Zwerchfellbruch / Hiatushernie: was tun?

· 17 Dezember, 2015
Wenn der Magen durch das Zwerchfell seinen Weg nach oben sucht

Mit einem echten „Bruch“, wie man es bei Knochen kennt, hat der Zwerchfellbruch nichts zu tun. Schmerzhaft ist er dennoch. Wir erklären dir, was ein Zwerchfellbruch, beziehungsweise eine Hiatushernie eigentlich ist und was zu tun ist, wenn diese Beschwerde auftritt.

Der Zwerchfellbruch

Es gibt verschiedene Arten von Zwerchfellbrüchen. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit der Hiatushernie.

Normalerweise verläuft die Speiseröhre auf ihrem Weg vom Mund zum Magen in einer geraden Linie durch das Zwerchfell. Direkt unterhalb des Zwerchfells mündet die Speiseröhre in den Magen.

Der „Verschluss“ des Magens, der verhindert, dass die Speisesäure durch die Speiseröhre nach oben steigen kann, ist ein ringförmiger Muskel, der vom Zwerchfell darin unterstützt wird, den Magen nach oben abzudichten.

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Normalerweise sollte dieser Verschluss wie ein Ventil wirken, das nur beim Schlucken oder Erbrechen geöffnet wird. Bei einem Zwerchfellbruch / Hiatushernie schiebt sich der obere Teil des Magens durch das Zwerchfell hindurch nach oben.

Dadurch wird dieser Verschlussmechanismus nicht mehr richtig unterstützt und es ist möglich, dass Magensäure aufsteigt.

HiatushernieWie kommt es zu Zwerchfellbruch / Hiatushernie?

Statistisch gesehen steigt mit jedem Lebensjahr das Risiko, an einem Zwerchfellbruch / Hiatushernie zu erkranken. Fast die Hälfte aller Männer über 50 Jahren ist davon betroffen, die wenigsten unter ihnen wissen überhaupt, dass sie daran leiden.

Meist merkt man nämlich nichts davon und die Veränderung wird nur zufällig entdeckt, wenn der Arzt eine andere Untersuchung durchführt.

Das größte Risiko, das zur Entstehung dieser Störung führt ist Übergewicht. Auch sind Männer wesentlich häufiger davon betroffen als Frauen. Warum aber wandert der Magen durch das Zwerchfell?

Normalerweise muss man sich das Zwerchfell wie einen stramm gespannten Schirm vorstellen, der an einigen Stellen Löcher hat, damit zum Beispiel Strukturen wie die Speiseröhre aus dem Brustraum in den Bauchraum durchdringen können.

Ist nun das Zwerchfell geschwächt und die Spannung lässt nach, kann es passieren, dass der Magen durch eine dieser Öffnungen seinen Weg in den Brustraum findet.

Eine der häufigsten Ursachen für ein geschwächtes Zwerchfell ist Übergewicht. Beim Heben schwerer Gegenstände oder angestrengteren Verdauungsprozessen kann es dann dazu kommen, dass der Magen durch das geschwächte Zwerchfell wandert.

Sodbrennen Risiken des Zwerchfellbruchs / Hiatushernie

In seltenen Fällen kann sich der Magen in das sogenannte Mittelfell verlagern, wodurch der Magen extrem eingeengt wird und es zu Blutungen kommen kann. Lang anhaltende Blutungen führen zu Anämie, Blutarmut.

Steigt Magensäure in die Speiseröhre, weil der Verschlussmechanismus des Magens nicht mehr richtig funktioniert, dann entsteht Sodbrennen /Reflux. Dies erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs, ist aber mit Medikamenten einfach zu therapieren.

Therapie

Treten keine Beschwerden auf, ist auch keine Therapie nötig. Sodbrennen / Reflux kann man sehr effektiv mit Medikamenten behandeln.

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Nur in extremen Fällen kann bei einer Operation der Durchgang der Speiseröhre durch das Zwerchfell künstlich verengt werden, damit die Hiatushernie nicht mehr auftritt und somit auch Sodbrennen der Vergangenheit angehört.

In der Regel wird aber nicht operiert, sondern nur das Symptom Sodbrennen behandelt.

Übergewicht Vorbeugung

Was kannst du tun, um einer Hiatushernie vorzubeugen? Es ist wie (fast) immer: Übergewicht ist der größte Risikofaktor, daher hast du schon viel gewonnen, wenn du Normalgewicht hast und dies auch mit gesunder Ernährung hältst.

Normalgewicht führt dazu, dass die anatomischen Strukturen in deinem Bauch- und Brustraum in ihrer natürlichen Art und Weise erhalten bleiben.

Weiterhin hilfreich ist Sport oder Gymnastik, die die Muskulatur von Bauch und Rumpf stärkt. Damit kannst du vermeiden, dass durch zu große Kraftanstrengung der Magen „aus Versehen“ durch ein eventuell geschwächtes Zwerchfell wandert.