Häufige Fragen zur Antibabypille

26 März, 2020
Eigentlich ist die Antibabypille recht gut bekannt. Doch trotzdem gibt es immer noch und immer wieder Fragen und Zweifel. So zum Beispiel was die Nebenwirkungen angeht. Und wann man sie absetzen sollte. In diesem Artikel beantworten wir dir die häufigsten Fragen zu diesem Thema.

Die Antibabypille wird umgangssprachlich auch oft einfach als „die Pille“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel. Die am häufigsten verwendeten Pillen sind Kombinationspräparate. Denn sie enthalten Östrogen und Gestagen. Aber es gibt daneben viele weitere Arten.

Diese beiden Hormone verhindern, dass der Eierstock einer Frau während ihres Menstruationszyklus eine Eizelle freisetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Eisprung. Dabei wird der natürliche Hormonspiegel der Frau mit den durch die Antibabypille verabreichten Hormonen kombiniert.

Darüber hinaus ist Gestagen für die Verdickung des Schleims im Gebärmutterhalses verantwortlich. Und dies führt dazu, dass beim Geschlechtsverkehr Spermien nur schwer in die Gebärmutter eindringen können.

Heutzutage ist die Antibabypille wirklich weit verbreitet. Doch trotzdem gibt es immer noch und immer wieder viele Fragen und Zweifel zu ihrer Anwendung und den Nebenwirkungen. Also wollen wir uns in diesem Artikel den häufigsten davon widmen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Antibabypille auftreten?

Allgemein gilt die Pille bei korrekter Einnahme als sehr sicher und die unerwünschten Nebenwirkungen, die sie verursachen kann, sind minimal. Doch natürlich kann auch die Antibabypille, so wie alle Medikamente, unter Umständen durchaus negative Auswirkungen mit sich bringen. Zu den häufigsten zählen:

  • Veränderungen des Menstruationszyklus (Fehlen des Menstruationszyklus oder Zwischenblutungen)
  • Verschlimmerung von Migräne durch die Wirkung von Östrogen
  • Übelkeit
  • Spannungsgefühle in den Brüsten
  • Gewichtszunahme

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit der Bildung von Blutgerinnseln und es kann zu einem Herzinfarkt kommen. Auch zählen erhöhter Blutdruck sowie kardiovaskuläre Ereignisse bei der Einnahme der Pille zu den möglichen Risiken. Doch sind diese sehr selten und treten nur in Ausnahmefällen auf.

Frau hält Blister mit Antibabypillen in der Hand

In den meisten Fällen ist die Einnahme der Antibabypille sicher. Jedoch besteht immer die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen.

In welchem Alter sollte ich die Pille absetzen?

Häufig wird davon ausgegangen, dass es ab einem Alter von etwa 35 Jahren nicht mehr sicher ist, die Pille weiter zu nehmen. Doch muss man dazu sagen, dass dies von dem Lebensstil der jeweiligen Frau abhängt.

So gilt: Auch Frauen, die über 35 Jahre alt sind, können dieses hormonelle Verhütungsmittel weiterhin problemlos einnehmen. Vorausgesetzt sie sind aktiv, rauchen nicht und ernähren sich gesund.

Doch für jene Frauen, die Raucherinnen sind und kein gesundes Leben führen, heißt es: Besser die Antibabypille absetzen. Denn diese ungesunden Gewohnheiten fördern das Auftreten der beschriebenen negativen Nebenwirkungen und können diese noch verschlimmern.

Vielleicht auch interessant für dich: Ernährung für sportlich aktive Frauen

Was sollte ich tun, wenn ich schwanger werden möchte?

Du hast den Wunsch, schwanger zu werden und hast deshalb die Pille abgesetzt? Dann beträgt die durchschnittliche Zeit bis zum erneuten Eisprung etwa zwei Wochen. Also solltest du bei Kinderwunsch die Antibabypille absetzen und bis zum nächsten Eisprung warten. Dann kannst du versuchen, schwanger zu werden.

Falls du bereits während des ersten Zyklus nach dem Absetzen der Pille damit Erfolg hast, wirst du normalerweise keine Periode haben.

Wie wirkt die Antibabypille zur Verhütung einer Schwangerschaft?

Wie bereits erwähnt, liegt die Wirksamkeit dieser Art der Schwangerschaftsverhütung darin, den Prozess der Befruchtung zu unterbrechen, also zu verhindern, dass das Sperma die Eizelle erreicht und sie befruchtet.

Dazu unterdrücken die Hormone in den Verhütungsmitteln nicht nur den Eisprung. Sie verhindern auch, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Auf diese Weise finden die Spermien keine Zellen zur Befruchtung vor und es kann nicht zu einer Schwangerschaft kommen.

Frau hält Blister mit Antibabypille in der Hand

Die Antibabypille ist eine der wirksamsten Methoden zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft.

Kann ich sexuell übertragbare Krankheiten durch die Einnahme der Antibabypille verhindern?

Dies ist eine sehr wichtige Frage und du musst dir darüber im Klaren sein: Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs). Denn sie ist nur zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft wirksam. Darüber hinaus hat sie jedoch keine anderen präventiven Wirkungen.

Daher ist es nach wie vor unerlässlich, auch Kondome zu verwenden. Nur damit kannst du verhindern, dich beim Geschlechtsverkehr mit dieser Art von Krankheiten anzustecken. Und noch etwas: Wenn du ein Kondom und zugleich auch die Antibabypille verwendest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du schwanger wirst, außerdem viel geringer.

Wusstest du schon: 7 Fragen über das weibliche Kondom

Ist es in Ordnung, wenn ich während der Schwangerschaft Antibabypillen nehme?

Es ist ratsam, die Einnahme der Pille abzubrechen, sobald du weißt, dass du schwanger bist. Doch häufig nehmen Frauen die Pille weiterhin ein. Denn sie wissen noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Sie setzen die Pille erst dann ab, wenn ihnen klare Beweise für eine Schwangerschaft vorliegen. Doch keine Sorge: In diesen Fällen passiert in der Regel nichts weiter.

Es gibt zwar nicht viele Hinweise darauf, dass die in den Verhütungsmitteln enthaltenen Hormone Probleme für das Baby verursachen. Doch es ist in jedem Fall besser, die Pille abzusetzen, sobald du dir deiner Schwangerschaft bewusst bist.

Noch weitere Fragen?

Wir möchten dich ausdrücklich dazu ermutigen, alle Fragen und Zweifel, die du zu diesem Thema hast, auch mit deiner Apothekerin, Ärztin oder Gynäkologin zu besprechen. Und vergiss nicht, dass es immer ratsam ist, ein Kondom zu verwenden. Denn die Antibabypille schützt dich nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

  • Dhont, M., & Verhaeghe, V. (2013). Hormonal anticonception anno 2013: a clinician’s view. Facts, Views & Vision in ObGyn.
  • østergaard, E. (1969). Oral Anticonception: Side Effects and Risks. Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica. https://doi.org/10.3109/00016346909156678
  • Herrera, S. T., Garza, E. A. G., Reyes, C. H., & Alvarado, D. A. (1992). GnRH-agonists in gynecology I. Ginecologia y Obstetricia de Mexico.
  • Hee, L., Kettner, L. O., & Vejtorp, M. (2013, February). Continuous use of oral contraceptives: An overview of effects and side-effects. Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica. https://doi.org/10.1111/aogs.12036
  • Oesterheld, J. R., Cozza, K., & Sandson, N. B. (2008). Oral contraceptives. Psychosomatics49(2), 168–175. https://doi.org/10.1176/appi.psy.49.2.168