Wissenswertes über Verdauungsenzyme

Verdauungsenzyme sind dafür zuständig, Nahrungsmittel in ihre Grundbausteine zu zerlegen, damit sie vom Körper aufgenommen und weiterverarbeitet werden können. Ohne sie wäre die Verdauung der verspeisten Lebensmittel nicht möglich.
Wissenswertes über Verdauungsenzyme
Florencia Villafañe

Geschrieben und geprüft von der Ernährungswissenschaftlerin Florencia Villafañe.

Letzte Aktualisierung: 27. Mai 2022

Verdauungsenzyme sind biochemische Katalysatoren, die dafür zuständig sind, die verspeiste Nahrung in einfache Bausteine zu zerlegen, damit sie vom Organismus aufgenommen und weiterverarbeitet werden kann. Sie beschleunigen chemische Reaktionen und erfüllen spezifische Aufgaben. Ohne sie wäre die Verdauung nicht möglich.

Diese Enzyme sind in bestimmten Abschnitten des Verdauungstraktes vorhanden: im Speichel, im Magen, dem Pankreassaft und den intestinalen Sekreten. Sie üben spezifische Funktionen aus und benötigen besondere Bedingungen, um aktiv zu werden. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Was sind Verdauungsenzyme?

Enzyme sind Proteine, die vom Organismus erzeugt werden. Als Biokatalysator steuern und beschleunigen sie biochemische Reaktionen, wobei sie zum Teil sehr spezifisch arbeiten und nur ein bestimmtes Substrat binden können, um dessen chemische Umsetzung zu ermöglichen.

Was bedeutet dies? Es gibt verschiedene Arten von Enzymen und wenn es an einer Art mangelt, können seine Aufgaben nicht von einer anderen Art übernommen werden. Dies kann zu Problemen führen. Ein Beispiel dafür ist ein Lactasemangel. Dieses Enzym spaltet Milchzucker (Lactose) in seine Bestandteile auf. Wenn es daran mangelt, kann der Milchzucker schlecht oder gar nicht verdaut werden.

Verdauungsenzyme und Beschwerden
Verdauungsenzyme spielen eine grundlegende Rolle für unsere Gesundheit. Ohne sie wäre die Verdauung nicht möglich.

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Arten von Verdauungsenzymen

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Arten von Verdauungsenzymen, die für unterschiedliche Nährstoffe oder Substrate zuständig sind. Dazu gehören folgende:

  • Speichel-Amylase und Pankreas-Amylase: Sie verwandeln Stärke in Glukose.
  • Pankreas-Lipase und Magen-Lipase: Sie verwandeln Lipide in Fettsäuren und Glycerol.
  • Cholesterolase und Phospholipase: Sie zersetzen Cholesterin und Phospholipide.
  • Protease: Dieses Enzym spaltet Proteine.

Welche Funktionen haben Verdauungsenzyme?

Wie bereits erwähnt, zersetzen die Enzyme die in Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe, damit sie vom Körper aufgenommen werden können. Dieser Prozess ist komplex, deshalb erklären wir ihn anschließend etwas genauer.

1. Zersetzung von Kohlenhydraten

Die Verdauung dieser Nährstoffe beginnt im Mund, wo die Speichel-Amylase die Kohlenhydrate in ihre Bestandteile trennt. Allerdings ist diese Funktion zum Teil begrenzt, denn sie hängt davon ab, wie lange die Nahrung gekaut wird.

Eine in der Zeitschrift Molecular Sciences veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass man einen leicht süßlichen Geschmack erkennen kann, wenn man Weißbrot lange genug kaut. Dazu kommt es durch die Zersetzung der Stärke.

Die Pankreas-Amylase setzt dann den Zersetzungsprozess fort. Der von der Bauchspeicheldrüse produzierte Saft wird freigesetzt, wenn der Magen den Inhalt an den Dünndarm weitergibt. In diesem Saft sind Pankreas-Amylasen und auch Lipasen und Proteasen enthalten.

Die einfachsten Einheiten von Kohlenhydraten, Glucose, Fructose und Galactose können dann vom Körper aufgenommen werden.

Verdauungsenzyme und Kohlenhydrate
Die Verdauung von Kohlenhydraten beginnt im Mund, wo das Enzym Amylase mit dem Zersetzungsprozess beginnt.

2. Zersetzung von Proteinen

Die Verdauung der Proteine beginnt im Magen mit dem Verdauungsenzym Pepsin, das im Magen produziert wird. Der Großteil der Proteinverdauung erfolgt im ersten und zweiten Abschnitt des Dünndarms, wo Pankreas-Proteasen wirken.

Diese Proteasen gelangen in ihrer inaktiven Form in den Darm, denn wenn sie bereits zuvor aktiviert würden, könnten sie die Bauchspeicheldrüse selbst verdauen und zu ernsten Komplikationen führen.

3. Zersetzung von Fetten

Die Verdauung von Lipiden beginnt im Magen mit den Magenlipasen. Sie beträgt rund 10 Prozent der gesamten Verdauung. Danach setzen die Pankreas-Lipasen diesen Prozess fort, wenn die Fette in den Darm gelangen. Hier erfolgen 90 Prozent der Zersetzung.

Damit die Enzyme, die Fette und Cholesterin spalten, richtig funktionieren können, benötigen sie Galle. Die Leber produziert die Gallenflüssigkeit, die in der Gallenblase gespeichert wird.

Sobald die Fette in den Darm gelangen lösen Nervensignale die Freisetzung der Galle aus, die dann zusammen mit den Lipasen, Phospholipasen und Cholesterolasen arbeiten.

Faktoren, die die Enzymproduktion beeinflussen

Verschiedene Faktoren können sich auf die Produktion oder auf die Funktionen der Enzyme auswirken. Zu den häufigsten gehören folgende:

Verdauungsenzyme
Die Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse gelangen in den Zwölffingerdarm, um Kohlenhydrate, Lipide und Proteine zu spalten.

Was du über Verdauungsenzyme wissen solltest

Die Verdauungsenzyme spielen in der Zersetzung der verspeisten Lebensmittel eine grundlegende Rolle. Wenn der Körper richtig funktioniert, können sie ihre Funktionen optimal ausführen und Kohlenhydrate, Fette und Proteine aufspalten.

Sollten jedoch Stoffwechselkrankheiten vorliegen oder die Produktion der Enzyme beeinträchtigt sein, können die Lebensmittel nicht richtig zersetzt werden und in der Folge kommt es zur Malabsorption oder Mangelernährung.

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