Wissenswertes über ASS (Acetylsalicylsäure) und die Anwendung dieses Wirkstoffes

4 Dezember, 2019
Nach einem Herzinfarkt wird der betroffenen Person meist ASS verabreicht, um eine Wiederholung zu verhindern. Dieser Arzneistoff verflüssigt das Blut und beugt damit der Bildung von Blutgerinnseln und Thrombose vor. 

ASS ist die Kurzform für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, die in unterschiedlichen Dosierungen und von verschiedenen Marken auf dem Markt angeboten wird. Die bekannteste Marke ist das schmerz- und entzündungslindernde Aspirin, das in unterschiedlichen Formaten erhältlich ist.

Im 20. Jahrhundert wurde die Acetylsalicylsäure lange als Schmerzmittel und entzündungshemmendes Medikament verwendet. Doch seit den 1980er Jahren wurde auch die Fähigkeit dieses Wirkstoffes erkannt, die Verklumpung der Blutplättchen zu verhindern. Seit dieser Erkenntnis wird ASS deshalb häufig für diesen Zweck eingesetzt.

Erst später konnte nachgewiesen werden, dass die chronische Behandlung (über 10 Jahre) mit Acetylsalicylsäure das Risiko für Darmkrebs ebenfalls deutlich reduziert. Die antiproliferativen Eigenschaften dieses Wirkstoffs sind inzwischen allgemein bekannt. 

Acetylsalicylsäure wird also vielseitig eingesetzt und zählt zu den bekanntesten medizinischen Wirkstoffen. Wir betrachten heute die Funktion dieses Wirkstoffs als Thrombozytenaggregationshemmer (TAH) etwas genauer. Die Thrombozyten oder Blutplättchen spielen bei der Bildung von Blutgerinnseln eine wichtige Rolle. Und wie allgemein bekannt, sind Blutgerinnsel gefährlich und können ischämische Krankheiten zur Folge haben.

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Acetylsalicylsäure und Herzinfarkt

Ein akuter Herzinfarkt ist eine sehr ernste Situation, die in der Folge einer Verstopfung der koronaren Arterie durch ein Blutgerinnsel entsteht. Das bedeutet, dass das Blut nicht mehr frei zirkulieren kann, da die Arterie an einer bestimmten Stelle verschlossen ist.

Die Blutversorgung des Herzens ist verringert, was tödlich verlaufen kann. Auch die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, können verstopfen und dadurch zu einem Gehirnschlag führen. 

Dazu kommt es plötzlich und jeder kann jederzeit davon betroffen sein. Allerdings spielen dabei bestimmte Risikofaktoren eine besondere Rolle und auch Menschen, die bereits an einer anderen kardiopathischen Ischämie gelitten haben, sind besonders gefährdet.

Zu den häufigsten Symptomen zählen folgende:

Bei einem akuten Herzinfarkt ist die sofortige ärztliche Versorgung grundlegend. Diese muss auf jeden Fall in der ersten Stunde nach Beginn der Symptome erfolgen.

Danach erhalten Betroffene meist eine Behandlung mit ASS, um Wiederholungen zu vermeiden, denn dadurch wird das Blut verdünnt und so werden Blutgerinnsel und Thromben verhindert, die einen Infarkt auslösen können. 

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Wie wirkt ASS auf den Organismus?

Wie wirkt ASS auf den Organismus?

Acetylsalicylsäure wirkt auf die Synthese von Prostaglandin: Sie hemmt das Enzym Cyclooxygenase auf unwiderrufliche Art. Dieses Enzym ist in zwei verschiedenen Formen vorhanden: Cyclooxygenase 1 (COX-1) und Cyclooxygenase 2 (COX-2). Die letztgenannte Form kommt nur im Gehirn vor, während COX-1 in fast allen Körpergeweben aufzufinden ist.

ASS übt seine Wirkung auf das Enzym COX-1 der Blutplättchen aus, die den Botenstoff Thromboxan A2 bilden, der Blutgefäße verengen kann und die Gerinnung fördert. Für diese Wirkungen sind allerdings bedeutend kleinere Dosierungen an ASS notwendig, als für die schmerzstillende und entzündungshemmende Aktion. Aus diesem Grund beträgt die Dosis im Normalfall 100 oder 300 mg anstatt 500 mg wie bei Aspirin.

Das COXx-1 in den Blutplättchen ist sensibler als das COX-2 des Endothels, deshalb sind geringere Mengen an Acetylsalicylsäure notwendig, um einen antithrombotischen Effekt zu erreichen. Durch die Blockierung des Enzyms reduziert sich auch die Thrombozytenaggregation und die Blutungszeit erhöht sich. 

Auch wenn dieses Medikament keine Wirkung auf die durch Thrombin ausgelöste  Thrombozytenaggregation hat, empfiehlt sich die Verabreichung bei Patienten, die an einer Herzkrankheit gelitten haben oder an einer stabilen Angina pectoris leiden. 

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Abschließende Bemerkung

ASS wird häufig in der Prophylaxe eines Herzinfarkts oder Gehirnschlages verwendet. Normalerweise wird die Acetylsalicylsäure in einer Dosis von 100 mg oder 300 mg verabreicht.

Dabei sind immer die Empfehlungen des Arztes zu berücksichtigen! Auch die Dosis darf nicht eigenständig verändert werden, denn wie alle Medikamente hat auch die Acetylsalicylsäure unerwünschte Nebenwirkungen. Wenn die ärztlichen Anweisungen nicht eingehalten werden, verliert dieses Medikament seine Wirksamkeit und die Wahrscheinlichkeit, an einem weiteren Herzinfarkt zu leiden, erhöht sich. 

Lasse dich deshalb immer von einem Facharzt gut beraten und regelmäßig untersuchen, um deine Gesundheit zu wahren. Bei Fragen oder Zweifeln über ASS und die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffs bist du ebenfalls bei deinem Arzt am besten aufgehoben! 

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