Melatonin-Überdosierung: Auswirkungen und Empfehlungen

Melatonin wird zwar auf natürliche Weise im Körper produziert, es gibt aber auch synthetische Verbindungen, die Melatonin enthalten. Warum sollte man eine Überdosierung vermeiden?
Melatonin-Überdosierung: Auswirkungen und Empfehlungen
Maryel Alvarado Nieto

Geschrieben und geprüft von der Medizinerin Maryel Alvarado Nieto.

Letzte Aktualisierung: 22. September 2022

Eine Melatonin-Überdosierung kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Dieses Hormon wird natürlich in der Zirbeldrüse produziert und ist am zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Das bedeutet, dass seine Ausschüttung den Schlafrhythmus beeinflusst.

Aus diesem Grund ist es auch als Medikament erhältlich, da es ein Hilfsmittel bei Schlafstörungen ist. Und obwohl es als relativ sicheres Medikament gilt, gibt es einige unerwünschte Wirkungen, die man vor der Einnahme beachten sollte, um eine Melatonin-Überdosierung zu vermeiden.

Wie wird Melatonin hergestellt?

Das Hormon wird aus einem Vorläufermolekül, dem Serotonin, synthetisiert. Dieses wird durch die Wirkung von Enzymen verändert. Im Allgemeinen wird seine Ausschüttung durch Neuronen im Hypothalamus reguliert, die angeben, wann und in welcher Menge es produziert wird.

Diese Neuronen wiederum werden durch Zellen in der Netzhaut stimuliert, die bei Abwesenheit von Licht aktiviert werden. Daher erfolgt die maximale Ausschüttung bei völliger Dunkelheit.

Melatonin-Überdosierung - Person nimmt ein Medikament ein.
Die synthetische Form von Melatonin kommt zur Behandlung von Schlafstörungen zum Einsatz.

Wofür wird es verwendet?

Obwohl der Nutzen der Substanz theoretisch breit gefächert ist, sind die Studien, die ihren Einsatz rechtfertigen, meist nur von geringem Umfang. Das hat dazu geführt, dass Melatonin nicht ausreichend für die Behandlung verschiedener Schlafstörungen anerkannt ist.

Darüber hinaus herrscht auch keine Einigkeit darüber, ab welchem Alter es zum Einsatz kommen kann. Trotzdem wird Melatonin oft unter bestimmten Bedingungen verschrieben, wie zum Beispiel bei den folgenden:

  • Schlaflosigkeit
  • Störungen der Schlafphasen
  • Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Schlaf-Resynchronisation bei Schichtarbeit
  • Jetlag
  • Einige Demenzerkrankungen, wie die Alzheimer-Krankheit
  • Synchronisation des zirkadianen Rhythmus bei blinden Patienten

Neben der spärlichen Dokumentation über seine Verwendung werden auch Fehler bei der Verschreibung von Melatonin beschrieben. Zum einen, weil das Personal in der Primärversorgung nur unzureichend über Schlafstörungen geschult ist.

Zum anderen, weil es die Substanz in zwei verschiedenen Darreichungsformen gibt: als schnell wirkendes Medikament und mit verlängerter Wirkstofffreisetzung. Beide haben bestimmte Indikationen, die nicht immer ausreichend Beachtung finden.

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Melatonin-Überdosierung und ihre Auswirkungen

Die Überdosierung von Melatonin ist einer der häufigsten Fehler bei der Einnahme dieser Substanz. In der Hoffnung auf eine bessere Wirkung neigen manche Menschen zu einer übermäßigen Verwendung.

Da Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft wird, wird es oft auf Empfehlung von Personen eingenommen, die dafür nicht qualifiziert sind. Allerdings sollte man sich darüber bewusst sein, dass es sich um ein Molekül mit Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem handelt. Daher sollte die Einnahme nur unter professioneller Aufsicht erfolgen.

Darüber hinaus gibt es bisher kaum Dokumentationen über eine Melatonin-Überdosierung. Im Allgemeinen gilt Melatonin als relativ sicher, da nur wenige unerwünschte Wirkungen beschrieben wurden, die in der Regel nicht schwerwiegend sind.

Es gibt auch keine empfohlene Tageshöchstdosis, aber in der üblichen Praxis werden zwischen 1 und 10 mg pro Tag verschrieben, immer unter Berücksichtigung des Alters des Patienten und der zu behandelnden Erkrankung.

Nebenwirkungen

Obwohl die Literatur zu diesem Thema spärlich ist, wurden einige unerwünschte Wirkungen aufgrund einer Melatonin-Überdosierung beschrieben. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um vorübergehende Symptome, die nicht schwerwiegend sind und sich nach Absetzen des Präparats verbessern.

Dennoch ist die Dokumentation einiger klinischer Symptome, die als schwerwiegender eingestuft werden, für Patienten und Angehörige oft besorgniserregend, sodass es wichtig ist, die Häufigkeit solcher Symptome zu klären.

Besteht bei der Einnahme von Melatonin ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle?

Einige Experten befürchten, dass Melatonin vor allem bei Kindern Krampfanfälle auslösen kann. Diese Befürchtung geht auf eine Studie zurück, in der sechs pädiatrische Patienten – mit erheblichen neurologischen Problemen – mit Melatonin behandelt wurden und vier von ihnen über Krampfanfälle berichteten.

Der größte Schwachpunkt dieses Ergebnisses ist, dass die zugrundeliegenden Hirnläsionen die Ursache für den Anfall gewesen sein könnten und nicht das Medikament. Außerdem war die untersuchte Population klein, sodass es sich nicht um eine signifikante Stichprobe handelt. Daher ist noch weitere Forschung erforderlich.

Darüber hinaus erschweren andere Forschungen, die zu gegenteiligen Ergebnissen kamen, eine abschließende Schlussfolgerung zu dieser Theorie. Diese Berichte beschreiben Verbesserungen der epileptogenen Aktivität bei Patienten, die Melatonin verwenden. Daher sollte die Entscheidung über den Einsatz von Melatonin immer in den Händen von Spezialisten liegen.

Melatonin-Überdosierung: Erhöhte Schläfrigkeit

Hohe Dosen haben bei Patienten zu erhöhter Schläfrigkeit geführt. Allerdings kommen derartige Mengen in der Regel nicht in der Allgemeinbevölkerung zum Einsatz. Im Gegensatz dazu führt die regelmäßige Einnahme einer angemessenen Dosis zu einer Synchronisierung des Schlaf-Wach-Zyklus, wodurch sich das Schlafverhalten und die Wachsamkeit während des Tages verbessern.

Zur Erzielung dieser Ergebnisse ist es notwendig, eine genaue Diagnose zu stellen, um eine wirksame Behandlung zu ermöglichen.

Weitere unerwünschte Wirkungen, die bei der Einnahme von Melatonin auftreten können

Darüber hinaus sind weitere Nebenwirkungen der Einnahme des “Schlafhormons” dokumentiert worden, die jedoch in der Regel selten auftreten und sich im Laufe der Zeit ohne größere Bedeutung zurückbilden. Diese Symptome werden als unbedeutend angesehen, da sie keine Bedrohung für den Patienten darstellen.

Wenn es allerdings zu intensiveren Beschwerden kommt, verbessern sich diese Nebenwirkungen durch das Absetzen des Medikaments. Zu diesen unerwünschten Wirkungen gehören die folgenden:

  • Kopfschmerzen
  • Desorientiertheit
  • Unterleibsschmerzen
  • Hautausschläge
Melatonin-Überdosierung - Frau mit Kopfschmerzen
Eine Melatonin-Überdosierung kann Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schwindel und Desorientierung auslösen.

Empfehlungen

Die Regulierung des Schlafverhaltens ist der Hauptgrund für den Einsatz von Melatonin. Es gibt eine Reihe von Situationen, die die nächtliche Ruhe stören und an denen man arbeiten kann, um eine Übermedikation zu vermeiden. Letztendlich ist jedoch die Beurteilung durch geschultes Personal die wichtigste Maßnahme, um zu entscheiden, ob eine Melatonin-Behandlung die beste Option ist.

Oft lässt sich die Qualität der Nachtruhe durch rechtzeitige Verbesserungen der Schlafhygiene regulieren, da Störungen auf schlechte Gewohnheiten zurückzuführen sind. Unter diesen Empfehlungen sind die folgenden hervorzuheben:

  • Gehe jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett.
  • Dunkle den Raum vollständig ab.
  • Vermeide Ablenkungsquellen wie elektronische Geräte im Schlafzimmer.

Der ideale Zeitpunkt für die Einnahme von Melatonin hängt vom Zweck der Einnahme ab. Daher solltest du dich an die Empfehlungen eines Arztes/einer Ärztin halten, der/die Erfahrung im Umgang mit diesem Nahrungsergänzungsmittel hat.

Es gibt nämlich Fälle, in denen die Indikation für die Einnahme am Tag gilt, während sich die Einnahme in anderen Fällen auf die Nacht beschränkt. Die Dosis kann bis zu 300 mg betragen, ohne dass es zu schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen kommt. Allerdings kommen in der Regel niedrigere Dosen zum Einsatz.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme von Melatonin

Es ist wichtig, dass die Einnahme von Melatonin unter ärztlicher Aufsicht erfolgt. Idealerweise sollten diese Empfehlungen von einem Facharzt/einer Fachärztin kommen, da diese über mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Grunderkrankungen geboten, z. B. bei Autoimmunerkrankungen, hämatologischen Störungen, Asthma, Diabetes und Epilepsie.

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