12 Übungen, um eine Sehnenentzündung an der Schulter zu lindern

11 Januar, 2021
In diesem Artikel lernst du einige Aufwärm-, Dehn- und Kräftigungsübungen kennen, die bei einer Sehnenentzündung an der Schulter hilfreich sein können. Lies weiter und suche einen Spezialisten auf, wenn du sie durchführen möchtest.

Eine Sehnenentzündung an der Schulter kann für den Betroffenen eine schmerzhafte Erfahrung darstellen. Sie wird durch Fehlbelastungen oder sich wiederholende Bewegungen verursacht. Jeder kann sich eine solche Entzündung zuziehen.

Diese Verletzung schränkt den Bewegungsumfang ein und beeinträchtigt so den normalen Ablauf des täglichen Lebens. Einige Aufwärm-, Dehn- und Kräftigungsübungen können jedoch hilfreich sein.

In diesem Artikel erfährst du, was eine Sehnenentzündung ist, warum sie auftritt, wie man sie behandelt und welche Übungen der Patient durchführen kann, um zu genesen.

Sehnenentzündung an der Schulter: Was ist das und warum tritt sie auf?

Eine Sehnenentzündung an der Schulter ist eine Entzündung, die mehrere Bereiche des Gelenks betrifft, vom Bizeps bis zur Rotatorenmanschette. Zu den wichtigsten Faktoren, die mit dieser Verletzung in Verbindung gebracht werden, gehören die folgenden:

  • Alter: Bei älteren Patienten kann die Gelenksteife aufgrund von einer Arthrose ein prädisponierender Faktor sein.
  • Intensive sportliche Betätigung: Bei Sportlern sind die Anstrengung und die Wiederholung bestimmter Bewegungen und sogar der Bewegungsumfang Auslöser für diese Art von Verletzung. Bei Pitchern beim Baseball ist das beispielsweise üblich.
  • Arbeiten mit Gewichten oder sich wiederholenden Bewegungen wie zum Beispiel Zeichner, Programmierer, Maurer und Schmied.
  • Weitere Ursachen: plötzliche Bewegungen oder Situationen, die eine schlechte Blutversorgung der Sehnen verursachen.
Kalkablagerung an der Schulter
Abgesehen von den Schmerzen geht die Sehnenentzündung an der Schulter mit einer eingeschränkten Beweglichkeit des Gelenks einher.

Lies hier weiter: Sehnenentzündungen in der Schulter: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Symptome und Diagnose einer Sehnenentzündung an der Schulter

Das offensichtlichste Anzeichen einer Sehnenentzündung an der Schulter ist die Entzündung als solche. Aber sie tritt nicht allein auf, sondern wird von Schmerzen begleitet.

Der Patient reagiert empfindlich auf Muskelbewegungen oder -dehnungen oder wenn Druck auf das Gelenk ausgeübt oder es ertastet wird. Zusätzlich kann es ihm an Kraft mangeln. Aufgrund dieser drei Elemente (Entzündung, Schmerz und mangelnde Kraft) schränkt eine Sehnenentzündung an der Schulter die Fähigkeit einer Person ein, tägliche Aktivitäten auszuführen.

Außerdem führt der Arzt mehrere Untersuchungen durch, um diese Verletzung zu diagnostizieren, darunter Röntgenaufnahmen, Ultraschall, MRT und sogar eine Computertomographie. Ein weiterer Schritt sind eine ärztliche Untersuchung und eine ausführliche Analyse der Krankengeschichte des Patienten.

Mögliche Behandlungen

Was die Behandlung anbelangt, so besteht bei der Sehnenentzündung an der Schulter die Möglichkeit einer Arthroskopie. Eine Operation ist jedoch nur den schwersten Fällen vorbehalten. Stattdessen werden eher konservative Alternativen bevorzugt.

Neben Ruhe und Kälteanwendung verordnet der Mediziner eine Physiotherapie mit dem Ziel, die Beweglichkeit, Stabilität und Kraft des betroffenen Gelenks zu verbessern. Dies wird durch verschiedene Übungen, Dehnungen und Massagen erreicht.

Auch andere Techniken wie zum Beispiel Elektrotherapie und Ultraschall kommen zum Einsatz. Im Falle einer medikamentösen Behandlung werden Schmerzmittel und Entzündungshemmer empfohlen.

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Übungen zur Linderung einer Sehnenentzündung an der Schulter

Lasst uns nun einige Übungen anschauen, die wir tun können, um eine Sehnenentzündung an der Schulter zu lindern oder gar zu beseitigen. Wir werden sie in Aufwärm-, Dehn- und Kräftigungsbewegungen unterteilen, jede mit ihren entsprechenden Anweisungen.

Aufwärmübungen

Die erste Übung, die wir durchführen werden, ist das Pendel. Sie besteht darin, den Körper zu neigen beziehungsweise zu beugen und dabei zu versuchen, den Rumpf so parallel wie möglich zum Boden zu bringen. Der betroffene Arm hängt nach unten und muss sich drehen und dabei kleine Kreise machen. Der andere kann auf einer Stuhllehne oder einem Geländer aufliegen.

Der nächste Schritt des Aufwärmtrainings besteht darin, sich in einen offenen Türrahmen zu stellen und die Hände in Schulterhöhe auf den Rahmen zu legen. Mache anschließend einen kleinen Schritt nach vorne; erst einen Fuß, dann den anderen. Dabei musst du deinen Rücken immer gerade halten. Versuche, die Gelenkbewegung nicht zu erzwingen.

Dehnübungen

Nachdem wir uns aufgewärmt haben, können wir zu den Dehnungsübungen übergehen. Wir beginnen mit dem frontalen Strecken. Dies besteht darin, die Hand des betroffenen Arms zur Schulter des anderen Arms zu bringen und zu versuchen, den Ellbogen etwas anzuheben, wobei die freie Hand behilflich sein kann. Diese Position solltest du für etwa fünf Sekunden beibehalten.

Die Dehnung mit Stütze und Anhebung wird im Stehen durchgeführt, wobei die Hand der betroffenen Seite etwas oberhalb der Schulter an die Wand gelegt wird. Danach werden die Finger gestreckt, wobei die Handfläche von der Oberfläche wegbewegt wird und die Finger nach oben bewegt oder gezogen werden, um die Schulter anzuheben.

Die nächste Übung ist das Dehnen mit Elastikband. Idealerweise sollte man ein Reha-Gummiband verwenden, aber wenn man kein Band zur Hand hat, kann auch ein Handtuch nützlich sein. Lege den Handrücken der betroffenen Seite hinter den Rücken und die andere Hand über den Kopf. Beide Hände halten das Band fest. Die obere Hand zieht leicht, um die andere Hand anzuheben. Es gibt auch eine Variation dieser Übung ohne Handtuch oder Band, bei der du die Hand des betroffenen Arms hinter den Rücken legst und versuchst, ihn so weit wie möglich anzuheben.

Wir können die Dehnung mit einer passiven Innenrotation beenden. Für diese Übung benötigen wir einen Stab oder Stock (ein Besenstiel funktioniert auch). Du musst hierzu den Stock hinter den Rücken halten. Mit der Hand des nicht betroffenen Arms streckst du dich so, dass der andere Arm die Mitte der Taille erreicht.

Röntgenbild Sehnenentzündung an der Schulter
Bildgebende Untersuchungen liefern wichtige Daten zur Beurteilung des Schweregrades einer Sehnenentzündung an der Schulter.

Kräftigungsübungen

Wir gehen nun zu den Kräftigungsübungen über, beginnend mit der Kräftigung mit Seil. Dazu nehmen wir ein Seil oder Band, das an eine Tür oder ein Tor gebunden ist. Mit dem Gesicht zur Wand stellen wir uns in einem Abstand von einem Meter vor die Wand. Wir ziehen nun das Seil oder Band mit der Hand der betroffenen Schulter in einer Ruderbewegung zurück.

Es folgt die externe 90-Grad-Drehung mit gestrecktem Arm. Beginne in der gleichen Position wie bei der vorherigen Übung, mit dem Unterschied, dass die Bewegung mit gestrecktem Arm ausgeführt wird. Hebe ihn an, bis sich die Hand auf Kopfhöhe befindet, und kehre dann in die Ausgangsposition zurück.

Kommen wir nun zur Übung der Innenrotation mit Elastikband. Dazu müssen wir uns seitlich hinstellen, mit der betroffenen Schulter zur Wand. Wir nehmen das Gummiband mit dieser Hand, halten den Ellbogen an der Seite und dehnen es, bis wir mit dem Handgelenk den Ellbogen auf der anderen Seite erreichen.

Die Außenrotationsübung mit Elastikband ist der vorherigen Übung ähnlich. Bei dieser Variante ist jedoch nicht die betroffene Schulter diejenige, die der Wand zugewandt ist. Daher führt man die Bewegung nach außen aus.

Wir können unser Training mit einigen Beugen gegen die Wand beenden. Diese sind den Liegestützen ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass sie im Stehen durchgeführt werden, wobei das Gewicht zur Wand hin fallen wird.

Lasse dich immer von einem Arzt beraten, bevor du Übungen mit einer Sehnenentzündung an der Schulter machst

Denke daran, dass du diese Übungen bei einer Sehnenentzündung an der Schulter nur mit Zustimmung deines behandelnden Arztes durchführen solltest. Mit anderen Worten: Wenn dein Arzt Bettruhe empfohlen hat, kannst du diese oder andere Übungen nicht ausführen.

Außerdem müssen die Übungen von einem orthopädischen Chirurgen oder Physiotherapeuten beaufsichtigt werden, nachdem du diese zuvor konsultiert hast.

Wenn du Schmerzen hast oder keine Anzeichen einer Besserung feststellst, können weitere Untersuchungen oder chirurgische Strategien erforderlich sein. In diesem Fall ist es am besten, die Übungen sofort einzustellen.

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