Spontane Koronardissektion: Alles Wissenswerte

3 Januar, 2021
Das Rätselhafte an der spontanen Koronardissektion ist, dass sie bei Menschen, vor allem aber bei Frauen, auftritt, die scheinbar kerngesund sind. Wenn der Riss in der Gefäßwand eines Herzkranzgefäßes unbehandelt bleibt, wird dies zum Tod des Patienten führen.

Die spontane Koronardissektion stellt eine seltene Notfallsituation dar. Der erste Fall wurde im Jahr 1931 dokumentiert, seither wurden weltweit nicht mehr als 300 Fälle registriert. Die meisten von ihnen wurden erst bei der Autopsie nach einem plötzlichen Tod bestätigt.

Die meisten Fälle traten bei Frauen auf. Experten schätzen, dass bis zu 80% der Betroffenen weiblich sind. Eine spontane Koronardissektion scheint typischerweise bei schwangeren Frauen aufzutreten, obwohl dies noch diskutiert wird.

Das Durchschnittsalter derjenigen, die an einer spontanen Koronardissektion leiden, liegt zwischen 40 und 60 Jahren, obwohl sie in jedem Alter auftreten kann. Einer der rätselhaftesten Aspekte ist der, dass diejenigen, die an dieser Pathologie leiden, im Allgemeinen gesunde Menschen sind, die keine Risikofaktoren für Herzerkrankungen aufzeigen.

Allgemeine Merkmale

Das Alter für spontane Koronardissektionen liegt zwischen 40 und 60 Jahren

Mediziner haben die spontane Koronardissektion bei Patienten im Alter von 18 bis 84 Jahren festgestellt. Einige Studien weisen darauf hin, dass dieser Zustand zwischen 1% und 4% der gesamten akuten Koronarsyndrome entspricht. Bei Frauen unter 50 Jahren entspricht dies 35%.

Bis vor einiger Zeit glaubten Experten, dass einer der entscheidenen Risikofaktoren die Schwangerschaft ist. In den letzten Jahren hat jedoch die Zahl der Fälle bei nicht schwangeren Frauen zugenommen.

Das häufigste klinische Erscheinungsbild einer spontanen Koronardissektion ist das akute Koronarsyndrom. Das am häufigsten betroffene Gefäß ist die absteigende Hauptschlagader. Gleichzeitig tritt in 20% der Fälle eine Mehrfachgefäßdissektion auf.

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Was ist eine spontane Koronardissektion?

Eine spontane Koronardissektion liegt vor, wenn ein Riss in einem der Blutgefäße des Herzens auftritt. Dadurch wird der Blutfluss zum Herzen eingeschränkt oder blockiert, was zu Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt oder dem plötzlichen Tod führen kann.

Es ist ein Zustand, der dringend ärztliche Hilfe erfordert. Wenn die Pathologie jedoch nicht sofort diagnostiziert und behandelt wird, führt sie unweigerlich zum Tod. Bis zu 70% der Fälle werden erst während der Autopsie entdeckt.

Obwohl noch nicht genügend Informationen vorliegen, haben Experten eine Reihe von Risikofaktoren ermittelt. Dabei handelt es sich um die folgenden:

  • Frauen sind besonders gefährdet.
  • Schwangerschaft und Geburt – der Zustand wird häufiger im ersten Drittel der Schwangerschaft oder nach der Geburt des Kindes beobachtet
  • Nicht diagnostizierte Blutgefäßerkrankungen – insbesondere fibromuskuläre Dysplasie
  • Übermäßige körperliche Anstrengung (insbesondere extreme Aerobic-Übungen)
  • Extremer Stress
  • Erbliche Faktoren, vor allem das vaskuläre Ehlers-Danlos-Syndrom und das Marfan-Syndrom
  • Bluthochdruck
  • Kokainkonsum oder Konsum anderer Drogen

Ursachen und Symptome

Frauen sind häufiger von der spontanen Koronardissektion betroffen

Es gibt immer noch keine klare Erklärung dafür, warum eine spontane Koronardissektion auftritt. In diesem Zusammenhang glauben einige Autoren, dass dies mit hormonellen Veränderungen zusammenhängt, die Proteine und Mucopolysaccharide verändern, die sich in den systemischen Arterien befinden, wodurch die Kollagenfasern degenerieren.

Andererseits weisen andere Autoren darauf hin, dass die Pathologie auf einen entzündlichen Prozess zurückzuführen ist, der zu eosinophilen Infiltraten in der Arterienwand führt. Wieder andere glauben jedoch, dass es zunächst zu einer mechanischen Schädigung der Arterienwand kommt und der entzündliche Prozess erst dann beginnt.

Darüber hinaus wissen Experten, dass einige Faktoren die spontane Koronardissektion begünstigen, wie zum Beispiel ein Thoraxtrauma, Atherosklerose, die Einnahme oraler Kontrazeptiva und damit verbundene Krankheiten wie Polyarteritis nodosa und Lupus. Die Symptome stimmen mit denen eines Herzinfarkts überein.

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Spontane Koronardissektion: Diagnose und Prognose

Die Diagnose wird klinisch gestellt und wird durch Tests gestützt, die denen ähneln, die ein Arzt zur Beurteilung eines Herzinfarkts anordnet. Dazu gehören unter anderem die Koronarangiographie, der intravaskuläre Ultraschall, die optische Kohärenztomographie und die Computertomographie-Angiographie.

Sobald die Mediziner die akute Phase unter Kontrolle haben, ist die Prognose normalerweise günstig. Die Überlebensrate für die nächsten fünf Jahre liegt bei 95%. Allerdings erkranken bis zu einem Drittel der Patienten in den folgenden 10 Jahren erneut an der Erkrankung.

In wiederkehrenden Fällen tritt die Anomalie häufig an einer anderen Stelle als bei der ursprünglichen Erkrankung auf. Jüngsten Schätzungen zufolge liegt die Sterblichkeitsrate in wiederkehrenden Fällen bei 7,7%.

Berenguer, A., Mainar, V., Bordes, P., Valencia, J., & Arrarte, V. (2003). Disección espontánea de arterias coronarias como causa infrecuente de síndromes coronarios agudos. Revista española de cardiología, 56(10), 1017-1021.