Asbestose oder Asbestlunge: Anzeichen und Symptome

3 März, 2020
Zu einer Asbestose kommt es meist durch die Einatmung von Asbeststaub am Arbeitsplatz, doch dieses Material ist auch noch immer in vielen alten Wohnbauten vorhanden. Oft dauert es Jahre, bis die Symptome auftreten. Erfahre heute mehr zu diesem Thema. 

Als Asbestose oder Asbestlunge bezeichnet man eine durch das Einatmen von Asbeststaub verursachte Lungenkrankheit. Asbest kam jahrelang als Baumaterial zum Einsatz, zum Beispiel in Zement, Dachabdeckungen, in Putz, Fliesenkleber oder Fensterkitt.

Asbest gibt Fasern frei, die verschiedene Gesundheitsprobleme verursachen können, darunter auch Krebs in verschiedenen Körperbereichen. Asbestose ist die häufigste Folge, wobei das Risiko eines Lungentumors für Betroffene deutlich höher ist. 

Ab 1970 begann man in verschiedenen Ländern allmählich damit, Asbest zu verbieten. Doch in vielen Ländern kam es erst viel später zu einem tatsächlichen Verbot. 

Die Asbestlunge wird als Berufskrankheit eingestuft, denn in der Regel kommt Asbest in Baumaterialien vor und wird bei industriellen Aktivitäten eingesetzt.

Welche Risiken hat Asbest?

Asbestose durch das Einatmen von Asbeststaub
Früher kam Asbest bei zahlreichen Konstruktionen vielfach zum Einsatz.

Asbest ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von sechs natürlichen Mineralen, die ausgezeichnete Eigenschaften für Konstruktionen haben. Außerdem kommen diese Minerale unter anderem auch für Autobremsen, beim Schiffsbau und für verschiedene textile Produkte zum Einsatz.

Asbest ist feuerfest und hitzebeständig. Außerdem hält es diversen chemischen Stoffen stand und hat isolierende Eigenschaften. All diese Charakteristika haben dazu geführt, dass dieses Material vielfach in der Industrie zur Anwendung kommt.

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Asbest, die Krankheiten auslösen:

  • Chrysotil
  • Krokydolith
  • Amosit

Wenn ein Produkt aus Asbest Fasern oder Asbeststaub freigibt und jemand diese Partikel einatmet, setzen sie sich in der Lunge fest und bleiben dort lange vorhanden. Durch die Ansammlung von Asbeststaub entstehen Schwellungen und Narben, welche die Atemfunktion stark beeinträchtigen können. Asbest ist ein karzinogener Stoff, das bedeutet dass dieses Material Krebs auslösen kann.

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Asbestose oder Asbestlunge

Asbestose ist eine chronisch verlaufende Lungenkrankheit, die – wie bereits erwähnt – durch die Inhalation von Asbestfasern ausgelöst wird. Es handelt sich um eine Art von Lungenfibrose. Dabei kommt es zu Schwellungen und allmählich zu permanenten Lungenschäden.

Asbest ist auch natürlich in der Umwelt vorhanden und wir alle sind den Fasern in gewissen Situationen ausgesetzt. Doch bei regelmäßigem Einatmen über einen längeren Zeitraum ist das Risiko weitaus größer. 

Forscher haben festgestellt, dass eine kurze Exposition ebenfalls verschiedene Krankheiten auslösen kann, wenn das Volumen des Asbeststaubs groß ist. Die Symptome können sich in beiden Fällen jedoch erst 10 bis 40 Jahre nach der Einatmung von Asbestfasern zeigen.

Asbestose: Anzeichen und Symptome

Asbestose: Anzeichen und Symptome
Husten ist ein grundlegendes Anzeichen für eine Asbestlunge.

Zu den wichtigsten Symptomen der Asbestose zählen Atembeschwerden, die meist von einem insistenten trockenen Husten begleitet werden. Die Beschwerden verschlimmern sich bei intensiven körperlichen Aktivitäten und bei Sport. Auch im Laufe der Zeit werden sie immer eindringlicher.

Häufig treten auch Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustbereich auf. Außerdem verlieren Betroffene mit der Zeit den Appetit und nehmen an Gewicht ab. Zu den charakteristischsten Anzeichen dieser Krankheit zählt eine Störung, die als Akorpachie bekannt ist.

Dabei entstehen seltene, klobige Auftreibungen der Finger- oder Zehenendglieder. Diese Weichteilverdickung erinnert an die Trommelschlägerfinger, wobei sich die Nägel nach unten biegen und eine umgekehrte Löffelform annehmen.

Die Akropachie ist bei einer Asbestlunge immer vorhanden, doch sie kann auch im Rahmen anderer Lungenkrankheiten auftreten. Die Diagnose kann erst dann bestätigt werden, wenn alle entsprechenden klinischen Untersuchungen abgeschlossen wurde. 

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Asbestose: Daten, die du berücksichtigen solltest

Die Anzeichen und Symptome können bei jeder Person stark variieren. In manchen Fällen treten nur sehr leichte Beschwerden auf, während andere Menschen an ernsten Problemen wie Ateminsuffizienz oder Krebs erkranken. Im Allgemeinen ist das Krankheitsbild bei Rauchern ernster und mit stärkeren Beschwerden verbunden.

Wichtig ist, dass alle, die Asbest ausgesetzt waren oder glauben Asbeststaub eingeatmet zu haben, ihren Arzt informieren. Dieser wird dann eine Röntgenaufnahme des Thorax oder eine Computertomographie mit hoher Auflösung anweisen, um die Auswirkungen der Asbestexposition zu bewerten. Dabei ist allerdings nicht zu vergessen, dass oft viel Zeit vergeht, bis die ersten Symptome entstehen.

Derzeit gibt es keine spezifische Behandlung für eine Asbestlunge. Die Prognose hängt in jedem Einzelfall von verschiedensten Faktoren ab, zum Beispiel vom allgemeinen Gesundheitszustand, der Expositionszeit, der Art von Asbest usw. Das größte Risiko zeigt sich in Form eines Mesothelioms, das ist ein diffus wachsender Tumor.

Marín Martínez, B., & Clavera, I. (2005). Asbestosis. In Anales del sistema sanitario de Navarra (Vol. 28, pp. 37-44). Gobierno de Navarra. Departamento de Salud.