muttermund schrittweise gedehnt. Dann wird der Inhalt abgesaugt. Dabei kommt es zu keinerlei Einschnitten und es gibt keine Operation. Für diesen Eingriff ist eine geeignete ärztliche Einrichtung und Ausrüstung sowie medizinisches Personal nötig. Sie wird bis spätestens zur 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt und dauert in der Regel zwischen 5 und 10 Minuten.
  • Abtreibung durch eine Operation: Ein solche wird von Gynäkologen oder Chirurgen durchgeführt.
  • Abtreibung durch Erweiterung und Räumung: Dies ist eine Art von Schwangerschaftsabbrüchen, die etwa in den Wochen 16 – 19 zur Anwendung kommt. Dabei ist sie mit einem höheren Risiko verbunden. Denn die Schwangerschaft ist weiter fortgeschritten. Sie erfordert immer eine Vollnarkose oder eine Sedierung, denn es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff. Dabei weitet man zunächst den Muttermund. Im Anschluss räumt man mit entsprechenden chirurgischen Instrumenten das Gewebe hinaus. Dieser Prozess dauert zwischen 10 und 30 Minuten. Aber die anschließende Erholungsphase kann mehrere Stunden dauern.
  • Ausschabung (Kürettage): Bei diesem Eingriff schabt man die Gebärmutterwände ab. Doch werden heute Kürettagen in der Regel nur noch dann durchgeführt, wenn nach einem Schwangerschaftsabbruch mit anderen Methoden noch Reste des Embryos oder sonstige Gewebereste aus der Gebärmutter zu entfernen sind. Denn auf Empfehlung der WHO setzt man diese Methode nur noch in besonderen Fällen ein.

Bei Schwangerschaftsabbrüchen im späten Stadium

  • Spätabbruch: In diesen Fällen kommen sowohl Medikamente als auch chirurgische Methode zum Einsatz. Da eine solche Abtreibung in extremen Fällen erst ab der 19. bis 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, birgt sie gewisse Risiken. Daher muss ärztliches Personal eine entsprechende medizinische Einschätzung vornehmen und es ist eine Einweisung der Frau ins Krankenhaus notwendig. Außerdem findet ein solcher Eingriff unter Vollnarkose statt. In manchen Fällen kann auch ein erneuter Eingriff notwendig sein.
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  • Alejandro Manzur, Y. (2010). Aborto recurrente. Revista Médica Clínica Las Condes. https://doi.org/10.1016/S0716-8640(10)70553-8

  • Martins, E. F., Almeida, P. F. B. de, Paixão, C. de O., Bicalho, P. G., & Errico, L. de S. P. de. (2017). Causas múltiplas de mortalidade materna relacionada ao aborto no Estado de Minas Gerais, Brasil, 2000-2011. Cadernos de Saúde Pública. https://doi.org/10.1590/0102-311×00133116<;/p>