Alopecia areata: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall
Als Alopecia areata wird eine relativ seltene Pathologie bezeichnet, bei der es zu kreisrundem Haarausfall kommt. Der Dermatologe untersucht den Patienten fachärztlich und stellt die entsprechende Diagnose.
Der Haarausfall kann an verschiedenen Körperstellen erfolgen, meist ist jedoch das Kopfhaar davon betroffen. Doch auch im Bartbereich oder an den Beinen kann es dazu kommen.
Sowohl Frauen als auch Männer in verschiedenen Altersgruppen sind davon betroffen. Am häufigsten leiden allerdings erwachsene Männer daran. In manchen Fällen können jedoch auch Kinder davon betroffen sein, insbesondere wenn diese Pathologie in der direkten Familiengeschichte vorkommt.
Es gibt ebenfalls einen Zusammenhang mit Stress: Manche Patienten leiden an dieser Art von Haarausfall, wenn sie schwierige Situationen bewältigen müssen; zum Beispiel, wenn es zum Verlust eines Familienmitglieds kommt, bei chronischen Krankheiten oder Unfällen. Allerdings zählen diese Auslöser nicht zu den häufigsten Ursachen dieser Krankheit.
Fachärzte unterscheiden verschiedene Typen von Alopecia areata. Diese Krankheit kann wie folgt klassifiziert werden:
- Alopecia areata unilocularis: Dies ist die häufigste Art, wobei nur eine einzige Körperstelle betroffen ist.
- Alopecia areata multilocularis: In diesem Fall sind mehrere Stellen betroffen.
- Alopecia areata totalis: Dabei kommt es zu einem kompletten Verlust des Kopfhaares und in der Folge zu einer Glatze.
- Alopecia areata universalis: In diesem Fall kommt es nicht nur zum Verlust der Kopfhaare, sondern zum Verlust der gesamten Körperbehaarung.
- Alopecia areata difusa: In diesem Fall erfolgt der Haarausfall nicht in einer spezifischen Körperregion, sondern betrifft das Kopfhaar auf diffuse Weise.
- Verlust dunkler Kopfhaare: Diese Art der Alopecia areata ist sehr selten. Dabei fallen nur pigmentierte Haare aus, doch graue Haare bleiben erhalten, was dazu führt, dass Betroffene fast über Nacht grau werden.
Ursachen für Alopecia areata
Die genauen Ursachen für diese Krankheit sind noch nicht ausreichend erforscht. Man geht davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, das heißt, dass der Körper sich irrtümlich selbst angreift.
In diesem Fall identifiziert das Immunsystem die Haarfollikel irrtümlicherweise als Gefahr oder Fremdkörper und greift sie an. In der Folge fallen die Haare aus, denn sie verlieren den Halt und die nährende Quelle.
Histopathologische Studien betroffener Patienten haben gezeigt, dass an den betroffenen Stellen intensive Entzündungsprozesse vorhanden sind. Weiße Blutkörperchen sammeln sich um die Haarfollikel an und verhindern die Entwicklung des Haares. Die Haare fallen also durch diese Entzündung aus.
In manchen Fällen liegen auch andere Autoimmunkrankheiten zugrunde, so zum Beispiel rheumatoide Arthritis oder Zöliakie. Der Haarverlust kann auch eines der ersten Symptome für eine Krankheit sein, die sich später zusätzlich durch andere Anzeichen äußert.
Noch ein interessanter Artikel: Kurkuma zur Hautpflege und gegen Haarausfall: 3 Behandlungen
Symptome
Im Normalfall treten bei dieser Art von Alopezie keine Schmerzen, kein Brennen und auch kein Juckreiz auf. Der Haarverlust ist meist das einzige Symptom. Es sind auch keine Rötungen oder Schuppen an den betroffenen Stellen vorhanden.
Die Tatsache, dass das einzige Symptom der Haarausfall ist, ist wichtig, um diese Krankheit von anderen zu unterscheiden. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Alopezie, die unter anderem auch mit Schmerzen und sichtbaren Entzündungen einhergehen.
In den meisten Fällen kommt es zu kreisrundem Haarausfall am Kopf. Die kahlen Stellen können ein bis vier Zentimeter groß sein und vereinzelt oder auch vermehrt auftreten. Meist sind sie rund und glatt.
Darüber hinaus können auch kahle Stellen im Bartbereich, an den Augenbrauen, Wimpern, an den Beinen oder im Intimbereich aufscheinen. Da die Nägel denselben embryologischen Ursprung wie die Haare haben, kann es zum Teil auch zu brüchigen Nägeln oder Nagelrissen kommen.
Die Alopecia areata totalis, welche den Verlust des gesamten Kopfhaares zur Folge hat, entwickelt sich relativ rasch. Von der ersten kahlen Stelle bis zum kompletten Haarverlust können nur sechs Monate vergehen.
Hast du diesen Artikel bereits gelesen? 7 Ratschläge, was bei Haarausfall zu tun ist
Alopecia areata: Behandlung
Zwar handelt es sich nicht um eine schwerwiegende Krankheit, die das Leben der Patienten beeinträchtigt, doch der psychologische Aspekt ist in diesem Fall wesentlich. Viele Betroffene leiden an einem eingeschränkten Selbstbewusstsein, denn sie schämen sich in der Öffentlichkeit durch ihre kahlen Stellen.
Viele Betroffene erlangen ihre Haare wieder automatisch zurück. Auch wenn die Krankheit nicht behandelt wird, bilden sich in wenigen Monaten Haarfollikel und die kahlen Stellen verschwinden dann relativ schnell. Schätzungsweise wachsen die Haare bei ungefähr der Hälfte der Patienten in weniger als einem Jahr ohne Behandlung wieder nach.
Doch bei schweren Fällen ist eine medizinische Behandlung notwendig. Die genaue Dauer dieser Behandlung ist nicht bekannt, deshalb ist diese Entscheidung von dem behandelnden Facharzt zu treffen.
Folgende Behandlungen sind derzeit möglich:
- Lokale Therapie: Medikamente mit Wirkstoffen wie Minoxidil, Anthralin oder Corticosteroiden in Form von Salben.
- Injektion von Kortikoiden, direkt an der betroffenen Hautstelle
- Ultraviolette Bestrahlung
Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.
- Saceda-Corralo D, Grimalt R, Fernández-Crehuet P , Clemente A, Bernárdez C, García-Hernandez MJ, Arias-Santiago S, Rodrigues-Barata AR, Rodríguez-Pichardo A, García-Lora E, Jaén P, Camacho FM, Vañó-Galván S.Beard alopecia areata: a multicentre review of 55 patients. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017;31(1):187-192.
- Madani, Shabnam, and Jerry Shapiro. “Alopecia areata update.” Journal of the American Academy of Dermatology 42.4 (2000): 549-566.
- Gilhar, Amos, Amos Etzioni, and Ralf Paus. “Alopecia areata.” New England Journal of Medicine 366.16 (2012): 1515-1525.
- Rev Asoc Colomb Dermatol. 2012; 20: 1 (enero-marzo), 41-53. 41www.revistasocolderma.comAlopecia areata, nuevos hallazgos en histopatología y fisiopatología. https://revistasocolderma.org/sites/default/files/alopecia_areata_0.pdf
- Medicina Integral. Vol. 37. Núm. 4. Páginas 160-169 (Febrero 2001).
Semiología de las dermatosis de cuero cabelludo. https://www.elsevier.es/es-revista-medicina-integral-63-articulo-semiologia-las-dermatosis-cuero-cabelludo-10021658 - MedlinePlus. Alopecia areata. https://medlineplus.gov/spanish/ency/article/001450.htm
- Revista Mexicana de Dermatología. Alopecia areata. https://www.medigraphic.com/pdfs/derrevmex/rmd-2015/rmd155g.pdf
- NIH, MedlinePlus. https://magazine.medlineplus.gov/es/art%C3%ADculo/cinco-sugerencias-para-las-personas-con-alopecia-areata
- XX Reunión del Grupo Español de DermatologíaCosmética y Terapéutica. Madrid, 14 y 15 de Noviembre de 2008. De los avances en fisiopatología del cabello a lanueva visión en el tratamiento global de la alopecia. https://www.medigraphic.com/pdfs/cutanea/mc-2009/mc092k.pdf