Starker Körpergeruch: Ursachen und vorbeugende Maßnahmen

11 November, 2020
In vielen Fällen tritt starker Körpergeruch als Folge von übermäßigem Schwitzen auf. Es gibt aber auch noch andere Faktoren, die dazu beitragen. Lies weiter, um herauszufinden, welche das sind.

Bromhidrose ist eine häufig vorkommende Erkrankung, die die Lebensqualität einer Person stark beeinträchtigt. Gleichzeitig ist starker Körpergeruch ein charakteristisches Symptom der Erkrankung. Es handelt sich um einen unangenehmen Geruch, der starke nonverbale Signale überträgt und für manche Menschen eine Quelle der Peinlichkeit darstellt. Dies ist vor allem dann besonders schlimm, wenn eine Person eine selektive Anosmie hat, das bedeutet die Unfähigkeit, den Geruch wahrzunehmen, und ihn daher ignoriert.

Der Schweiß selbst hat keinen üblen Geruch. Dieser entsteht nur, wenn der Schweiß mit den Bakterien auf der Haut in Kontakt kommt. Betroffene können dies jedoch behandeln oder verhindern, indem sie ihre Hygienegewohnheiten ändern. Alternativ könne sie aber auch auf medizinische Optionen zurückgreifen. Im Folgenden werden wir genauer auf dieses Thema eingehen.

Starker Körpergeruch und seine Ursachen

Laut mehrerer Studien, die im International Journal of Cosmetic Science veröffentlicht wurden, beruht Bromhidrose auf der Biotransformation natürlicher geruchloser Sekrete in flüchtige Geruchsmoleküle. Und natürlicherweise ist er mit übermäßigem Schwitzen verbunden. Mit anderen Worten, die Erkrankung tritt häufiger bei jenen Personen auf, die mehr schwitzen.

Das Microbiome Journal kommt zu dem Schluss, dass das Corynebacterium spp. in der ansässigen Mikroflora der Achselhöhle für diese Biotransformation wichtig ist. Fettleibigkeit kann ebenfalls ein Faktor sein, der zu starkem Körpergeruch beiträgt. Der Hintergrundmechanismus ist die Veränderung, die diese Moleküle erfahren, wenn sie von den genannten Mikroorganismen verstoffwechselt werden.

Übler Geruch entsteht, wenn Schweiß mit Hautbakterien in Kontakt kommt
Ein starker Körpergeruch tritt auf, wenn Schweiß mit Hautbakterien in Kontakt kommt.

Starker Körpergeruch und die Rolle der Schweißdrüsen

Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen, die alle Menschen haben:

  • Die ekkrinen Drüsen, die sich im ganzen Körper befinden.
  • Apokrine Drüsen, die sich nur in den Achselhöhlen, den Brüsten und in der Leistengegend befinden.

Die apokrinen Drüsen werden erst in der Pubertät aktiviert. Aus diesem Grund ist starker Körpergeruch bei kleinen Kindern normalerweise kein Problem. So stellt er ein Zeichen für das Wachstum und die Entwicklung dar, wenn er eintritt.

Ein wichtiger Mechanismus ist die Wechselwirkung des Sekrets der axillaren apokrinen Schweißdrüsen mit Bakterien, die ungesättigte Fettsäuren erzeugen, die einen besonderen Geruch haben. Dieser Geruch muss vorhanden sein, um bei jemanden starken Körpergeruch, in der Fachsprache auch Bromhidrose genannt, diagnostizieren zu können.

Es ist der bakterielle Stoffwechsel des apokrinen Schweißes, der im Allgemeinen den Geruch verursacht. Allerdings kann aber auch ekkriner Schweiß anstößig sein. Diese zweite Situation wird in der Regel durch den Konsum bestimmter Substanzen, wie beispielsweise Knoblauch oder Alkohol, ausgelöst.

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Vorbeugende Maßnahmen, um starken Körpergeruch zu mindern

Es gibt viele konservative Behandlungsmaßnahmen, die Patienten, die ihren Hausarzt wegen starken Körpergeruchs konsultieren, bereits ausprobiert haben. Medikamente und Operationen sind derzeit jedoch die am weitesten verbreiteten Ansätze, um starken Körpergeruch zu behandeln.

Operativer Eingriff – Sympathektomie

Die bevorzugte Methode, um starken Körpergeruch zu behandeln, ist die Operation, obwohl Ärzte sie für schwere Fälle vorbehalten. Postoperative Komplikationen und Narben sind jedoch häufige Nebenwirkungen bei operativen Eingriffen.

Eine Operation eignet sich am besten für Patienten, die nicht auf eine medizinische Therapie ansprechen und deren tägliche Aktivitäten durch das Schwitzen erheblich beeinträchtigt werden. Laut Studien der Annals of Surgery ist die endoskopische Thoraxsympathektomie das letzte Mittel zur therapeutischen Behandlung von Hyperhidrose im Bereich der Handinnenflächen, der Achselhöhlen und des Gesichtsschädels. Bei dem Eingriff werden die Fasern der Sympathikusknoten unterbrochen.

Botulinumtoxin

Der Hauptwirkungsmechanismus des Botulinumtoxins gegen starken Körpergeruch ist die Hemmung der Freisetzung von Acetylcholin aus den sympathischen Nerven, die die ekkrinen Schweißdrüsen innervieren. Die Behandlung wirkt auf die Handflächen und Fußsohlen, obwohl schmerzhafte Injektionen für manche Menschen ein ausschließender Faktor sein können.

Die Dosis für intradermale Injektionen hängt von der jeweiligen Körperregion ab. Zum Beispiel verwenden Ärzte 50 bis 100 Einheiten in den Achselhöhlen. Der Hauptnachteil der Behandlung mit Botulinumtoxin besteht darin, dass die Wirkung nur wenige Monate anhält, sodass eine Person mehrere Anwendungen pro Jahr benötigt.

Antitranspirantien mit Aluminiumverbindungen

Die meisten Standard-Antitranspirantien, die in Super- und Drogeriemärkten erhältlich sind,  enthalten Aluminiumchlorid. Wirksamere Mittel enthalten jedoch Aluminiumchlorhydrat. So hemmen die Mittel mit diesen Substanzen das Wachstum übelriechender Bakterien.

Diese Metallsalze reduzieren auch den Schweiß, indem sie die Ausscheidungskanäle der Schweißdrüsen blockieren, wodurch die Wasserquelle, die das Bakterienwachstum fördert, minimiert wird. Diese äußerlich anwendbare Therapie sollte einmal täglich, idealerweise nachts, wenn die Haut trocken ist, durchgeführt werden.

Parfümierte Antitranspirantien sind die erste Wahl bei der Behandlung von Körpergeruch
Antitranspirantien mit Aluminiumverbindungen sind die beste Option bei starkem Körpergeruch, wenn eine Operation nicht infrage kommt.

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Starker Körpergeruch: Empfehlungen für Menschen mit Bromhidrose

Sowohl Hyperhidrose als auch Bromhidrose sind häufig vorkommende und belastende Erkrankungen, da sie soziale Aktivitäten erschweren. Ein sensibler Umgang und eine angemessene Überweisung durch den behandelnden Arzt können dazu beitragen, die Auswirkungen auf die Lebensqualität eines Patienten sowohl individuell als auch funktionell zu minimieren.

Regelmäßiges Waschen und die Achselhaarentfernung sind ebenfalls hilfreich. Parfümierte Antitranspirantien sind die erste Wahl bei der Behandlung von Körpergeruch. Das liegt daran, dass sie das Schweißvolumen reduzieren und zudem auch noch antibakteriell sind.

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