Coronavirus-Impfung in Versuchsphase 3

29 Juli, 2020
Viele Wissenschaftler sind weltweit damit beschäftigt, eine Impfung gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln, doch es handelt sich um eine schwierige Aufgabe, die Zeit erfordert. Erfahre in unserem heutigen Artikel Interessantes über die aktuelle Situation.

Der Wettlauf um eine effiziente Coronavirus-Impfung begann bereits im Januar 2020 gleichzeitig mit der Ausbreitung von SARS-CoV-2 von China ausgehend auf die ganze Welt. Viele Wissenschaftler sind damit beschäftigt, eine Lösung für dieses weltweite Problem zu finden.

In den Vereinigten Staaten von Amerika forschen das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (Nationales Amerikanisches Institut für Infektionskrankheiten, kurz NIAID) und das Unternehmen Moderna an einer Replikationstechnik der Ribonukleinsäure (RNA), um eine Impfung zu entwickeln, die nur auf genetische Information aufbaut.

Wie wir später noch sehen werden, bedeutet dies, dass keine physischen Virenpartikel notwendig sind, um das Genom von SARS-CoV-2 im Labor zu emulieren. Dadurch können die Dosierungen sehr schnell hergestellt werden.

Inzwischen befindet sich die Entwicklung der Coronavirus-Impfung von Moderna in der Phase 3, an der rund 30.000 Menschen teilnehmen sollen. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Der Wettlauf gegen die Zeit

Das biotechnologische Unternehmen Moderna hatte Anfang 2020 bereits die ersten Impfstoffe zur Verfügung. Bereits am 7. Februar produzierte sie damit die ersten injizierbaren Impfungen. Es handelt sich um eine extrem schnelle technologische Entwicklung, wenn wir bedenken, dass die ersten COVID-19-Infektionen im November und Dezember 2019 in China gemeldet wurden. Die Gentechnologie konnte diesen Prozess beschleunigen.

Diese Coronavirus-Impfung basiert auf einer biotechnologischen Methode, die als mRNA bezeichnet wird. Es handelt sich kurz erklärt um eine Sequenzierung der RNA des Virus, ohne diesen im Labor zu benötigen. Das Unternehmen hat die genetische Information über SARS-CoV-2 mit den wissenschaftlichen Daten aus China, wo das Genom zuerst entziffert wurde, nachgebildet. Es handelt sich um einen Prozess, der sich fast ausschließlich auf die Theorie stützt.

Am 4. März genehmigte die Food and Drug Administration (FDA) die erste Versuchsphase. Schließlich begannen die ersten Tests mit Coronavirus-Impfungen an Menschen am 16. März 2020. 

Coronavirus-Impfungen
US-amerikanische Forscher haben eine Coronavirus-Impfung anhand von mRNA-Technologie entwickelt.

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Coronavirus-Impfung: 1. Phase

Die erste Phase für diese Coronavirus-Impfung war ein offener Versuch. Das bedeutet, dass sowohl die Studienteilnehmer als auch die Forscher selbst über alle Informationen verfügten. Die Probanden wurden in drei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, die jeweils Dosierungen von 25, 100 und 250 Mikrogramm erhielten. Diese erste Versuchsphase wurde nach sechs Wochen Ende April abgeschlossen. 

Die Impfung wurde an gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 55 Jahren erprobt. In der ersten Phase ging es darum, die Sicherheit des Produktes zu testen und unerwünschte Nebenwirkungen mit möglicher Todesfolge auszuschließen.

Am 27. April beantragte das Unternehmen Moderna bei der FDA die Genehmigung für die Phase 2, die am 7. Mai startete.

Coronavirus-Impfung: 2. Phase

Der wichtigste Unterschied zwischen der 1. und 2. Phase ist das darin verfolgte Ziel. Die erste Phase bezweckt vor allem, die Sicherheit des Produktes zu analysieren, in der zweiten geht es hauptsächlich um seine Wirksamkeit.

In der Anfangsphase untersuchen die Forscher mögliche Nebenwirkungen, wobei meist nur sehr wenige Probanden daran teilnehmen. In der zweiten Phase hingegen wird untersucht, ob die Substanz tatsächlich die gewünschte Wirksamkeit erzielt. Meist sind an dieser Phase mehr Probanden beteiligt und sie dauert etwas länger, um wichtige Daten über die Effizienz erfassen zu können.

Coronavirus-Impfung
In der zweiten Phase geht es darum, die Wirksamkeit der Impfung zu überprüfen.

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Coronavirus-Impfung: 3. Phase

In der dritten Phase wollen Moderna und das NIAID den Impfstoff an 30.000 gesunden Erwachsenen testen. Die Probanden erhalten entweder ein Placebo oder den Moderna-Impfstoff mRNA-1273. Es geht jetzt darum, die Wirksamkeit der Impfung zu testen, um sie dann vermarkten zu können.

Die Entwicklung eines zuverlässigen Arzneimittels ist normalerweise langsam. Nicht immer erreichen Wissenschaftler die gewünschten Ziele. Zwar arbeiten viele mit Hochtouren an einer Coronavirus-Impfung, doch die Produktentwicklung und Prüfung benötigt Zeit.

Wir beobachten die Fortschritte und die einzelnen Versuchsphasen mit größtem Interesse. Sobald es ein Konzern schafft, eine effiziente Impfung zu entwickeln, spielen dann bei der Vermarktung und Verabreichung in unterschiedlichen geographischen Bereichen weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Derzeit ist allerdings noch Geduld gefragt. 

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  • Valenzuela, M. Teresa. „Estudios Clínicos de Fase III para la Evaluación de Vacunas.“ Vacunología (2018): 207.
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