Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauche ich es am meisten

· 8 April, 2016
Obwohl jede Beziehung mal ein Hoch, mal ein Tief erfährt, ist es doch unverzichtbar, immer für den Anderen da zu sein. Wir sollten unseren Partner so gut es geht unterstützen, egal welche Umstände uns umgeben

Umarme mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, wenn ich mich allein fühle und glaube, dass meine Welt gerade untergeht. Denn das ist der Moment, in dem ich dich am meisten brauche, weil nur du aus den Trümmern mein Glück wieder aufbauen kannst.

Wir alle machen Fehler, aber ich verdiene mein Glück und das Leben verdient den Aufwand, gelebt zu werden. Das ist es, was uns die unvoreingenommene Unterstützung des Partners mitteilt.

Wenn du dich schon einmal so gefühlt hast, dann weißt du auch, was diese Unterstützung in demjenigen bewirken kann, der gerade in der Dunkelheit unterzugehen droht.

In vielen Situationen kämen wir allein nur sehr mühevoll wieder auf die Beine und genau in diesen Situationen, in schwierigen Momenten, da brauchen wir unseren Partner besonders.

Es sind auch diese Zeiten, in denen sich herauskristallisiert, welche Persönlichkeiten uns wirlich umgeben und wie glücklich wir über diese Partnerschaft sein können.

Wir laden dich heute dazu ein, mit uns über dieses Thema zu reflektieren.

Schenke mir Blumen nicht nur wenn ich es verdiene

Unterstütze mich, wenn ich es am wenigsten verdiene

Wir alle machen Fehler, sind manchmal ungeschickt und plump, und das gilt für sämtliche Lebensbereiche. Und je nachdem, in welchem Zusammenhang diese Fehler begangen werden, können sich daraus recht schwerwiegende Probleme und Leid entwickeln.

Natürlich muss es auch eine Grenze geben, nicht alles darf vergeben werden. Liebe bedeutet nicht, bedingungslos zu verzeihen. In einer Beziehung muss einer der Partner bereit sein, den Fehler zu vergeben, der andere muss willens sein, diese Vergebung auch anzunehmen – erst dann kann man einen Schritt nach vorn gehen.

Aber es gibt natürlich auch Situationen, in denen das Problem gar nicht beide Partner betrifft, sondern nur eine einzelne Person. Für letztere mag die Hürde so groß erscheinen, dass sie glaubt, sie allein nicht überwinden zu können.

In solchen Situationen sind wir auf die Unterstützung des Partners angewiesen, hoffen darauf, dass er uns versteht und unsere zerbrochene Welt wieder heilt. Diese Hilfe sollte in einer gesunden Beziehung nicht davon abhängen, dass der Partner mit der initialen, fehlerhaften Entscheidung einverstanden war.

Die persönlichen Krisen

Wir alle durchleben Krisen, Erfolge, Verluste, Gewinne und Niederlagen. Auch die Partnerschaft an sich kann durch derartige Phasen gekennzeichnet werden und bedarf dauerhafter Bemühungen beiderseits, um den Partnern zum Glück zu verhelfen.

Dabei kann die Beziehung auch nicht isoliert betrachtet werden, denn Probleme mit Familienmitgliedern, Freunden und anderen Menschen, im Studium, auf der Arbeit und überhaupt in sämtlichen Lebensbereichen beeinflussen die Partner.

Eine persönliche Krise kann daher ihren Ursprung in einem Konflikt mit einem Arbeitskollegen haben, sich aber auf die Beziehung auswirken. Es kommt auch nicht selten vor, dass einer der Partner eine Zeitlang einem Familienmitglied Priorität vor einem gemeinsamen Projekt einräumt – und dafür sollte er in bestimmtem Maße das Verständnis seines Partners erwarten können.

Dabei sind es gerade diese Situationen, die eine Beziehung auf die Probe stellen. Ist man denn auch bereit, gemeinsam durch schlechte Zeiten zu gehen? Kann ich es verkraften, für eine Weile nicht die oberste Priorität meines Partners zu sein?

An Liebe mangelt es hier oft nicht, aber dennoch baut sich eine Distanz auf. Wenn man in der Lage ist, dies zu erkennen, dann ist das schon viel wert.

Manchmal schaffen wir unsere Probleme auch selbst, in dem wir uns unrealistische Ziele setzen – Denk daran, dass du nicht die ganze Welt glücklich machen kannst

Der hohe Wert der Vergebung

Wie wir zu Beginn schon erwähnt haben, ist es weder leicht, zu vergeben, noch, Vergebung zu akzeptieren. Letzteres wird besonders dann zum Problem, wenn wir uns selbst bestrafen wollen, weil wir einen Fehler gemacht und Leid verursacht haben.

„Wenn du mir vergibst, obwohl ich es nicht verdiene, dann kann ich mit dir auch einen Weg finden, meine Wunden zu heilen und mein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen.“

Wie können wir aber Vergebung erreichen?

Denk daran, Liebe verzeiht nicht alles. Untreue, beispielsweise, ist einmal begangen und kann nie wieder rückgängig gemacht werden. Sie wird die Beziehung verändern. Wir sollten auch wissen, welche Themen für unseren Partner ein „rotes Tuch“ darstellen.

Egoismus, Manipulation durch Lüge und Betrug – das sind Dinge, die oft nicht vergeben werden.

Wenn es sich aber um eine persönliche Krise handelt, die nurmehr auf die Beziehung projiziert wurde, weil wir mit uns selbst unglücklich waren, dann wird uns sehr wahrscheinlich vergeben. Das sind die Momente, in denen wir auf den Partner, der uns liebt, zählen können. Er hilft uns dann, den Weg aus der Krise zu finden.

Vergebung ist eine sehr mutige Tat. Sie nimmt von beiden Leid, von dem, der vergibt, und auch von dem, dem vergeben wird. Sie stärkt die zwischenmenschliche Beziehung und lässt beide an ihr wachsen.

„Ich akzeptiere den Fehler, den du gemacht hast. Ich verstehe dich und ich befreie dich von dieser Schuld, damit wir gemeinsam in Richtung Zukunft gehen können.“

Vergebung dient dazu, Phasen abzuschließen und der Vergangenheit zuzuordnen. Es gilt dann, neue Wege zu erkunden.

Ich verdiene eine Umarmung

Wenn meine Welt zusammenstürzt und du sie wieder aufbaust

Uns muss klar sein, dass eine Beziehung an sich kein Vertrag ist, der unverändert bis in alle Ewigkeit bestehen wird. Wie das in allen Lebensbereichen der Fall ist, durchleben wir auch hier Phasen, schließen Etappen ab, nehmen neue Herausforderungen an. Wie bei allem im Leben gilt, aus Fehlern zu lernen, um es in Zukunft besser zu machen.

Wenn einer der beiden Partner fällt, dann obliegt es dem anderen, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Partnerschaft fortbestehen kann. Wenn die Partner lernen, wie Architekten an ihrer Beziehung zu arbeiten, Tag für Tag Details zu verbessern, dann ist dort kein Platz für Egoismus.

Aber niemand muss sich dauerhaft verantwortlich für den Partner fühlen. Es geht darum, ihn zu unterstützen, ihm zu zeigen, wie er aus eigener Kraft wieder aufstehen kann. Diese Unterstützung darf allerdings nicht darin bestehen, sich selbst, seine Bedürfnisse und seine sozialen Kontakte ganz dem Partner unterzuordnen.

Vielmehr sollten beide in der Lage sein, ihren eigenen Weg zu gehen und viele Brücken zum anderen zu bauen. Mit vereinten Kräften.

Herz an der Leine

Wir möchten zum Abschluss noch einmal klarstellen, dass es nicht immer einfach ist, zu vergeben. Wenn die Liebe zwischen beiden stark genug ist, dann können viele Hürden überwunden werden. Aber die Entscheidung darüber, welche Fehler vergeben werden können, ist doch immer eine sehr persönliche Angelegenheit.

Dinge, die du vergibst, muss dein Partner nicht vergeben.

Zudem ist jede Partnerschaft einzigartig, spricht ihre eigene Sprache. Die Unterstützung, die in schwierigen Zeiten gegeben wird, ist sicher einer der Grundpfeiler einer dauerhaften Beziehung. Denn sie stärkt die Bindung zwischen den Partnern. Vielleicht erlaubt eine derartig starke Beziehung auch das Überwinden noch höherer Hürden.

Arbeite deshalb an deinem Selbstwertgefühl, wisse, was du wert bist. Sei dir sicher, dass du deine eigene und die Liebe deines Partners verdienst. Denn so ein starkes Herz erkennt auch, wofür es sich lohnt, zu kämpfen.

Zwar gibt es kein Patentrezept für eine glückliche Beziehung, doch aber ein paar Dinge, an denen man sich orientieren kann – 10 Gewohnheiten von Partnern in einer glücklichen Beziehung