Leistenzerrungen: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Leistenzerrungen treten recht häufig bei Menschen auf, die ein anspruchsvolles Training absolvieren. In diesem Artikel erfährst du, was du zur Vorbeugung tun kannst.
Leistenzerrungen: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Samuel Antonio Sánchez Amador

Geschrieben und geprüft von dem Biologen Samuel Antonio Sánchez Amador.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Eine Leistenzerrung ist ein teilweiser Riss der kleinen Fasern der inneren Oberschenkel-Adduktorenmuskeln. Leistenzerrungen können leicht oder schwer sein. Mit Ruhe und der richtigen Behandlung erholen sich die Patienten in der Regel vollständig.

Diese Verletzung gehört zur Gruppe der Leistenprobleme. Sie tritt u.a. bei sportlichen Aktivitäten, körperlich anstrengenden Tätigkeiten und Unfällen mit Fahrzeugen auf. Wenn du mehr über Leistenzerrungen, ihre Symptome, die Behandlung und vorbeugende Maßnahmen erfahren möchtest, lies einfach weiter!

Wie eine Leistenzerrung entsteht

Wie auf der Kidshealth-Website zu lesen ist, liegt eine Leistenzerrung vor, wenn einer der Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels gedehnt, verletzt oder gerissen wird. Die Muskeln der Oberschenkelinnenseite sind der Pectineus, der Adductor minimus und der Adductor longus, die vom Becken zum Oberschenkelknochen verlaufen, sowie der Gracilis und der Adductor magnus, die vom Becken zum Knie verlaufen.

Die Hopkinsallchildrens.org-Website erklärt die häufigsten Ursachen für diesen Zustand. Hier sind einige von ihnen:

  • Sportarten, die Sprinten, rasante Bewegungen oder plötzliche Richtungswechsel erfordern.
  • Verspannte Muskeln. Muskeln, die nicht richtig aufgewärmt und gedehnt wurden, sind anfälliger für Risse.
  • Schlechte Kondition oder Müdigkeit. Schwache Muskeln sind weniger in der Lage, die Belastungen des Trainings zu bewältigen, und müde Muskeln verlieren einen Teil ihrer Fähigkeit, Energie zu absorbieren.
  • Zu schnelles Wiederaufnehmen von Aktivitäten nach einer Verletzung.

Obwohl Leistenzerrungen in der Regel bei der Ausübung von Sport auftreten, ist dies nicht immer der Fall. Im Allgemeinen kann jede übermäßig aggressive Dehnung eines Muskels oder ein direkter Schlag zu einer derartigen Verletzung führen.

Leistenzerrungen - Mann fasst sich an den Oberschenkel
Wenn du bei einer körperlichen Aktivität Schmerzen im Oberschenkel und in der Leiste verspürst, solltest du eine Pause einlegen.

Die Symptome einer Leistenzerrung

Auf der Website von Rady Children’s heißt es, dass es drei Arten von Leistenzerrungen gibt. Wie du weiter unten sehen wirst, verursacht jede von ihnen unterschiedliche Symptome:

  • Grad 1. Leichte Schmerzen, die sich möglicherweise erst nach dem Training bemerkbar machen, gefolgt von Verspannungen und Druckempfindlichkeit.
  • Grad zwei. Mäßige Schmerzen und ein Spannungsgefühl in der Leiste, zusammen mit leichten Schwellungen und Blutergüssen. Das Gehen kann beeinträchtigt sein und das Laufen kann schwierig sein.
  • Grad drei. Starke Schmerzen, erhebliche Schwellungen und Blutergüsse sowie die Unfähigkeit, die Beine zusammenzudrücken. Das Gehen wird sehr schwierig sein.

Und das sind die häufigsten Symptome von Leistenzerrungen: Schwellungen und Blutergüsse in der Leistengegend, Muskelkrämpfe, Schwäche im betroffenen Bein und gewisse Schwierigkeiten beim Gehen.

Diagnose

Zunächst wird dich dein Arzt oder deine Ärztin fragen, was du getan hast, bevor du den Schmerz verspürt hast, der dich dazu gebracht hat, ihn oder sie aufzusuchen. In der Regel handelt es sich um eine Differentialdiagnose. Das heißt, der Arzt/die Ärztin untersucht den/die Patienten/in, um andere Erkrankungen auszuschließen, wie zum Beispiel eine Sport-Hernie.

Wenn es sich um eine Leistenzerrung ersten Grades handelt, sind weniger als 10 % der Muskelfasern gerissen. Bei Zerrungen zweiten Grades sind 10 bis 90 % der Fasern gerissen. Eine Zerrung dritten Grades bedeutet, dass der Muskel entweder ganz oder nahezu vollständig gerissen ist. Manchmal erfolgt eine MRT-Untersuchung, um das Ausmaß des Risses zu bestimmen.

Behandlung von Leistenzerrungen

Die Behandlung hängt vom Grad der Verletzung ab. Mildere Fälle können mit einer zweiwöchigen Pause ausheilen, während ein kompletter Riss bis zu drei Monate Genesungszeit erfordern kann. In den medizinischen Unterlagen sind einige Richtlinien aufgeführt, die die Patienten befolgen müssen, um sich schnell zu erholen:

  • Ausruhen. Vermeide während des Genesungsprozesses jede Aktivität, die Schmerzen verursacht.
  • Kühlen. Wenn du viermal täglich 15 Minuten lang Eis mit einer kalten Kompresse auf die Leistengegend auflegst, ist dies ein gutes Mittel, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Denke daran, dass du das Eis niemals direkt auf die Haut auftragen solltest.
  • Medikamente. Einige rezeptfreie Medikamente können helfen, leichte bis mittlere Schmerzen zu lindern, z. B. nicht-steroidale Entzündungshemmer.
  • Kompression. Du kannst Kompressionsverbände auf die betroffene Stelle legen, um Schwellungen zu verhindern. Frage deinen Physiotherapeuten oder deine Physiotherapeutin nach den besten Möglichkeiten für dich.
  • Hochlagern, Dehnen und Kräftigen. Eine Reihe von Übungen und Haltungen, die dem betroffenen Muskel helfen, sich zu erholen. Auch hier solltest du einen Fachmann fragen, welche Techniken für dich am besten geeignet sind und wie du sie durchführen kannst.
  • Wärme. Wärme solltest du nur anwenden, wenn du vorhast, wieder körperlich aktiv zu werden.

Im Allgemeinen basiert die Behandlung auf Ruhe, damit sich dein Muskel erholt. Allerdings solltest du nicht aufhören, bestimmte Dehnübungen zu machen, um Muskelschwund zu vermeiden. Achte darauf, dass dein Genesungsprozess in den Händen eines Profis liegt.

Leistenzerrungen - Mann bei einem Physiotherapeuten
Eine professionelle Behandlung der Leistenzerrung ist notwendig, um sicherzustellen, dass sich der Muskel erholt und die Verletzung nicht zu Komplikationen führt.

Tipps zur Vorbeugung von Leistenzerrungen

Manchmal ist es schwierig, derartige Verletzungen zu vermeiden, vor allem wenn du ein Profisportler bist. Bis zu 16 % aller verletzten Fußballspieler gehen wegen einer Leistenzerrung zum Arzt. Auch bei Sportarten wie Hockey, Tennis und Basketball kommen Leistenzerrungen häufig vor.

Die letzten Tipps, die wir mit dir teilen wollen, sind folgende: Dehne dich immer vor dem Training und vermeide Überanstrengung. Wenn du Schmerzen in der Leistengegend verspürst, solltest du ein paar Tage mit dem Sport aufhören und dich um die betroffene Stelle kümmern. Dennoch besteht die beste Behandlung für eine Leistenzerrung zweifelsohne darin, sie einfach zu vermeiden.

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Leistenzerrungen bewusst vorbeugen

Wie du gesehen hast, sind Leistenzerrungen recht häufige Verletzungen, die durch eine Überlastung der Beckenmuskeln bei körperlicher Betätigung entstehen. Wenn du deine Übungen gut planst, dich vor dem Training dehnst und jede Aktivität abbrichst, wenn du Schmerzen spürst, kannst du sie vermeiden.

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