Hyperkaliämie: Was ist das und wie wird diese Störung behandelt?

6 März, 2020
Bei einer Hyperkaliämie sind die Kaliumwerte im Blut erhöht. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in diesem Fall effektiv wirken können. 

Als Hyperkaliämie bezeichnet man eine erhöhte Kaliumkonzentration im Blut. Bei zu niedrigen Werten spricht man von einer Hypokaliämie. Zu hohe Kaliumwerte sind vorhanden, wenn der Wert dieses Elektrolyts bei über 5,5 mmol/L liegt. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Wozu brauchen wir Kalium?

Hyperkaliämie
Kalium spielt eine wesentliche Rolle im Elektrolythaushalt, der den Blutdruck beeinträchtigt.

Das chemische Element Kalium wird im Periodensystem mit dem Buchstaben „K“ abgekürzt. Es handelt sich um ein Makromineral, das wichtige Funktionen übernimmt, sowohl auf muskulärer Ebene als auch im Nervensystem.

Außerdem handelt es sich um ein Elektrolyt, wie auch Calcium oder Chlor. Elektrolyte sind für den Ausgleich für den Druck und die Konzentration von Substanzen im inneren und äußeren der Zellen wichtig.

Die wichtigsten Funktionen von Kalium im menschlichen Organismus sind:

  • Ist an der Entwicklung des Skeletts beteiligt,
  • spielt beim Ausgleich des osmotischen Drucks eine Rolle,
  • ist an der Proteinsynthese beteiligt,
  • ist grundlegend für die Nervenimpulsübertragung
  • und ist an der Muskelkontraktion beteiligt.

Ursachen für eine Hyperkaliämie

Im Allgemeinen kommt es zu erhöhten Werten des Serumkaliums durch eine verminderte Ausscheidung von Kalium über die Nieren. Auch eine gestörte Verschiebung von Kalium außerhalb der Zellen könnte die Ursache dafür sein.

Verschiedene Faktoren begünstigen die Entwicklung einer Hyperkaliämie. Dazu gehören beispielsweise folgende:

  • Erhöhte Einnahme von Kalium über die Ernährung
  • Einnahme bestimmter Arzneimittel, welche die Ausscheidung von Kalium über die Nieren beeinflussen
  • Akute Nierenverletzung
  • Chronische Nephropathie

Eine weitere mögliche Ursache dieser Elektrolytstörung ist eine metabolische Azidose, an der zum Beispiel Patienten mit diabetischer Ketoazidose leiden.

Andererseits spricht man von einer Pseudohyperkaliämie bei einem künstlich erhöhten Kaliumspiegel, der zu einer Hyperkaliämie führen kann. Auslöser ist in diesem Fall meist die verlängerte Anwendung einer Staubinde, oder wenn die Faust bei einer Blutentnahme zu fest zusammengepresst wird.

Außerdem kann eine Thrombozytose zu einer Pseudohyperkaliämie führen, denn in diesem Fall wird bei der Gerinnung das Kalium der Blutplättchen freigesetzt.

Symptome einer Hyperkaliämie

In den meisten Fällen bleiben zu hohe Konzentrationen des Serumkaliums unentdeckt. Durch die Abweichung der Kaliumwerte entstehen keine Symptome, deshalb erkennt man diese in der Regel nur im Rahmen einer systematischen Untersuchung.

Wenn jedoch Symptome vorhanden sind, hängen diese vom Schweregrad der Hyperkaliämie und der Geschwindigkeit ab, mit der diese entsteht. Die ersten Symptome sind normalerweise:

Zusätzlich zu diesen Symptomen kommt es meist zu Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und einer verlangsamten Herzaktivität. 

In ernsten Fällen kann der Patient außerdem an Herzarrhythmien leiden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Herz Kalium benötigt, um sich zusammenziehen zu können und richtig zu funktionieren. Als Arrhythmie bezeichnet man einen gestörten Herzrhythmus, der die Frequenz, die Intensität und die Regelmäßigkeit der Nervenimpulse beeinträchtigt.

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Wie wird die Hyperkaliämie diagnostiziert?

Wie wird die Hyperkaliämie diagnostiziert?
Die häufigste Komplikation infolge einer Hyperkaliämie ist ein beeinträchtigter Herzzyklus.

Diese Elektrolytstörung kann bei der Messung der Konzentration der Serumelektrolyte erkannt werden. Der Arzt führt diese Untersuchung durch, wenn er ein Elektrokardiogramm (EKG) macht und die Ergebnisse Variationen aufweisen.

Patienten mit abweichenden Ergebnissen leiden in der Regel an einer Niereninsuffizienz, einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz, einer Harnwegsobstruktion oder wurden mit ACE-Hemmern (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern) behandelt.

Um eine korrekte Diagnose zu erstellen, führt der Arzt folgende Untersuchungen durch:

  • Messung der Konzentration des Serumkaliums
  • EKG
  • Kontrolle der Medikation
  • Bewertung der Nierenfunktion

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Behandlungsmöglichkeiten

Das Ziel der Therapie ist, die Kaliumwerte im Blut zu reduzieren. Außerdem muss die ursächliche Krankheit behandelt werden. Wenn hyperkaliämische Medikamente die Auslöser sind, gilt es, die medikamentöse Behandlung zu unterbrechen.

Sollte die Konzentration des Serumkaliums nur mäßig erhöht sein, können bestimmte Arzneimittel zur Anwendung kommen, zum Beispiel Kationenaustauscherharze. Der Arzt kann auch Diuretika verschreiben oder eine Dialyse durchführen.

Wenn die Hyperkaliämie Werte von über 6,5 mmol/L erreicht, jedoch das EKG dadurch nicht beeinträchtigt wird, kann die Gabe von Salbutamol oder Natron hilfreich sein. 

Sollten die Werte des Serumkaliums 6,6 mmol/L überschreiten und auch Abweichungen im EKG aufscheinen, besteht der erste Schritt darin, das Herz zu schützen. Der Arzt verabreicht dem Patienten Calciumchlorid, um die Kaliumwerte im Blut zu regulieren.

Bei jedem Verdacht auf eine Hyperkaliämie oder bei Zweifeln solltest du unbedingt deinen Arzt aufsuchen. Nur ein Facharzt kann die entsprechenden Untersuchungen vornehmen und gegebenenfalls eine Therapie einleiten.

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