Wissenswertes über gentechnisch veränderte Lebensmittel

21 August, 2020
Was sind gentechnisch veränderte Lebensmittel? Wie werden sie produziert? Welche Auswirkungen haben sie auf uns Menschen und auf die Umwelt? Rund um dieses Thema gibt es noch immer viele Zweifel. Wir laden dich heute ein, Interessantes über dieses Thema zu erfahren.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind inzwischen ganz normal. Auch wenn sie zum Teil noch immer als ein Produkt einer dystopischen Gesellschaft betrachtet und deshalb von vielen abgelehnt werden, sind sie überall zu finden. Doch welche Folgen hat es, den genetischen Code von Pflanzen zu verändern? Welche Vorteile und welche Probleme sind damit verknüpft?

Verschiedene Umfragen haben gezeigt, dass die Ablehnung gentechnisch manipulierter Lebensmittel relativ groß ist, denn rund 33,4 % der Befragten glauben, dass der Schaden größer als die Vorteile sind. Nur 22,8 % akzeptierten diese Lebensmittel in der zitierten Umfrage. Es handelt sich um ein polemisches Thema, das wir heute etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Was sind gentechnisch veränderte Lebensmittel?

Es handelt sich um Nahrungsmittel, die aus gentechnisch modifizierten Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen hergestellt werden. Spezifische Gene dieser Mechanismen werden abgeschaltet, modifiziert oder es werden arteigene oder artfremde Gene gezielt eingeschleust. Das Ziel ist, dadurch bestimmte Eigenschaften zu erreichen.

Wichtig ist, dabei zwischen genomischer Selektion und gentechnisch veränderten Organismen zu differenzieren.

Die genomische Selektion ermöglicht es, anhand von genetischen Markern eine bessere Auslese und höhere Verlässlichkeit bei der Auswahl der Kreuzungspartner zu erzielen. Damit können die Eigenschaften von Nutzpflanzen oder Nutztieren durch Kreuzung verbessert werden. Mit dieser Technik erzielen Experten größere Samen, schönere Früchte, bessere Farben usw. Diese Organismen sind jedoch nicht gentechnisch verändert, es handelt sich ausschließlich um die optimale Auswahl durch moderne Technologien.
Wie bereits erwähnt, erzielen Experten gentechnisch veränderte Organismen durch gezielte Abschaltung, Modifikation oder das Einbringen von Genen. Es handelt sich um einen komplexen Prozess, doch in unserem heutigen Artikel erklären wir nur grundlegende Konzepte.
Die Bakterie Agrobacterium tumefaciens ist fähig, genetische Information auf Pflanzen zu übertragen, indem sie über Verletzungen in die Pflanzen eindringt. Sie siedelt sich in den Zellzwischenräumen an und überträgt einen Teil ihrer Erbinformation in Form von Plasmiden (kleine DNA-Moleküle) auf die Pflanze. Diese Erbinformation integriert sich dann in das Genom dieser Pflanze.
Die erwähnte Bakterie ermöglicht also den natürlichen Gentransfer und kommt deshalb in der Gentechnik als Werkzeug zum Einsatz. Das Plasmid, das die Bakterie überträgt, wird zuvor durch die Einfügung genetischer Information einer anderen Bakterie, welche die gewünschten Eigenschaften aufweist, verändert. Die Bakterie Agrobacterium tumefaciens übernimmt so die Rolle eines Transportmittels (Vektor). 
Diese Methode kommt in der Gentechnik vielfach zum Einsatz. Es handelt sich um eine der am meisten verbreiteten gentechnischen Verfahren.
Was sind gentechnisch veränderte Lebensmittel?
Gentechnisch veränderte Lebensmittel entstehen durch Organismen, die mit modernsten Verfahren modifiziert werden.

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Welche Vorteile haben gentechnisch veränderte Lebensmittel?

Aus zahlreichen Forschungen, wie zum Beispiel dieser in der Fachzeitschrift Journal of the Royal Society of Medicine veröffentlichten Studie, geht hervor, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel verschiedene Vorteile haben. Wir müssen zum Beispiel berücksichtigen, dass 840 Millionen Menschen an der Armutsgrenze leben und weniger als 2000 kcal pro Tag zur Verfügung haben. Aus diesem und vielen anderen Gründen ist der menschliche Eingriff nötig, um die verfügbaren Ressourcen zu verbessern.

  • Gentechnisch modifizierte Lebensmittel können mehr Nährstoffe liefern. Ein klares Beispiel dafür ist Goldener Reis, der gentechnisch so verändert wurde, dass damit mehr Vitamin A synthetisiert werden kann. Dies ist insbesondere in Entwicklungsländern sehr wichtig, um die Ernährung zu verbessern. 72 g dieses Reises liefern 50 Prozent der für Kinder unter 3 Jahren  empfohlenen Tagesdosis an Vitamin A. 
  • Diese Lebensmittel erleichtern die Lebensmittelproduktion. Gentechnisch modifizierte Pflanzen sind Viren oder Insekten gegenüber resistenter, was natürlich für die Erzeuger ökonomische Vorteile hat, jedoch auch die Produktion und Verfügbarkeit verbessert.
  • Bessere Resistenz gegenüber Umweltveränderungen. Wie gentechnische Veränderungen den Anbau bestimmter Pflanzen trotz Klimawandel ermöglichen können, ist noch in der Versuchsphase. Doch die Konsequenzen der klimatischen Veränderungen in den nächsten Jahren können drastisch sein und die Gentechnik kann deshalb eine wichtige Rolle spielen.
gentechnisch veränderte Lebensmittel
Verschiedene gentechnisch modifizierte Lebensmittel haben einen höheren Nährwert. Deshalb sind sie insbesondere für Entwicklungsländer interessant, in denen Unterernährung ein großes Problem ist.

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Wo liegen die Gefahren?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwähnt in dieser Information, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass die öffentliche Gesundheit aufgrund von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in Gefahr sein könnte.

Es gibt keine Evidenz dafür, dass gentechnisch modifizierte Lebensmittel Krebs verursachen. Außerdem werden diese zahlreichen Tests und Kontrollen unterzogen, um Toxizität oder allergische Effekte zu vermeiden. Bis jetzt hat kein zugelassenes gentechnisch verändertes Lebensmittel nachteilige Reaktionen ausgelöst.

Doch trotzdem ist nicht alles positiv. Es besteht das Risiko, dass es durch gentechnisch veränderte Pflanzen zu Überkreuzungen mit Pflanzen kommt, die nicht kultivierbar sind. Dies könnte negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Pflanzen, die gewissen Krankheitserregern gegenüber resistent sind, könnten sich auch negativ auf andere Spezies auswirken und zum Problem werden.

Nicht alles ist positiv in der Welt der Gentechnologie. Moderne Verfahren können sich negativ auf das Ökosystem auswirken und dies kann Folgen für die darin beheimateten Organismen haben. Außerdem besteht das Risiko, Lebensmittelresourcen zu monopolisieren. Das bedeutet, dass jene, die Zugang zu diesen Techniken haben, auf dem zukünftigen Markt erfolgreich sein können.

Gentechnisch modifizierte Lebensmittel haben einen schlechten Ruf, der jedoch nicht immer gerechtfertigt ist. Sie haben Vorteile und bergen auch Gefahren. Doch wie kann die Weltbevölkerung ernährt werden und wie können wir die Bedrohungen des Klimawandels bewältigen? Die Debatte ist serviert.

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