4 Tipps, um den Alkoholkonsum aufzugeben

Alkoholkonsum kann der betroffenen Person und ihrem Umfeld schaden. Daher besteht das Hauptziel darin, nüchtern zu bleiben. Allerdings ist dies ein schwieriger Prozess, der viele Anstrengungen erfordert.
4 Tipps, um den Alkoholkonsum aufzugeben
Maryel Alvarado Nieto

Geschrieben und geprüft von der Medizinerin Maryel Alvarado Nieto.

Letzte Aktualisierung: 25. August 2022

Alkohol wird in unserer Gesellschaft als akzeptabel angesehen. Daher ist der Verkauf und Konsum derzeit legal. Wenn der Alkoholkonsum jedoch exzessiv ist, kann sich daraus eine Sucht entwickeln. Und dann ist es sehr schwierig, diesen übermäßigen Konsum zu beenden.

Er wirkt sich negativ auf die verschiedenen Lebensbereiche eines Menschen aus und verursacht Chaos. Aus diesem Grund ist es am besten, zu versuchen, mit dem Alkoholkonsum aufzuhören, um die verlorene Kontrolle wiederzuerlangen.

Dieser Artikel soll diejenigen unterstützen, die mit dem Alkoholkonsum aufhören wollen, indem er ihnen einige Anregungen gibt, die ihnen helfen, ihre Entscheidung zu treffen. Er soll jedoch weder ein Leitfaden für den Alkoholentzug sein, noch soll er dazu ermutigen, auf professionelle Hilfe zu verzichten.

Im Gegenteil, er soll ehrliche Informationen über den schwierigen Weg geben, den die Betroffenen vor sich haben. Idealerweise sollte dies mit der Unterstützung eines Therapeuten geschehen.

1. Erkenne, dass dein Alkoholkonsum ein Problem ist

Der erste Schritt, um eine Veränderung zu erreichen, ist der schwierigste: Du musst erkennen, dass dein Alkoholkonsum zu einem echten Problem geworden ist. Sich den angerichteten Schaden vor Augen zu führen, kann ziemlich schmerzhaft sein.

Dennoch kann diese Erkenntnis in einen echten Antrieb umgewandelt werden, das Problem zu überwinden. Dazu muss man sich der Auswirkungen des Alkoholkonsums und der Häufigkeit des Konsums bewusst sein.

Außerdem muss man innehalten und die verschiedenen Rollen, die die Person spielt, objektiv bewerten: Partner, Elternteil, Kind, Geschwister, Freund, Mitarbeitender, Chef und andere mehr. Wenn du über diese Aspekte nachdenkst, wird die Realität, die sich im Puzzle der Sucht verbirgt, allmählich sichtbar.

Das Leben von Süchtigen ist oft von ständigen Streitereien, finanziellen Problemen und geringer Produktivität geprägt. Das ist ein klarer Beweis dafür, dass etwas nicht stimmt. Das zu wissen, kann die Bereitschaft fördern, etwas verändern zu wollen.

2. Nimm die Realität an: Es ist notwendig, Hilfe zu suchen

Eines der großen Paradigmen, das in vielen Gesellschaften noch nicht durchbrochen wurde, ist die Erkenntnis, dass Alkoholismus tatsächlich eine Krankheit ist und kein Laster oder Charakterfehler. Der eigentliche Vorteil dieser Sichtweise liegt darin, dass der Alkoholiker nicht mehr der Hauptschuldige ist, sondern ein Mensch, der die Unterstützung seiner Mitmenschen benötigt.

Ebenso ist das Aufsuchen von Selbsthilfeorganisationen wie den Anonymen Alkoholikern sehr nützlich. In diesen Gruppen kommt die Hilfe von anderen Menschen, die mit demselben Problem konfrontiert sind.

Daher wissen sie wirklich, womit sie es zu tun haben. Die kontinuierliche gegenseitige Unterstützung, auf der diese Vereinigungen beruhen, führt zu längerer Alkoholabstinenz, solange man sich verpflichtet, mindestens einmal pro Woche daran teilzunehmen.

Alkoholkonsum - Mann trinkt
Alkoholismus kann zu Isolation führen, was es schwieriger macht, soziale Unterstützungsnetzwerke zu finden.

Mitgefühl aus dem Umfeld und Alkoholkonsum

Für das engste Umfeld des Alkoholikers ist es oft schwierig, aufrichtig bereit zu sein, ihm oder ihr zu helfen, ohne ein Werturteil zu fällen. Die größte Schwierigkeit und Herausforderung diesbezüglich ist das Ausmaß, in dem der Alkoholkonsum das Familienleben beeinträchtigt hat, da es in der Regel zu häufigen und ständigen Schädigungen aller Mitglieder, insbesondere der Kinder, kommt.

Aus diesem Grund bestehen häufig gemischte Gefühle gegenüber dem Alkoholiker, die dem Wunsch nach einer Genesung des Familienmitglieds entgegenwirken. Ein nützlicher Weg, dies zu bewältigen, ist die Entwicklung von Mitgefühl. Auch wenn es dafür verschiedene Techniken gibt, zielen sie alle darauf ab, das Bild der verletzenden “Monsterfigur”, die der Alkoholiker darstellt, aufzulösen.

Mitgefühl für den anderen und für sich selbst zu entwickeln, ist ein zentraler Punkt bei der Heilung verschiedener Suchterkrankungen. Im besten Fall wird der komplizierte Weg, mit dem Trinken aufzuhören, etwas einfacher, wenn der/die Betroffene in der vertrauten Umgebung Unterstützung findet.

Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, hilft es, eine mitfühlende und ehrliche Haltung einzunehmen, damit die Situation nicht zu einer Ausrede wird, um wieder zu trinken.

3. Erkenne die Auslöser für das Trinken

Normalerweise ist das fortgesetzte Trinken eine Form des Schutzes vor der Welt und sich selbst. Die Gewohnheit des Trinkens bietet eine Art Erleichterung von einigen Aspekten, mit denen die Person nicht umgehen kann.

Es ist daher wichtig, darüber nachzudenken, warum man trinkt. Der beste Zeitpunkt dafür ist, wenn das Bedürfnis zu konsumieren auftaucht.

Eine Möglichkeit ist das Anlegen eines persönlichen Tagebuchs, in dem die Wahrnehmungen, die man dabei hat, aufgeschrieben werden. Zunächst musst du deinen Geist mit etwas anderem als dem Drang zu trinken beschäftigen. Dann musst du herausfinden, was dich überhaupt zu diesem Drang geführt hat. Auf diese Weise wirst du dir über einige der Ursachen deines Trinkverhaltens bewusst.

4. Finde Wege, mit deiner Angst umzugehen

Eines der Probleme, mit denen sich Menschen in der Genesung konfrontiert sehen, sind Entzugserscheinungen, darunter auch Angstzustände. Es wurden verschiedene Entspannungs- und Meditationstechniken beschrieben, mit denen der Patient seinen Stresspegel senken kann. Ziel ist es, einen Rückfall in den Alkoholkonsum zu verhindern.

Es ist ein häufiger Fehler, das Entzugssyndrom zu unterschätzen.

Aus diesem Grund ist es notwendig, sich von einer Fachkraft beraten zu lassen, die auf Suchterkrankungen spezialisiert ist, damit die beste Vorgehensweise gewählt werden kann. Die Bewertung und ständige Nachsorge der Patienten in einem ambulanten Alkoholentzugsprogramm muss streng sein. So wird sichergestellt, dass der Patient die von ihm benötigten therapeutischen Möglichkeiten hat, einschließlich des Einsatzes von Medikamenten.

Alkoholkonsum - Mann mit Entzugserscheinungen
Das Abstinenzsyndrom ist eine schwere Erkrankung. Manche Patienten gehen vom Alkoholkonsum auf Medikamente oder sogar Drogen über, um die Symptome zu lindern.

Die wichtigsten Punkte, um mit dem Alkoholkonsum aufzuhören

Auch wenn es offensichtlich erscheint, werden sich bestimmte Änderungen im Lebensstil positiv auf die schwierige Aufgabe auswirken, die Alkoholsucht aufzugeben. Diese Tipps sind am Anfang hilfreich, denn sie schaffen Motivation. Allerdings erfordern sie von den Betroffenen Konsequenz und Disziplin.

Einige der Empfehlungen lauten wie folgt:

  • Verbanne jeglichen Alkohol aus dem Haus.
  • Führe regelmäßig körperliche Übungen durch.
  • Vermeide gesellige Zusammenkünfte, bei denen Alkoholkonsum im Vordergrund steht.
  • Plane regelmäßige Zeiten für das Essen und Schlafen in der Nacht.

Alkoholentwöhnung bedeutet, immer wieder aufzustehen

Der Weg zur Nüchternheit ist ein gewundener Pfad, auf dem es immer wieder zu Rückfällen kommt. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Stolpersteine auftauchen, die so hart sind, dass sie zu der Annahme verleiten, dass der einfachste Ausweg darin besteht, aufzugeben.

Und das mag auf kurze Sicht auch stimmen. Aber es ist der Alkoholismus, der den Blick für die Vorteile des Aufhörens trübt, vor allem im Laufe der Zeit.

Der Hauptfeind des Prozesses ist das Gefühl der Niederlage. Für viele ist das der Rückfall selbst, aber der eigentliche Misserfolg ist, wenn man es nicht schafft, so oft wie nötig nüchtern zu bleiben.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Alkoholiker: Wie hilfst du deinem Partner?
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
Alkoholiker: Wie hilfst du deinem Partner?

Alkoholiker brauchen Unterstützung und Verständnis bei der Überwindung ihrer Krankheit, jedoch müssen sie dies auch wollen.



  • Pascual, F.; Alcoholismo y Ayuda Mutua. De la Necesidad a la Evidencia; Adicciones; 25 (4): 243 – 245; 2015.
  • Ramírez, A.; Naal, A.; Salinas, E.; Pérez, C.; Una Visión del Alcoholismo del Padre desde la Mirada de los Hijos; Health and Addictions; 14 (2): 109 – 120; 2014.
  • Carreras, A.; Intervenciones en el Consumo de Alcohol: de los Grupos de Autoayuda a la Regulación de la Propia Conducta. ¿Métodos Complementarios o Antagónicos?; Colegio Oficial de Psicólogos de Madrid; Clínica Contemporánea; 2 (3): 249 – 269; 2011.
  • Montes, R.; Rabuñal, R.; Guía de Práctica Clínica: Tratamiento del Síndrome de Abstinencia Alcohólica; Galicia Clínica; 72 (2): 51 – 64; 2011.
  • Zgierska, A.; Burzinski, C.; Mundt, M.; McClintock, A.; Cox, J.; Coe, C.; Miller, M.; Fleming, M.; Mindfulness-based Relapse Prevention for Alcohol Dependence: Findings from a Randomized Controlled Trial; Journal of Substance Abuse Treatment; 100: 8 – 17; 2019.
  • Siñol, N.; Martínez, E.; Guillamó, E.; Campos, M.; Efectividad del Ejercicio Físico como Intervención Coadyuvante en las Adicciones: Una Revisión; Adicciones; 2013.

Die Inhalte dieser Publikation dienen nur zu Informationszwecken. Sie können keinesfalls dazu dienen, die Diagnosen, Behandlungen oder Empfehlungen eines Fachmanns zu unterstützen oder zu ersetzen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen Spezialisten Ihres Vertrauens und holen Sie dessen Zustimmung ein, bevor Sie mit irgendeinem Verfahren beginnen.