Alopecia areata: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall

1 Dezember, 2019
Alopecia areata ist eine Krankheit, die kreisrunden Haarausfall verursacht. Sie hat keine weiteren physischen Auswirkungen, beeinträchtigt jedoch die Lebensqualität. Erfahre in unserem heutigen Beitrag Wissenswertes über diese Pathologie.

Als Alopecia areata wird eine relativ seltene Pathologie bezeichnet, bei der es zu kreisrundem Haarausfall kommt. Der Dermatologe untersucht den Patienten fachärztlich und stellt die entsprechende Diagnose.

Der Haarausfall kann an verschiedenen Körperstellen erfolgenmeist ist jedoch das Kopfhaar davon betroffen. Doch auch im Bartbereich oder an den Beinen kann es dazu kommen.

Sowohl Frauen als auch Männer in verschiedenen Altersgruppen sind davon betroffen. Am häufigsten leiden allerdings erwachsene Männer daran. In manchen Fällen können jedoch auch Kinder davon betroffen sein, insbesondere wenn diese Pathologie in der direkten Familiengeschichte vorkommt.

Es gibt ebenfalls einen Zusammenhang mit StressManche Patienten leiden an dieser Art von Haarausfall, wenn sie schwierige Situationen bewältigen müssen; zum Beispiel, wenn es zum Verlust eines Familienmitglieds kommt, bei chronischen Krankheiten oder Unfällen. Allerdings zählen diese Auslöser nicht zu den häufigsten Ursachen dieser Krankheit.

Fachärzte unterscheiden verschiedene Typen von Alopecia areata. Diese Krankheit kann wie folgt klassifiziert werden:

  • Alopecia areata unilocularis: Dies ist die häufigste Art, wobei nur eine einzige Körperstelle betroffen ist.
  • Alopecia areata multilocularis: In diesem Fall sind mehrere Stellen betroffen.
  • Alopecia areata totalis: Dabei kommt es zu einem kompletten Verlust des Kopfhaares und in der Folge zu einer Glatze.
  • Alopecia areata universalis: In diesem Fall kommt es nicht nur zum Verlust der Kopfhaare, sondern zum Verlust der gesamten Körperbehaarung.
  • Alopecia areata difusa: In diesem Fall erfolgt der Haarausfall nicht in einer spezifischen Körperregion, sondern betrifft das Kopfhaar auf diffuse Weise.
  • Verlust dunkler Kopfhaare: Diese Art der Alopecia areata ist sehr selten. Dabei fallen nur pigmentierte Haare aus, doch graue Haare bleiben erhalten, was dazu führt, dass Betroffene fast über Nacht grau werden.

Ursachen für Alopecia areata

Die genauen Ursachen für diese Krankheit sind noch nicht ausreichend erforscht. Man geht davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handeltdas heißt, dass der Körper sich irrtümlich selbst angreift.

In diesem Fall identifiziert das Immunsystem die Haarfollikel irrtümlicherweise als Gefahr oder Fremdkörper und greift sie an. In der Folge fallen die Haare aus, denn sie verlieren den Halt und die nährende Quelle. 

Histopathologische Studien betroffener Patienten haben gezeigt, dass an den betroffenen Stellen intensive Entzündungsprozesse vorhanden sind. Weiße Blutkörperchen sammeln sich um die Haarfollikel an und verhindern die Entwicklung des Haares. Die Haare fallen also durch diese Entzündung aus.

In manchen Fällen liegen auch andere Autoimmunkrankheiten zugrunde, so zum Beispiel rheumatoide Arthritis oder Zöliakie. Der Haarverlust kann auch eines der ersten Symptome für eine Krankheit sein, die sich später zusätzlich durch andere Anzeichen äußert.

Alopecia areata
Vermutlich ist Alopecia areata eine Autoimmunkrankheit, doch die Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht.

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Symptome

Im Normalfall treten bei dieser Art von Alopezie keine Schmerzen, kein Brennen und auch kein Juckreiz auf. Der Haarverlust ist meist das einzige Symptom. Es sind auch keine Rötungen oder Schuppen an den betroffenen Stellen vorhanden.

Die Tatsache, dass das einzige Symptom der Haarausfall ist, ist wichtig, um diese Krankheit von anderen zu unterscheiden. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Alopezie, die unter anderem auch mit Schmerzen und sichtbaren Entzündungen einhergehen. 

In den meisten Fällen kommt es zu kreisrundem Haarausfall am Kopf. Die kahlen Stellen können ein bis vier Zentimeter groß sein und vereinzelt oder auch vermehrt auftreten. Meist sind sie rund und glatt.

Darüber hinaus können auch kahle Stellen im Bartbereich, an den Augenbrauen, Wimpern, an den Beinen oder im Intimbereich aufscheinen. Da die Nägel denselben embryologischen Ursprung wie die Haare haben, kann es zum Teil auch zu brüchigen Nägeln oder Nagelrissen kommen.

Die Alopecia areata totalis, welche den Verlust des gesamten Kopfhaares zur Folge hat, entwickelt sich relativ rasch. Von der ersten kahlen Stelle bis zum kompletten Haarverlust können nur sechs Monate vergehen.

Alopecia areata
Das einzige Symptom dieser Art von Alopezie ist im Normalfall der Haarausfall.

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Alopecia areata: Behandlung

Zwar handelt es sich nicht um eine schwerwiegende Krankheit, die das Leben der Patienten beeinträchtigt, doch der psychologische Aspekt ist in diesem Fall wesentlich. Viele Betroffene leiden an einem eingeschränkten Selbstbewusstsein, denn sie schämen sich in der Öffentlichkeit durch ihre kahlen Stellen.

Viele Betroffene erlangen ihre Haare wieder automatisch zurück. Auch wenn die Krankheit nicht behandelt wird, bilden sich in wenigen Monaten Haarfollikel und die kahlen Stellen verschwinden dann relativ schnell. Schätzungsweise wachsen die Haare bei ungefähr der Hälfte der Patienten in weniger als einem Jahr ohne Behandlung wieder nach.

Doch bei schweren Fällen ist eine medizinische Behandlung notwendig. Die genaue Dauer dieser Behandlung ist nicht bekannt, deshalb ist diese Entscheidung von dem behandelnden Facharzt zu treffen.

Folgende Behandlungen sind derzeit möglich:

  • Lokale Therapie: Medikamente mit Wirkstoffen wie Minoxidil, Anthralin oder Corticosteroiden in Form von Salben.
  • Injektion von Kortikoiden, direkt an der betroffenen Hautstelle
  • Ultraviolette Bestrahlung
  • Saceda-Corralo D, Grimalt R, Fernández-Crehuet P , Clemente A, Bernárdez C, García-Hernandez MJ, Arias-Santiago S, Rodrigues-Barata AR, Rodríguez-Pichardo A, García-Lora E, Jaén P, Camacho FM, Vañó-Galván S.Beard alopecia areata: a multicentre review of 55 patients. J Eur Acad Dermatol Venereol.  2017;31(1):187-192.
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