Slow Life: Was beinhaltet dieser Lebensstil und wie kannst du ihn leben?

Slow Life oder das "langsame Leben" ist eine internationale kulturelle Bewegung, die einen entschleunigten Lebensstil fördert, der sich auf das Hier und Jetzt konzentriert. Hier erfährst du alles darüber!
Slow Life: Was beinhaltet dieser Lebensstil und wie kannst du ihn leben?

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Heutzutage ist ein beschleunigter und automatischer Lebensrhythmus vor allem in der westlichen Kultur üblich. Übermäßige Verpflichtungen und Unmittelbarkeit sind an der Tagesordnung. Angesichts dieser ungesunden Realität sind Bewegungen wie Slow Life entstanden, die sich für einen langsameren und entspannteren Lebensstil einsetzen.

Nach dieser Philosophie liegt der Schlüssel zu Glück und Wohlbefinden darin, Gewohnheiten zu bevorzugen, die ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist sowie die ganzheitliche Entwicklung der Person fördern. Dazu gehört zum Beispiel, mehr Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen, sich körperlich oder geistig zu betätigen, Reisen zur Entspannung zu unternehmen und sich Zeit zum Ausruhen zu nehmen. Schauen wir uns das genauer an.

Was ist Slow Life?

Slow Life bedeutet wörtlich übersetzt “langsames Leben” und bezieht sich auf eine internationale kulturelle Bewegung, die einen entschleunigten Lebensstil fördert. Dabei werden grundlegende Aspekte des täglichen Lebens wie Ruhe, Kommunikation, Essen, das Hier und Jetzt und gesunde persönliche Beziehungen in den Vordergrund gestellt.

Der grundlegende Ansatz des Slow Life ist, dass das derzeitige Lebenstempo, vor allem in der westlichen Kultur, unhaltbar und ungesund ist. Es herrscht eine absolute Priorisierung der Arbeit gegenüber anderen Aspekten des Lebens, ein zügelloses Konsumverhalten, das uns an nichts mehr denken lässt, und eine allgemeine Schwierigkeit, unsere Existenz in vollen Zügen zu genießen.

Slow Life bedeutet jedoch nicht, faul zu sein oder wenig zu arbeiten. Langsam leben bedeutet einfach, das Leben anders anzugehen, die Hektik, die unser tägliches Leben beherrscht, beiseite zu lassen und jede Handlung, jeden Moment und jeden Menschen zu genießen.

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Wie ist diese Bewegung entstanden?

Die Slow-Life-Bewegung entstand in den späten 1980er-Jahren in Italien als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung von Fast-Food-Ketten in diesem Land. Der Soziologe Carlo Petrini rebellierte gegen die Eröffnung einer MacDonald’s-Filiale in Rom und begründete die Slow-Food-Bewegung, die eine Rückbesinnung auf die traditionellen Werte der Gastronomie vorschlägt.

Das bedeutet Respekt vor natürlichen Produkten, den Verzehr von biologischen und unverarbeiteten Lebensmitteln, die Bevorzugung lokaler und saisonaler Produkte und die Nachhaltigkeit aller Prozesse, die mit unseren Lebensmitteln zusammenhängen.

Slow Food steht auch für bewusstes Essen, d. h. sich die Zeit zu nehmen, das Essen zu genießen, innezuhalten und die Aromen, Farben und Beschaffenheit jedes Bisses zu würdigen. Kurz gesagt, es geht um eine befriedigendere und erfüllendere Erfahrung, die mit jeglicher Art von Eile unvereinbar ist.

Seit ihrer Gründung hat die Slow-Food-Bewegung immer mehr Anhänger/innen gewonnen und zählt heute Tausende von Anhänger/innen auf der ganzen Welt. Außerdem breitete sich das Slow-Konzept schon bald nach seiner Entstehung auf andere Bereiche wie Arbeit, Tourismus, Bildung, Sex und Mode aus.

Heute gibt es auf allen Kontinenten Slow Cities, die für einen langsamen Lebensstil eintreten, Märkte mit Bioprodukten, nachhaltige Gebäude und Restaurants mit eigenem Gemüsegarten haben.

Es gibt sogar eine spezielle Website, auf der erklärt wird, was diese Städte ausmacht und welche Prinzipien sie befolgen. In Deutschland zum Beispiel gibt es mehr als zwanzig Städte und Gemeinden, die diesen Lebensstil praktizieren. Einige von ihnen sind Bad Essen, Bad Schussenried, Bischofsheim in der Rhön und Penzlin.

All diese langsamen Praktiken sind das, was man heute als Slow Life bezeichnet. Die Prägung dieses Begriffs wird in der Regel dem kanadischen Journalisten und Schriftsteller Carl Honoré zugeschrieben, dem Autor des Buches In Praise of Slowness.

Slow Life - Hektik in der Großstadt
In den Städten herrscht aufgrund der unterschiedlichen Berufe ihrer Bewohner/innen meist ein beschleunigtes Lebenstempo.

9 Schlüssel zur praktischen Umsetzung der Slow-Life-Philosophie

Langsames Leben ist ein hervorragender Weg, um das Leben mehr zu genießen und vom Stress wegzukommen. Die Umsetzung kann jedoch eine ziemliche Herausforderung sein, da wir so sehr an beschleunigte Rhythmen und ein Übermaß an Verpflichtungen gewöhnt sind.

Dennoch ist es nicht unmöglich. Idealerweise sollte man damit beginnen, langsame Gewohnheiten schrittweise in die eigene Routine zu integrieren. Hier sind ein paar einfache Richtlinien, die dir dabei helfen.

1. Sei dir des gegenwärtigen Moments bewusst

Wie wir bereits gesagt haben, ist das Slow Life nicht gleichbedeutend mit einem Mangel an Aktivität, also sollte es nicht als Müßiggang oder Faulheit verstanden werden.

Vielmehr geht es darum, sich des Hier und Jetzt bewusst zu werden und sich auf das zu konzentrieren, was wir in jedem Moment tun, ohne Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft.

Eine der effektivsten Techniken, um zu lernen, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren, ist Achtsamkeit. Wenn du diese Übung in deine tägliche Routine aufnimmst, wirst du feststellen, dass sich die Art und Weise, wie du jeden Moment wahrnimmst und wertschätzt, verändert.

2. Genieße die Natur

Der Kontakt mit der Natur lädt uns ein, langsamer zu werden und ihre Erhabenheit zu betrachten. Es ist sogar erwiesen, dass natürliche Umgebungen unser allgemeines Wohlbefinden steigern.

Du musst aber nicht die Stadt verlassen und auf dem Land leben, um die Natur zu genießen. Wir können uns mit ihr verbinden, indem wir durch die Grünflächen in unserer Umgebung spazieren gehen oder in der Natur Sport treiben.

3. Slow Life: Verbinde dich mit den Menschen um dich herum

Die Hektik des Lebens und die zunehmende Verbreitung sozialer Netzwerke machen die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht und den echten Kontakt mit den Menschen um uns herum immer schwieriger.

Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Beziehungen wertschätzen, Momente der Begegnung ermöglichen und dafür sorgen, dass die Auswirkungen unseres Lebens auf den Rest der Gemeinschaft positiv sind. Die Grundpfeiler hierfür sind Kommunikation und Zuhören.

4. Vermeide den Konsumismus

Der Konsumismus macht uns glauben, dass wir bestimmte Produkte unbedingt brauchen, um glücklich zu sein, während wir in Wirklichkeit nur wenige materielle Dinge brauchen, um diesen Zustand zu erreichen.

Um ein langsames Leben zu entwickeln, müssen wir uns selbst kennen, unser Leben analysieren und darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein. Mit anderen Worten: Diese Bewegung lädt uns dazu ein, bewusste Konsumenten zu sein, die sich nur das anschaffen, was sie brauchen, und die Verantwortung für die Umwelt übernehmen.

5. Nutze die Technologie, um dein Leben einfacher zu machen

Es sei darauf hingewiesen, dass die Slow-Life-Bewegung nicht gegen die Technologie ist. Im Gegenteil, sie befürwortet ihren Einsatz, solange sie uns hilft, ein erfüllteres, glücklicheres und nachhaltigeres Leben zu führen. Idealerweise sollten wir technologische Geräte als Mittel oder Werkzeug nutzen und nicht als Selbstzweck.

6. Slow Life: Praktiziere langsames Essen als Teil eines langsamen Lebens

Wenn du isst, solltest du es genießen. Kaue gut und lasse dir das Essen ganz bewusst schmecken. Vermeide es zu essen, während du auf dein Handy oder deinen Computer schaust, und versuche, diesen Moment mit anderen Menschen zu teilen.

Auf diese Weise wirst du nicht nur mit den Menschen um dich herum in Kontakt kommen. Denn auch dein Körper wird das Sättigungssignal schneller verarbeiten, was dir helfen kann, dein Gewicht zu halten oder abzunehmen. Außerdem wirst du dir bewusster machen, was du konsumierst.

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7. Ausgleich von Stress durch Entspannung

Wir wissen, dass es sehr schwer sein kann, Verpflichtungen loszulassen. Dennoch kann man Arbeitsspitzen und extreme Arbeitsbelastung ausgleichen, indem man sich Raum für Aktivitäten schafft, die Entspannung ermöglichen.

Gehe zum Beispiel joggen, praktiziere Yoga, lies, bastle oder gehe spazieren. Wichtig ist, dass du dir Hobbys suchst, die dich dazu einladen, innezuhalten, mit dir selbst in Kontakt zu treten und nachzudenken.

Slow Life - Frau liest
Lesen schafft einen Raum der Entspannung und Ruhe, der uns hilft, das Leben im im langsamen Modus zu leben.

8. Slow Life: Vermeide Multitasking

Multitasking wird oft mit Produktivität und Effektivität in Verbindung gebracht. In Wirklichkeit ist unsere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit jedoch begrenzt.

Deshalb schadet Multitasking nur unserer Leistung. Es führt zu Frustration und Stress.

Deshalb raten wir dir, immer nur eine Sache zu tun und zwischen den Aufgaben kurze Pausen einzulegen. So kannst du dich besser auf das konzentrieren, was du tust, und dein Energieniveau über den Tag hinweg erhalten.

9. Plane deinen Tag

Um das Gefühl von Zeitmangel zu vermeiden, solltest du im Idealfall in der Lage sein, deinen Tag zu planen. Dabei solltest du deine Erwartungen an die Aktivitäten, die du angehen willst, niedrig ansetzen, da immer wieder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die dazu führen, dass du deine Agenda ändern musst.

Außerdem solltest du bei dieser Planung einen Raum für die Dinge reservieren, die du gerne machst und die es dir ermöglichen, dich von den Verpflichtungen zu lösen. Nur so kannst du dich gut und ausgeruht fühlen.

Slow Life: Ein Weg, um glücklicher zu sein?

Diejenigen, die diesen Lebensstil praktizieren, sagen, dass das Slow Life ihnen geholfen hat, glücklicher zu sein. Es erfordert, das Leben zu bremsen, sich neu zu orientieren und mit viel klareren Vorstellungen und Zielen vorwärts zu gehen.

Wenn du dich also erfüllter fühlen willst, wäre die Praxis des Slow Life ein guter Ausgangspunkt. Bist du bereit dafür?

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