Was ist erworbene Immunität?

16 November, 2020
Das Immunsystem ist der beste Verbündete, wenn es um den Umgang mit Krankheiten geht. Es setzt sich aus einer angeborenen und einer erworbenen Komponente zusammen. Weißt du, wie die erworbene Immunität funktioniert?

Sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem sind für eine optimale Gesundheit unerlässlich. Aber was genau ist erworbene Immunität und wie wird sie mit der Zeit gestärkt? Die Beantwortung dieser Fragen ist für einen krankheitsfreien Alltag unerlässlich. In diesem Artikel gehen wir darauf näher ein.

Anzeichen wie hartnäckige Erkältungen, wiederkehrendes Fieber und wiederholte bakterielle Infektionen im Laufe der Zeit können ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sein.

Nach Angaben der American Academy of Allergy, Asthma, and Immunology weisen mehr als drei Nasennebenhöhlenentzündungen oder mehr als zwei Antibiotikabehandlungen pro Jahr auf Immunprobleme hin.

Biologische Barrieren

Der menschliche Körper besitzt zusätzlich zum Immunsystem Eindämmungsbarrieren. Diese werden in drei Typen unterteilt:

  • Primäre Barrieren: Diversen Studien zufolge ist die Haut die erste Barriere zur Eindämmung möglicher Krankheitserreger. Die Lipide und das Keratin sind Elemente in seiner Zusammensetzung, die die Epidermis zu einem echten Schutzwall gegen Viren und Bakterien machen.
  • Sekundäre Barrieren: Wenn die primären Mechanismen versagen, sind neutrophile Granulozyten und Makrophagen (weiße Blutkörperchen) für das Einhüllen und die Zerstörung von Krankheitserregern zuständig. Dies wird als Phagozytose bezeichnet und ist ein klares Beispiel für eine sekundäre Barriere.
  • Tertiäre Barrieren: T- und B-Lymphozyten erkennen viele von Krankheitserregern produzierte Strukturen und inaktivieren oder zerstören sie effektiv.

Diese Unterscheidung der biologischen Barrieren ist von wesentlicher Bedeutung, da sie uns erlaubt zu verstehen, dass wir, wenn wir vom erworbenen Immunsystem sprechen, es mit einer tertiären biologischen Barriere zu tun haben.

Immunsystem und erworbene Immunität
Das erworbene Immunsystem ist eine tertiäre biologische Barriere, die es ermöglicht, die Krankheitserreger anzugreifen, die versuchen, den Körper zu infizieren.

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Was ist erworbene Immunität?

Erworbene Immunität wird als eine Gruppe hochspezialisierter Zellen und systemischer Prozesse definiert, die krankheitserregende Bedrohungen beseitigen oder verhindern. Diesem auf Immunologie spezialisierten Band zufolge besitzen ausschließlich Wirbeltiere dieses System.

Seine Funktion besteht darin, Keime gezielt zu erkennen, um sie schnell und effektiv bekämpfen zu können. Auch wenn es überraschend erscheinen mag, können wir feststellen, dass diese biologische Barriere ein Gedächtnis besitzt, da die Reaktion auf denselben Erreger immer stärker wird.

Elemente, aus denen sich die erworbene Immunität zusammensetzt

Die Effektoren dieses Schutzsystems sind T-Lymphozyten und B-Lymphozyten (Blut-Leukozyten), die in der Thymusdrüse bzeziehungsweise im Knochenmark produziert werden.

Ohne das angeborene Immunsystem kann man das erworbene nicht verstehen. Wie aus verschiedenen Quellen hervorgeht, sind es die Zellen des angeborenen Systems, die die Antigene (Substanzen von Viren und Bakterien) verarbeiten und sie den Lymphozyten präsentieren, damit sie entsprechend handeln.

Um die Dinge nicht zu komplizieren, heben wir nun nur die zwei bedeutendsten Elemente von Lymphozyten hervor:

  • Jeder Lymphozytentyp hat einen Rezeptor für jedes vom Erreger präsentierte Antigen.
  • Diese Information wird in jeder neuen Generation dieser Zellen repliziert, d. h. wiederholt, und erzeugt so ein noch effektiveres Abwehrsystem gegen jede Infektionswelle.

Symptome einer geschwächten Immunität

Wie bereits zu Beginn dieses Artikels erwähnt, gibt es mehrere Anzeichen, die einen Verdacht auslösen, wenn das erworbene Immunsystem nicht so funktioniert, wie es sollte. Dazu gehören folgende:

  • Mehr als zwei Antibiotikabehandlungen pro Jahr
  • Mehr als vier Ohrinfektionen pro Jahr
  • Entwicklung von zwei Lungenentzündungen in engen Zeitabschnitten
  • Drei oder mehr Episoden einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung pro Jahr
  • Notwendigkeit von präventiven Antibiotika zur Verringerung des Infektionsrisikos
  • Entwicklung schwerer Infektionen durch häufige bakterielle Erkrankungen

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist es äußerst wichtig, dass sich der Patient unverzüglich einer ärztlichen Untersuchung unterzieht. Ein Immunologe begutachtet schließlich die Ergebnisse und diagnostiziert die zugrunde liegende Ursache für die Immunsuppression.

Wie kann das erworbene Immunsystem gestärkt werden?

Wie wir in diesem Artikel gesehen haben, ist der wirksamste Weg zur Stärkung dieser tertiären Barriere nichts anderes als das Ausgesetztsein des Organismus gegenüber Krankheitserregern. Das bedeutet nicht, dass wir versuchen, krank zu werden. Denn genau zu diesem Zweck wurden Impfstoffe entwickelt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Impfstoffe Präparate mit geschwächten oder abgestorbenen Formen schädlicher Mikroorganismen, die die Stimulierung von Antikörpern (Rezeptoren für die oben erwähnten Lymphozyten) fördern, wenn sie in den menschlichen Körper eingebracht werden.

Das erworbene Immunsystem reagiert auf diese Stimuli, indem es die in Impfstoffen enthaltenen möglichen Bedrohungen zerstört und sich an sie erinnert, selbst wenn diese dem Patienten keinen wirklichen Schaden zufügen. Wenn also der eigentliche Erreger präsent ist, erkennen ihn die Lymphozyten unmittelbar vor dem Beginn einer Infektion.

Impfung und erworbene Immunität
Impfungen spielen bei der Stärkung des erworbenen Immunsystems eine sehr wichtige Rolle.

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Was bei erworbener Immunität zu beachten ist

Die erworbene Immunität ist eine äußerst wichtige tertiäre biologische Barriere, die den Menschen immer wieder vor einer Vielzahl von Krankheitserregern schützt. Daher ist es unerlässlich, sich über die Impfpläne im jeweiligen Land bzw. in der entsprechenden Region zu informieren und diese strikt einzuhalten.

Impfstoffe schützen uns nicht nur, indem sie die Spezialisierung des erworbenen Immunsystems fördern. Darüber hinaus erzeugen sie eine Herdenimmunität, die die Schwächsten und Kränksten schützt.

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