Vorsicht: Toxisches Schocksyndrom durch Tampons

· 18 September, 2016
Das toxische Schocksyndrom wird durch eine Bakterie produziert, die sich gerne in einem feucht-warmen Milieu verbreitet. Die Konsequenzen können sehr schwerwiegend und sogar tödlcih sein, wenn das Problem nicht rechtzeitig identifiziert wird.

Das toxische Schocksyndrom (TSS), manchmal auch als Tamponkrankheit bezeichnet, ist nicht neu. Trotz aller Anstrengungen, diese Krankheit zu verhindern, gibt es an verschiedensten Orten der Welt immer wieder neue Opfer.

Es handelt sich um eine schwerwiegende Krankheit, die durch die Bakterie Staphylococcus aureus verursacht wird, die sich durch die Verwendung von Tampons und femininen Hygieneprodukten verbreitet. 

Auch wenn dieses Schocksyndrom relativ selten vorkommt, gab es in den letzten Jahren immer wieder Fälle, die zum Teil auch tödlich verliefen.

Die Geschichte des US-amerikanischen Modells Lauren Wasser ist vielen bekannt: Sie verlor auf Grund dieser Krankheit durch die Verwendung von Tampons ein Bein.

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Das 27-jährige Modell initiierte einen Rechtsstreit gegen Kotex Natural Balance und hat diese Firma für die Infektion, die ihr fast das Leben gekostet hätte, verantwortlich gemacht.

Manche versichern zwar, dass weniger als die Hälfte der Fälle direkt mit der Verwendung von Tampons zusammenhängt, trotzdem werden strikte Empfehlungen gegeben, um dieses Syndrom zu verhindern.

Was ist das toxische Schocksyndrom?

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Es handelt sich um eine schwerwiegende Infektion durch Bakterien wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes, die sich auf abnormale Weise vermehren und Toxine mit sehr starker Wirkung produzieren, die wiederum eine Sepsis verursachen.

Jede Person kann davon betroffen sein, doch die ersten identifizierten Fälle waren Frauen, die während der Menstruation Tampons verwendet hatten.

Diese Krankheit wurde in den 1980er Jahren durch den Mikrobiologen Philip Tierno und sein Team entdeckt, wobei die Entwicklung auf die durch die synthetischen Materialien gegebenen Bedingungen zurückgeführt wurde, die für die Bakterien ein perfektes Milieu schaffen.

Viele der identifizierten Materialien darf die Industrie nicht mehr verwenden, doch die Krankheit tritt weiterhin auf und es gibt immer wieder neue Fälle.

Nicht zu vergessen ist, dass man die meisten TSS-Fälle auch mit anderen Umständen assoziiert. So zum Beispiel mit verschiedenen chirurgischen Eingriffen und nicht nur mit Tampons während der Menstruation.

Warum assoziiert man die Verwendung von Tampons mit dem toxischen Schocksyndrom?

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Bis jetzt kann man den Zusamenhang zwischen der Verwendung von Tampons und dem toxischen Schocksyndrom nicht erklären, auch wenn es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Fälle gab.

Bakteriologen und Spezialisten für Infektionskrankheiten gehen davon aus, dass durch die Einführung des Tampons in die Scheide die Produktion von Toxinen durch Staphylokokken zunimmt und sich diese in einem perfekten Milieu befinden, in dem sie sich rasch verbreiten.

Dies führt zu einer erhöhten Konzentration von Sauerstoff in diesem Bereich, was das Risiko für eine Infektion steigert.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Tampons unter Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen zu verwenden und diese immer rechtzeitig auszutauschen. Auf keinen Fall darf man ein und derselben Tampon länger als 8 Stunden verwenden.

Welches sind die Symptome für das toxische Schocksyndrom?

Die gewöhnlichen Symptome beginnen mit allgemeinem Unwohlsein, das von hohem Fieber, Konfusion und Schwindel begleitet wird.

Danach reduziert sich der Blutdruck, es kommt zu Hautveränderungen und vermehrt zu Brechreiz und Durchfall.

Da sich das Krankheitsbild sehr schnell und plötzlich verschlechtert, können schwerwiegende Konsequenzen folgen, beispielsweise Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz.

Wenn die Behandlung nicht rechtzeitig eingeleitet wird, kann diese Krankheit tödlich verlaufen.

Behandlung dieses Syndroms?

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Normalerweise wird den Patienten Flüssigkeit zugeführt und eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet, welche die Produktion der Toxine stoppen können.

Darüber hinaus verabreicht man Medikamente, um die Vitalzeichen der Patientin wiederzuerlangen, beispielsweise Arzneimittel zur Behandlung von Hypotonie, unterstützende Behandlungen etc.

Im Falle eines Abszesses, wird der betroffene Bereich dräniert, um Eiter auszuleiten.

Die Patientinnen müssen unter ärztlicher Beobachtung verweilen, um Blutdruckwerte, die Atmung sowie die Organaktivitäten zu überwachen.

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Wie kann man gegen das toxische Schocksyndrom vorbeugen?

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Infektionen durch Tampons sind nicht die Regel. Trotzdem könnte jede Frau daran erkranken, insbesondere dann, wenn die Tampons nicht korrekt eingesetzt werden.

  • Man sollte einen Tampon nie länger als 8 Stunden lang tragen. Ideal wäre, diesen mindestens alle 4 bis 5 Stunde auszuwechseln.
  • Wer starke Regelblutungen hat, sollte lieber Binden oder eine Menstruationstasse verwenden.
  • Falls möglich empfiehlt es sich, Tampons nur in speziellen Situationen zu verwenden. Beispielsweise am Strand, bei sportlichen Aktivitäten oder wenn man bestimmte Kleidung trägt.
  • Besser Tampons mit einer geringeren Saugkraft verwenden. Denn je mehr Flüssigkeit er aufnimmt, umso höher ist das Risiko für eine Erkrankung.
  • Tampons sollte man nicht in feucht-warmen Umgebungen aufbewahren. Um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern.

Das toxische Schocksyndrom ist eine Krankheit, die sofortige ärztliche Betreuung erfordert, insbesondere dann, wenn die Risikofaktoren identifiziert werden.

  • Tyll, T., Bílková, M., Revinová, A., Müller, M., Čurdová, M., Zlámal, M., & Holub, M. (2015). Toxic shock syndrome. Epidemiologie, Mikrobiologie, Imunologie. https://doi.org/10.1017/S0004972718000503
  • Johansson, L., Thulin, P., Low, D. E., & Norrby‐Teglund, A. (2010). Getting under the Skin: The Immunopathogenesis of Streptococcus pyogenes Deep Tissue Infections. Clinical Infectious Diseases. https://doi.org/10.1086/653116