Die basische Ernährung: Alles Wissenswerte

2 Dezember, 2020
Die basische Ernährung basiert auf der Theorie, dass sich Krankheiten in einem sauren Milieu (das heißt ein niedriger pH-Wert) entwickeln und dass du deinen Körper daher „alkalisieren“ solltest, um dies zu verhindern.

Die basische Ernährung hat sich in letzter Zeit zu einem wahren Trend entwickelt. Doch was steckt tatsächlich hinter dieser Diät? Kann man ihr vertrauen? Oder wirkt sie sich negativ auf unsere Gesundheit aus?

Die Kontroverse um die Alkaline-Diät boomt. Einige schreiben ihr fast magische Eigenschaften zu, wie etwa die Fähigkeit, Krankheiten wie Krebs zu heilen. Das Thema ist jedoch nicht ganz klar. Deshalb erklären wir dir im Folgenden alles, was du über die basische Ernährung wissen solltest.

Die basische Ernährung: Was ist das?

Um die alkaline Diät zu verstehen, ist es zunächst wichtig zu verstehen, wie der pH-Wert des Körpers funktioniert. Das Potenzial für Wasserstoff wird als pH-Wert bezeichnet, der auf einer Skala von 0 bis 14 gemessen wird und dazu dient, den Säuregrad oder die Alkalinität einer Substanz oder Lösung zu messen.

  • 0 bis 7 ist sauer.
  • 7 ist neutral.
  • 7 bis 14 ist basisch oder alkalisch.

Die basische Ernährung basiert auf der Theorie, dass Krankheiten in einem sauren Milieu (das heißt, ein niedriger pH-Wert liegt vor) entstehen. Folglich solltest du deinen Körper „alkalisieren“ oder seinen pH-Wert erhöhen, um dies zu verhindern. Die Behauptung ist die, dass du dies durch die Nahrung, die du aufnimmst, erreichen kannst.

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Wie funktioniert die basische Ernährung?

Verfechter der alkalinen Diät gehen davon ause, dass deine Ernährung den pH-Wert deiner Körperflüssigkeiten verändert. Mit anderen Worten, sie verändert den Säuregrad oder die Alkalinität deines Blutes, Urins und aller anderen Körperflüssigkeiten.

Wie einige Physiologen erklären, könnte eine leicht alkalische Umgebung für deinen Körper von Vorteil sein. Die wissenschaftliche Literatur bestätigt jedoch, dass dies nicht möglich ist. In einem Artikel, der in der Zeitschrift „Osteoporosis International“ veröffentlicht wurde, heißt es, dass es nicht möglich ist, das Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes zu verändern.

Die basische Ernährung schließt Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und Getreide aus. Es handelt sich dabei um Lebensmittel, die laut der dieser Diät „saure Asche“ produzieren. Gleichzeitig erlaubt die basische Ernährung den Verzehr von Obst und Gemüse, wobei Blaubeeren und Pflaumen eine Ausnahme darstellen.

Was sagt die Wissenschaft über die Alkaline-Diät?

1. Die Alkaline-Diät und ihre Verbindung zu Krebs

Die basische Ernährung und ihre Verbindung zu Krebs
Nach Ansicht der Anhänger dieser Diät könnte sie helfen, Krebs vorzubeugen. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Beweise dafür.

Trotz der großen Förderung der basischen Ernährung gibt es nur eine Beobachtungsstudie, in der der mögliche Zusammenhang zwischen der Diät und der Prävention und Behandlung von Krebs analysiert wurde. Diese Studie fand jedoch keinen Zusammenhang zwischen dieser Art der Ernährung und Krebs.

Angesichts des Mangels an Studien, die die Ideen hinter der basischen Ernährung unterstützen oder ablehnen, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass ihnen eine wissenschaftliche Grundlage fehlt. In diesem Zusammenhang wird die Alkaline-Diät vom American Institute for Cancer Research (AICR) nicht empfohlen.

2. Zusammenhang mit Osteoporose und Knochengesundheit

Die Diät verspricht auch Vorteile für deine Knochengesundheit mit sich zu bringen. Nach der Theorie der basischen Ernährung verwendet der Körper Kalzium aus den Knochen, um den Säuregehalt des Blutes zu verringern (was, wie wir bereits gesehen haben, nicht möglich ist), sodass eine saure Ernährung mit weniger Kalzium und einem größeren Risiko an Osteoporose zu erkranken verbunden ist.

Eine Studie, die im Jahr 2009 veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass der Konsum von mehr Protein zwar die Kalziumausscheidung erhöht, dieses jedoch nicht aus den Knochen stammt, da sich das gesamte Kalziumgleichgewicht im Körper nicht verändert hatte. Aus diesem Grund fördert eine saure Ernährung keine geringere Knochendichte.

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Die basische Ernährung: Kein Vorteil für die Gesundheit

Die basische Ernährung: Kein Vorteil für die Gesundheit
Der Forschung zufolge kann die alkalische Ernährung tatsächlich sogar ein Gesundheitsrisiko darstellen und wird nicht durch wissenschaftlich belegte Fakten gestützt.

Dein Körper reguliert den pH-Wert des Blutes äußerst effizient; wenn dies nicht der Fall wäre, würdest du unter ernsthaften Problemen leiden. Daher ist es unmöglich, den pH-Wert deines Blutes durch die Alkaline-Diät zu verändern, obwohl du den pH-Wert deines Urins ändern kannst.

Die basische Ernährung fördert zwar den Verzehr bestimmter nützlicher Lebensmittel wie Obst und Gemüse, hat aber gleichzeitig keine wissenschaftlichen Beweise, die ihre Behauptungen unterstützen könnten.

Andererseits bieten bestimmte Lebensmittelgruppen in dieser Art von Diät viele Vorteile, sodass du sie nicht aus deiner Ernährung ausschließen solltest.

Abschließend möchten wir dich daran erinnern, dass bei Wunderdiäten immer sehr aufpassen solltest!

  • Fenton TR., Fenton CJ., Evidence does not support the alkaline diet. Osteoporos Int, 2016. 27 (7): 2387-2388.
  • Fenton TR., Lyon AW., Eliasziw M., Tough SC., Hanley DA., Meta analysis of the effect of the acid ash hypothesis of osteoporosis on calcium balance. J Bone Miner Res, 2009. 24 (11): 1835-40.