Wann eine Beziehung eher schadet als nutzt

1 September, 2015
Wenn dein Partner Schuldgefühle in dir weckt und dich nicht respektiert, ist es besser, sich von ihm zu distanzieren

Sprechen wir über jene Beziehungen, die dir mehr schaden als nützen. Bestimmt kennst du diese Art der Beziehung, hast dich vielleicht selbst schon einmal in einer solchen Situation wiedergefunden. Dir ist auch bewusst, dass eine solche Beziehung emotional sehr belastend ist und der Gesundheit wenig zuträglich. Wenn dein Partner seine Bedürfnisse vor deine stellt, dann stimmt etwas nicht in der Partnerschaft.

Wir haben in der Regel eine ziemlich klare Vorstellung davon, wann eine Beziehung „kaputt“ ist, wissen theoretisch, was sie von einer gesunden Beziehung unterscheidet. Aber der Schritt, die eigene Beziehung so einzuordnen, ist schwierig. Das liegt daran, dass wir unsere eigene Situation nicht rational beurteilen können, in unser Urteil mischen sich Gefühle. Zuneigung und Liebe zum Partner machen uns blind, lassen uns die Realität nicht erkennen.

Deshalb möchten wir heute über diese Art der Beziehung sprechen und dir 6 verschiedene Szenarien präsentieren, die eine Partnerschaft widerspiegeln, die nicht mehr gesund ist. Lerne, solche Beziehungen zu identifizieren und dich zu schützen. Gleiches gilt übrigens für Freundschaften oder Beziehungen, die wir zu Verwandten haben – auch hier gibt es Situationen, in denen es sinnvoll ist, Distanz zu schaffen.

1. Beziehungen, in denen nur einer der Partner die Kontrolle hat

Trauer

Manchmal ist es einfach und bequem, sich mitnehmen zu lassen, zuzulassen, dass der andere die Dinge regelt, Entscheidungen trifft und überhaupt alles erledigt. Der Partner soll schließlich für uns sorgen und das scheint er ja intensiv zu tun. Dabei ist Vorsicht angebracht, denn schnell wird aus einer Situation, in der der Partner sich um alles kümmert, eine, in der er auch Entscheidungen trifft, die eigentlich uns zustehen.

Lass in einer Beziehung nicht zu, dass dein Partner oder Freund die volle Kontrolle übernimmt. In einem gesunden Verhältnis zueinander existiert diesbezüglich ein Gleichgewicht. Probleme tauchen auf, wenn einer kontrolliert und der andere folgt.

2. Menschen, die ihre Bedürfnisse vor die anderer stellen

Anschreien

„Ich will das aber so, so gefällt mir das, ich brauche dies, ich erwarte jenes von dir…“ Einige Menschen sind es gewohnt, dass sich ihre Umwelt nach ihnen richtet. Das „ich“ steht immer an erster Stelle. Es ist schwierig, eine solche Persönlichkeit zu ändern, und nahezu unmöglich, mit ihr glücklich zu werden.

Diejenigen, die nicht über ihre eigenen Bedürfnisse hinausschauen können, sind dir im Alltag keine Stütze und schaden dir. In einer solchen Beziehung wirst du mit deinen Bedürfnissen nicht respektiert.

3. Personen, die kein Vertrauen fassen

Paar_Haende

Wer nicht vertraut, versteht den anderen auch nicht. Und wer nicht versteht, tut sich sehr schwer, dem Partner gegenüber Respekt, Verständnis und Mitgefühl aufzubringen. Beziehungen, die auf Misstrauen aufbauen, enden häufig in Eifersucht und Missverständnissen. Die häufigen Streite zehren am Selbstvertrauen. Eine solche Beziehung ist den Aufwand nicht wert und sollte ein Ende finden.

4. Beziehungen, die auf emotionalem Druck aufbauen

Ungluecklich

„Bei allem was ich bisher für dich getan habe, kannst du jetzt nicht einmal das für mich tun?“, „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du dich anders verhalten“ – solche und ähnliche Phrasen sind emotionale Manipulation. Wenn du von deinem Partner so etwas schon einmal gehört hast, dann weißt du auch, wie sehr diese Worte wehtun. Dabei sollte der Partner uns doch das Gefühl vermitteln, geliebt zu werden.

Emotionale Erpressung hat mit Zuneigung und Liebe nichts mehr zu tun. Wer auf derartige Mittel zurückgreifen muss, um seine Bedürfnisse in der Beziehung durchzusetzen, weiß seinen Partner nicht zu lieben. In dieser Art Beziehung fehlen Respekt und Verständnis füreinander. Niemand profitiert von ihr.

5. Beziehungen, die auf Lügen basieren

Streit

Manch einer lügt, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Es ist fast wie eine Krankheit. Mit der Lüge wird versucht, die eigenen Interessen durchzusetzen, die Kontrolle in der Partnerschaft zu bewahren.

Dein Partner lügt und betrügt dich, sagt dir aber, dass er dich liebt und dass du das Beste bist, was ihm im Leben passiert ist. Sein Handeln wird dem allerdings nicht gerecht, er verhält sich in einer Weise, die dich demütigt, in den Hintergrund stellt und dir schadet. Lügen bleiben selten unentdeckt und obwohl man eine Notlüge durchaus verzeihen kann, machen dich konstante Lügen im Laufe der Zeit kaputt. Lass dies nicht zu.

6. Die Opferrolle in der Beziehung

Stopp

Sowohl in Beziehungen zwischen Partnern als auch unter Verwandten ist es sehr häufig, dass sich ein Partner in der Opferrolle sieht. Wer sich zum Opfer macht, gewinnt die Aufmerksamkeit des Partners und dessen Schuldgefühle, die die Rollenverteilung noch verstärken.

„Immer, wenn ich dich brauche, lässt du mich allein“, „Ich war das ganze Wochenende krank und du hast nicht einmal angerufen. Wahrscheinlich bin ich dir nicht wichtig“ – wer solche Sätze hören muss, fühlt sich schlecht. Sie rufen eine Mischung aus Gefühlen in uns hervor, in der Wut, Selbstmitleid und Angst dominieren.

Zum Abschluss können wir sagen, dass uns die oben beschriebenen Situationen wohl bekannt sind und wir wissen, dass aus ihnen nichts Gutes entstehen kann. Wie setzen wir uns aber zur Wehr, wenn wir uns in einer solchen Beziehung wiederfinden?

Setze deinem Partner Grenzen. Sprich über deine Bedürfnisse und darüber, bis zu welchem Punkt du mitgehen kannst. Mache ihm klar, dass eine gesunde Beziehung ein Gleichgewicht zwischen beiden erfordert, dass einer nicht wichtiger sein kann als der andere und dass jede Form der Gefühlsmanipulation die Beziehung nur zerstört. Respekt und Verständnis füreinander sind unverzichtbar.

Sollte sich auch nach solchen Gesprächen nichts ändern und dein Partner nicht einsehen, dass sich in der Beziehung etwas ändern muss, ist es für dich gesünder, auf Distanz zu gehen. Tu es für dich, deine emotionale und körperliche Gesundheit.

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