Arzneimittel: Was ist Bactroban?

6 Januar, 2020
Der Arzneistoff des Medikaments Bactroban ist Mupirocin, ein Antibiotikum, das durch die Fermentierung von Pseudomonas fluorescens entwickelt wird.

Bactroban ist der kommerzielle Name einer Salbe mit antibiotischer Wirkung, deren Arzneistoff Mupirocin ist. Jedes Gramm der Salbe enthält 20 mg Mupirocin. Dieses Antibiotikum wird durch die Fermentierung von Pseudomonas fluorescens hergetellt und hilft gegen eine Vielzahl an Bakterien, die zu Hautinfektionen führen.

Erfahre anschließend mehr über dieses Arzneimittel.

Wie wirkt Bactroban?

Wie wirkt Bactroban?

Dieses Medikament verhindert die bakterielle Synthese von Proteinen, indem es das bakterielle Enzym Isoleucil-tRNA-Synthetase hemmt. Durch diese Wirkung und seine chemische Struktur kommt es nicht zu einer Kreuzresistenz mit anderen Antibiotika. Der Wirkstoff Mupirocin ist bakteriostatisch, wobei sich die Konzentrationen in der Nähe der Minimalen Hemmkonzentration befinden, wenn die Salbe lokal aufgetragen wird.

Wann kommt Bactroban zum Einsatz?

Der Arzneistoff Mupirocin ist zur Behandlung von Hautinfektionen, die durch sensible Mikroorganismen produziert werden, sehr vorteilhaft. Er kommt deshalb bei primären Hautinfektionen wie Follikulitis, Impetigo oder Furunkulose zur Anwendung.

Doch der Arzt kann diese Salbe auch bei sekundären Hautinfektionen verschreiben. So kommt sie auch bei Kontaktdermatitis, infizierten Wunden,  atopischer Dermatitis und bei Ekzemen zum Einsatz, wenn diese auf einen bestimmten Bereich begrenzt sind.

Mupirocin ist ein topischer antibakterieller Wirkstoff mit in vivo Aktivität gegen Staphylococcus aureus, S. epidermidis und Arten von Streptococcus ß-hemolítico. In vitro enthält dieser Arzneistoff jedoch Bakterien wie:

  • Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis
  • Streptokokken-Arten
  • Haemophilus influenzae
  • Neisseria gonorrhoeae und Neisseria meningitidis
  • Moraxella catarrhalis
  • Pasteurella multocida

Wenn der Arzt Bactroban verschreibt, um Risse im Bereich der Brustwarze zu heilen, muss der Bereich vor dem Stillen des Babys sehr gut gewaschen werden.

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Wie verwendet man Bactroban?

Wie verwendet man Bactroban?

Patienten tragen Mupirocin zwei- bis dreimal täglich über einen Zeitraum von 5 bis 10 Tage auf. Die Zeit hängt von der Antwort auf das Arzneimittel ab. Wenn bereits nach 3 bis 5 Tagen eine Besserung zu sehen ist, entscheidet der Arzt, ob die Behandlung fortgesetzt wird oder nicht.

Vor der Anwendung ist es wichtig, den betroffenen Bereich gut zu reinigen. Danach trägt der Patient eine kleine Menge der Salbe auf. Nach Notwendigkeit kann die Stelle mit einem Okklusivverband oder einer Mullbinde abgedeckt werden.

Wichtig ist, die Salbe nicht mit anderen Produkten zu vermischen, denn dadurch entsteht die Gefahr der Verdünnung. In der Folge ist der Prozentanteil des Arzneistoffes geringer und die Stabilität des Wirkstoffs Mupirocin verliert sich wahrscheinlich.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Die beschriebenen Nebenwirkungen durch die Anwendung von Bactroban beruhen auf 12 klinische Studien mit 1573 Patienten, die mit Bactroban behandelt wurden.

Auf der Haut und der Unterhaut im Bereich der Anwendung kann ein brennendes Gefühl entstehen. Seltener kommt es zu Reizsymptomen wie Juckreiz, Erythem oder Stechen. In sehr seltenen Fällen kann eine allergische Reaktion erfolgen, wobei es auch zu einer Anaphylaxie, einem Hautausschlag oder einem Angioödem kommen kann.

Mupirocin ist bei Patienten mit Hypersensibilität auf diesen Arzneistoff und die restlichen Inhaltsstoffe des Medikaments kontraproduktiv. 

Wenn du schwanger bist oder sein könntest, solltest du Mupirocin nicht verwenden, da es über mögliche negative Wirkungen zu wenig Informationen gibt. Auch während des Stillens solltest du diese Salbe nicht verwenden, da der Wirkstoff in die Muttermilch geraten und dem Baby schaden könnte. 

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Was solltest du berücksichtigen?

Bactroban gegen Krankheitserreger

Sollte es zu einer allergischen Hautreaktion (Sensibilisierung) kommen, oder wenn starke Hautreizungen auftreten, muss die Behandlung unterbrochen und die Salbe entfernt werden. Da es sich um ein Antibiotikum mit antibakterieller Wirkung handelt, kann die längere Anwendung zur Besiedlung mit Bakterien führen, die gegen das Arzneimittel resistent sind. 

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Patienten durch die Behandlung mit Mupirocin an Durchfall leidenda die Salbe äußerlich aufgetragen wird. Doch sollte trotzdem starker oder länger anhaltender Durchfall auftreten, oder wenn es zu Bauchkrämpfen kommt, muss die Behandlung abgebrochen werden. Sprich mit deinem Arzt, wenn dies vorkommt.

Bactroban darf bei Niereninsuffizienz nicht zum Einsatz kommen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass dieses Arzneimittel Macrogol in seiner Formulierung enthält. Diese Substanz kann über die verletzte Haut in den Organismus gelangen und wird später durch die Nieren ausgeschieden.

Patienten müssen darauf achten, die Salbe nur in kleinen Bereichen anzuwenden. Bei einer Überdosis gibt es keine spezifische Behandlung. Doch wenn es dazu kommt, benötigt der Patient eine unterstützende Therapie mit ärztlicher Kontrolle.

Abschließende Bemerkung

Mupirocin kommt zur Behandlung von Hautinfektionen zum Einsatz, die durch sensible Mikroorganismen verursacht werden. Berücksichtige bei der Anwendung die Empfehlungen deines Arztes!

  • Potel, C., Álvarez, P., Constenla, L., & Álvarez, M. (2009). Efectividad de la mupirocina frente a Staphylococcus aureus resistente a meticilina aislados en la provincia de Pontevedra. Enfermedades Infecciosas y Microbiología Clínica. https://doi.org/10.1016/j.eimc.2008.02.002

  • García, A. M., Villa, M. V., Escudero, M. E., Gómez, P., Vélez, M. M., Múnera, M. I., & Franco, G. (2003). Uso nasal de la mupirocina para Staphylococcus aureus: efecto en portadores y en infecciones nosocomiales. Biomédica. https://doi.org/10.7705/biomedica.v23i2.1209

  • Mônica, T., Dayana Souza, F., Cibele, G., Angélica Gonçalves Silva, B., & Dulce Aparecida, B. (2012). Uso profilático de Mupirocina em cateter venoso central de hemodiálise: revisão sistemática e metanálise. Acta Paulista de Enfermagem.