Bipolare Störungen: Zwischen Manie und Depression

28 Mai, 2018
Bipolare Störungen lassen die Betroffenen häufig unter drastischen Stimmungsschwankungen leiden. Zudem zeigen sie oft große Unbeständigkeit in ihren Standpunkten oder Haltungen zu bestimmten Dingen. Diese Merkmale können dazu führen, dass der Zustand mit Depressionen verwechselt wird.

Es kommt vor, dass Erkrankungen wie bipolare Störungen nicht ernst genug genommen werden. Oft werden sie nicht als die überaus reale und komplexe Krankheit wahrgenommen, die sie sind.

Doch bipolare Störungen müssen als solche erkannt und behandelt werden. Nur so kann eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden, nicht nur der Betroffenen, sondern auch ihrer Mitmenschen.

Ausschlaggebend ist es, sich über die Symptome dieser Krankheit im Klaren zu sein. Das ist der einzige Weg, sie bei einer anderen Person oder sich selbst zu erkennen. Und nur so kann man dann die notwendigen Schritte unternehmen, um dieses Leiden unter Kontrolle zu halten.

Zunächst einmal muss man verstehen, dass Bipolarität eine psychische Störung ist. Es ist keine Wahl, die man trifft und auch keine Wesensart. Bipolarität ist nicht dasselbe wie eine gespaltene oder multiple Persönlichkeit. Bei diesen handelt es sich um andere Erkrankungen.

Menschen, die bipolare Störungen haben, wissen durchaus, wer sie sind. Aber ihre Stimmungsschwankungen sind so extrem, dass die Standpunkte und Haltungen der Betroffenen komplett widersprüchlich und schwer zu erklären sind.

Bipolare Störungen: Die Diagnose

Diagnose: Bipolare Störungen

Die Diagnose dieser Erkrankung ist sehr schwierig, vor allem, weil die Betroffenen eher selten von alleine Hilfe suchen. Zudem wird eine Diagnose auch durch die Unbeständigkeit des Verhaltens erschwert. Dies kann dazu führen, dass das Krankheitsbild mit einer Psychose oder Depression verwechselt wird.

Um zu einer tatsächlichen Diagnose zu gelangen, muss man die betroffene Person über einen langen Zeitraum hinweg beobachten und untersuchen. Diese Erkrankung gilt als nicht heilbar. Dennoch ist es durchaus möglich, durch bestimmte Veränderungen der alltäglichen Abläufe und Tätigkeiten eine Verbesserung des Zustands zu erreichen.

  • So ist es sehr zu empfehlen, dass die Betroffenen regelmäßig Bewegung haben. Auch sollten sie eine psychologische Behandlung erhalten. Ebenso ist es gut, Yoga oder ähnliche Entspannungsübungen zu praktizieren.
  • Vor allem aber ist es wichtig, dass sie Menschen in ihrer Umgebung haben, die sie verstehen und ihnen viel Zuneigung entgegenbringen.

Das Umfeld ist von grundlegender Bedeutung für den Verlauf und die Behandlung. Denn es ist häufig der Fall, dass die Betroffenen gerade auf Grund ihrer Erkrankung medizinische Hilfe verweigern.

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Merkmale einer Person mit bipolarer Störung

1. Drastische Stimmungsschwankungen

Merkmale: Bipolare Störungen

Bipolare Störungen äußern sich in extremen Stimmungsschwankungen. Betroffene können von einer Sekunde auf die andere und aus kaum ersichtlichen Gründen von einem Zustand unkontrollierter Euphorie in tiefste Traurigkeit verfallen.

Für psychisch stabile Menschen hingegen wären die Auslöser dieser Stimmungsschwankungen nicht von großer Bedeutung.

Auch jemand mit dieser Störung kann über einen gewissen Zeitraum hinweg in einem bestimmten Zustand verweilen. Dieser kann stabil, depressiv oder manisch sein. Nichtsdestotrotz hängen die Stimmungsschwankungen nicht von bestimmten Situationen ab oder verlaufen nach vorhersehbaren Mustern.

Es kann sein, dass die Betroffenen sich über längere Zeit sehr gut fühlen. Sie fühlen sich energiegeladen. Das kann sogar soweit gehen, dass sie kein Bedürfnis nach Schlaf verspüren. Tatsächlich kommt es vor, dass sie über Tage hinweg wach sind, zugleich aber auch unaufmerksam und reizbar.

Dabei handelt es sich um eine manische Phase. Sie zeichnet sich durch Extreme aus: übermäßiges sexuelles Verlangen, übermäßige Energie bis hin zu Aggression.

2. Traurigkeit

Personen mit bipolarer Störung kämpfen oft mit depressiven Verstimmungen. Dies führt zu Angst, Trauer, Pessimismus und starken Frustrationsgefühlen.

Außerdem verlieren sie völlig das Interesse, einschließlich an den Dingen, die sie in der manischen Phase häufig tun wollte.

Für die betroffene Person ist es sehr frustrierend, nicht einmal den Grund für ihre tiefe Depression verstehen zu können. Dies kann zu Selbstmordgedanken führen.

3. Psychotische Charakterzüge

Bipolare Störungen: Psychotische Charakterzüge

Einer der Gründe für diese Veränderungen kann die Psychose sein, die die Erkrankung mit sich bringt. Psychose ist ein Zustand, der unter anderem zu einer Wahrnehmungsveränderung von Situationen, Gesten oder Worten führt.

  • Ein Psychotiker versteht falsch, was seine Umgebung ihm mitzuteilen versucht.
  • Wenn die Psychose schwerwiegend ist, können sogar verschiedene Arten von Halluzinationen auftreten.

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4. Hypomanie

Bipolare Störungen können bei den Betroffenen Hypomanie auslösen. Diese äußert sich in Phasen, in denen die Grundstimmung kontinuierlich leicht erhöht ist.

Sie kann aber auch zu Gereiztheit der erkrankten Person führen. Diese dauert mindestens vier oder fünf Tage an und ist klar von deren üblichen Stimmung zu unterscheiden.

Zudem kann Hypomanie sich auch in übermäßig hohem Selbstwertgefühl oder sogar in Größenwahn äußern. Dies kann dazu führen, dass die betroffene Person sich wesentlich gesprächiger als üblich zeigt.

Es ist wichtig, zu beachten, dass bipolare Störungen sehr intensive und extreme Stimmungen der Betroffenen mit sich bringen.

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