Du musst nicht jedem gefallen: nicht jeder hat einen guten Geschmack!

5 September, 2016
Es ist falsch zu denken, jedem gefallen zu müssen – und dabei selbst auf der Strecke zu bleiben.

Bei dem Versuch, allen zu gefallen, vergessen viele, dass sie selbst mit ihrer eigenen Persönlichkeit auf der Strecke bleiben können.

Wer sich verstellen muss, um anderen zu gefallen, in eine Rolle schlüpft, statt das eigene Ich zu zeigen, der macht einen Fehler, indem er sich selbst einschränkt.

Allen gefallen zu müssen schafft unnützes Leid

Das wohl unnützeste Leid, das man sich selbst zufügen kann ist jenes, welches entsteht, wenn du dir selbst auferlegst, nicht du selbst sein zu dürfen, um anderen zu gefallen.

Lesetipp: Nicht du bist das Problem, sondern dein Selbstwertgefühl

Das ständige Versteckspiel, das Schlüpfen in eine andere Rolle, das ständige Verstellen deines eigenen Ichs sorgt nur für Unzufriedenheit und Kummer – bei dir!

Auch wenn du deine Meinung nicht sagen möchtest, weil sie anderen nicht gefällt. Oder Dinge tun musst, die du nicht tun möchtest, anderen aber gefallen. Dir kann es dann nicht auf Dauer gut gehen, denn du schluckst deinen Ärger nur herunter – verschwinden tut er dadurch nicht!

Damit sind nicht die vielen kleinen Kompromisse des Alltags gemeint, die wir machen, um das Zusammenleben mit anderen harmonischer zu gestalten. Sondern Dinge, die gegen dein Naturell, gegen deine Persönlichkeit, gegen dein inneres Ich sprechen.

AtmenSage ehrlich „ja“ und „nein“!

Oft sagen wir „ja“, selbst wenn wir eigentlich „nein“ meinen – und umgekehrt.

Meist wollen wir verhindern, damit jemandem weh zu tun oder möchten jemandem gefallen. Wir möchten nicht negativ auffallen oder vielleicht einfach nur unsere Ruhe, weil wir wissen, ein „Nein“ wäre schwieriger gewesen.

Langfristig macht ein solches Verhalten jedoch nicht glücklich. Glücklich können wir nur dann sein, wenn wir wir selbst sind.

Natürlich möchten wir immer allen gefallen. In vielen Situationen macht das auch Sinn, aber nicht in allen. Denn wir müssen nicht wirklich jedem gefallen, sondern nur denjenigen, die uns wichtig sind.

Und wenn wir diesen Personen genauso wichtig sind wie sie uns, dann sei du selbst und nicht der- oder diejenige, den diese Personen in dir gerne sehen möchten!

Du wirst sehen, wie man dann dich als Person, als Ganzes mag und nicht nur deine Rolle, die du ihnen vorspielst…

Erkenne und setze Grenzen

Der Schlüssel ist, zu erkennen, wo die Grenzen dessen liegen, was ich zur Integration in die Gesellschaft und Akzeptanz tun muss und wo meine eigene Persönlichkeit endet.

Natürlich sind diese Grenzen fließend, manchmal muss man Dinge akzeptieren, die einem widersprechen.

Aber grundsätzlich musst du dir selbst Grenzen setzen, wie weit du gehen möchtest. Hinter wie großen Zäunen oder auch Mauern du dein eigenes Ich verstecken möchtest, nur um zu gefallen.

Natürlich wird es dir am Anfang schwer fallen, diese Grenzen zu erkennen und bewusst zu setzen. Natürlich kann es sein, dass dein soziales Umfeld darauf reagiert.

Aber letztendlich ist es ein lebenslanger Prozess, eine lebenslängliche Gratwanderung zwischen dem, was du selbst bist und deine Persönlichkeit ausmacht und dem, was du tust oder sagst, um anderen zu gefallen.

BuchWage das Abenteuer, du selbst zu sein

Wie jedes Abenteuer, so ist auch dieses nicht einfach. An dich werden so viele Erwartungen gestellt und du bist nicht nur einfach „du“, sondern auch:

  • Partner / Ehepartner
  • Mutter / Vater
  • Freund / Freundin
  • Tochter / Sohn
  • Kollege / Kollegin
  • Arbeitnehmer/in

Du hast schon im Alltag so viele Rollen, die du besser mit „ich“ füllen solltest, statt als Schauspieler zu versuchen, alle Rollen perfekt zu spielen.

Fülle die Rollen mit deiner Persönlichkeit aus, statt sie nur zu spielen! Du wirst in keiner Rolle perfekt sein. Aber es wird dir leichter fallen und du wirst glücklicher sein, wenn du selbst diese Rollen bist und nicht bloß darstellst.

Nicht jedem gefällt alles

Zum Schluss mache dir bewusst, dass es niemals möglich sein wird, wirklich allen zu gefallen. Egal, ob du die Rolle spielst oder mit deiner Persönlichkeit füllst. „Geschmäcker sind verschieden“, sagt schon der Volksmund.

Lesetipp: Selbständig denken und selbstbewusst sein

Wenn jemandem deine Nase nicht passt, so ist er es nicht wert, dass du dich für diese Person verstellst, um zu gefallen. Sei einfach nur du selbst. Merke, dass die Personen, die dich so annehmen, denen du so gefällst auch die Personen sind, denen du wirklich wichtig bist.

  • Koriat, A. (2012). The self-consistency model of subjective confidence. Psychological Review. https://doi.org/10.1037/a0025648
  • Rosenberg, M. (1965). Rosenberg Self-Esteem Scale. New York. https://doi.org//S0034-98872009000600009