Posteriore kortikale Atrophie: Diagnose und Behandlung

13 Juni, 2020
Kortikale Atrophie oder Hirnatrophie bezeichnet den allmählichen Verlust von Hirnsubstanz. In diesem Artikel sehen wir uns an, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmethoden es gibt.

Die posteriore kortikale Atrophie ist eine neurodegenerative Störung, die das
Sehvermögen schädigen kann. Heute untersuchen wir die Symptome und die möglichen Behandlungsmethoden dieser Störung.

Die posteriore kortikale Atrophie kann die Sehfähigkeit komplett oder teilweise schädigen. Darüber hinaus leidet der Betroffene im Normalfall an Gedächtnisverlust. Meist wird diese Störung erst spät diagnostiziert, denn Betroffene glauben anfangs, an Sehproblemen zu leiden. Daher suchen sie in der Regel erst einen Augenarzt anstatt eines Neurologen auf, was meist erst viel später geschieht.

Deshalb ist es sehr wichtig, die Symptome zu kennen um bei Verdacht eine möglichst schnelle Diagnose erhalten zu können. Erfahre anschließend mehr darüber.

Phasen der posterioren kortikalen Atrophie

Patient mit kortikaler Atrophie

Die Entwicklung der Atrophie beginnt auf Augenebene und breitet sich später auf das Gedächtnis und die kognitiven Funktionen aus.

Diese Störung entwickelt sich in verschiedenen Phasen, die an bestimmten Symptomen zu erkennen sind. Solltest du diese Anzeichen feststellen, musst du so schnell wie möglich einen Neurologen konsultieren. Je früher du zum Arzt gehst, desto früher kann der Arzt mit einer möglichen Behandlung beginnen.

  • Graduelles und langsames Auftreten von Sehproblemen: Der Patient kann zu einem bestimmten Zeitpunkt Schatten sehen oder auch das Sehvermögen teilweise verlieren. Dieser Schaden ist so progressiv und langsam, dass er schwierig zu bemerken ist. Normalerweise wird er erst bemerkt, wenn sich sein Zustand bereits verschlimmert hat.
  • Fehlen einer ophthalmologischen Pathologie: Wenn der Patient einen Augenarzt aufsucht, wird der Spezialist keine Pathologie vorfinden, durch welche diese Sehstörungen generiert wurden. Das führt dazu, dass der Patient weiterhin ein normales Leben führt, bis sich die Symptome schließlich verschlimmern.
  • Kleine Gedächtnisverluste: Je mehr sich die Störung verschlimmert, desto schwieriger ist es, diese kleinen Gedächtnisverluste zu bemerken. Mit fortschreitender Krankheit werden sie jedoch schlimmer werden.
  • Beginn von Demenz: Der Patient wird einen Hypometabolismus und eine Hypoperfusion aufzeigen. Diese Symptome können anhand eines Tests erkannt werden. Auch bildgebende Verfahren sind für die Diagnose sehr wichtig. Demenz tritt auf, wenn die Krankheit in einem ziemlich fortgeschrittenen Stadium ist.

Diagnose der kortikalen Atrophie

Wie wir gesehen haben, ist die Symptomatologie einer superioren kortikalen Atrophie sehr langsam und progressiv. Wenn der Patient den Neurologen besucht, ist es oft bereits zu spät. Wenn du eine Sehstörung und leichte Gedächtnisprobleme bemerkst, solltest du dich rasch untersuchen lassen!

Tests zur Diagnose der kortikalen Atrophie

Der erste Test, um eine posteriore kortikale Atrophie diagnostizieren zu können, besteht in einer Blutuntersuchung. Damit können z.B.  ein Vitaminmangel und andere Daten analysiert werden. Im Anschluss führt der Arzt eine weitaus komplettere augenärztliche Untersuchung durch als dies beim Augenarzt üblich ist.

Diese Tests zur Erstellung einer ordnungsgemäßen Diagnose reichen noch lange nicht aus.  Um jeden Zweifel auszuräumen, führen die Spezialisten neurologische Tests, einschließlich einer Magnetresonanztomographie (MRT) und einer Computertomographie (CT), durch. Erst wenn alles darauf hindeutet, dass wir einen Fall von posteriorer kortikaler Atrophie vor uns haben, beginnt die entsprechende Behandlung.

Behandlung

Patient mit kortikaler Atrophie spielt Schach

Spiele und verschiedene Therapien können helfen, die Entwicklung der Krankheit hinauszuzögern und die Symptome der Atrophie zu mindern.

Nach der Diagnose der posterioren kortikalen Atrophie stehen zwei Behandlungsmethoden zur Verfügung. Keine von ihnen führt zu einer vollständigen Heilung dieser Störung. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine degenerative Krankheit.

  • Einnahme von Medikamenten: Sie werden verwendet, um die Symptome zu behandeln, die bei Patienten auftreten können, die unter dieser Störung leiden. Die Medikamente reduzieren Angstzustände. Im Falle, dass der Patient unter Depressionen leidet, können die Medikamente ihren Zustand ebenfalls verbessern.
  • Therapie: Der Patient kann sich einer kognitiven Therapie unterziehen, um die die noch vorhandenen kognitiven Fähigkeiten zu erhalten und deren Verlust zu verzögern. Ebenfalls kann Physiotherapie unter diesen Umständen eine große Hilfe sein.

Beide Maßnahmen bezwecken, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Das Ziel ist es, die Verschlechterung von Fähigkeiten und Fertigkeiten hinauszuzögern. Ebenfalls soll durch diese Behandlungen die Verbesserung der Angstzustände und Depressionen, die durch diese Krankheit hervorgerufen werden, erreicht werden.

Eine frühe Diagnose macht den Unterschied

Du weißt jetzt über die Symptome der posterioren kortikalen Atrophie Bescheid. Vergiss nicht, wie wichtig es ist, bei den ersten Anzeichen eine gründliche ärztliche Untersuchung einzuleiten. Eine rasche Behandlung kann die Folgen dieser Krankheit hinauszögern.

Zögere nicht, einen Spezialisten aufzusuchen, auch wenn deine Symptome vielleicht nicht allzu alarmierend sind. Kennst du jemanden aus deinem Umfeld, bei dem kortikale Atrophie festgestellt wurde?

  • Caixeta, Leonardo Ferreira, Taleb, Alexandre Chater, Ghini, Bruno Galafassi, Soares, Vânia Lúcia Dias, Caixeta, Victor de Melo, & Vargas, Ciro. (2013). Posterior cortical atrophy – a prototypical case of dementia beginning with visual symptoms: case report. Arquivos Brasileiros de Oftalmologia76(5), 314-316.
  • Carvajal Castrillón, Julián, Aguirre, Daniel Camilo, & Lopera, Francisco. (2010). Perfil clínico y cognitivo de la atrofia cortical posterior y sus diferencias con la enfermedad de Alzheimer esporádica tardía y familiar precoz. Acta Neurológica Colombiana26(2), 75-86. Retrieved March 31, 2019, from http://www.scielo.org.co/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0120-87482010000200004&lng=en&tlng=es.
  • Custodio, N., Alva-Diaz, C., Becerra-Becerra, Y., Montesinos, R., Lira, D., Herrera-Pérez, E., … & Valeriano-Lorenzo, E. (2016). Rendimiento en pruebas cognitivas breves, de adultos mayores con demencia en estadios avanzados, residentes de una comunidad urbana de Lima, Perú. Revista Peruana de Medicina Experimental y Salud Pública33, 662-669.