Wie Stillen dem Immunsystem deines Babys hilft

Stillen ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass das Immunsystem eines Neugeborenen richtig funktioniert und dass es die Nährstoffe bekommt, die es braucht.
Wie Stillen dem Immunsystem deines Babys hilft

Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2021

Stillen ist eine der gesündesten Möglichkeiten, dein Baby zu ernähren. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Muttermilch den Nährstoffbedarf von Babys in den ersten Lebensabschnitten am besten abdeckt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Stillen das Immunsystem des Neugeborenen stärkt.

Die Muttermilch sorgt für die richtige Entwicklung und das Wachstum. Sie kann sogar die Abwehrmechanismen des Körpers in späteren Zeiten beeinflussen. Sie ist somit ein grundlegendes Element zur Gewährleistung eines guten Gesundheitszustandes.

Die Zusammensetzung von Kolostrum (Erstmilch) und Muttermilch

Muttermilch enthält nicht nur Makro- und Mikronährstoffe, sondern auch konzentrierte Immunglobuline, die auf das Baby übertragen werden.

Stillen in den ersten Lebensmonaten verringert das Risiko, Allergien und Autoimmunprobleme zu entwickeln, erheblich. Dies ist zum Teil auf das Vorhandensein dieser Immunglobuline zurückzuführen. Eine Studie in den Annals of Nutrition & Metabolism zeigt diese Erkenntnisse auf.

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines Babys, das gestillt wird
Muttermilch liefert alle Nährstoffe, die ein Baby braucht, um sich richtig zu entwickeln.

Auch die erste Milch, die nach der Geburt aus der Brust austritt, das sogenannte Kolostrum, enthält eine große Menge dieser bioaktiven Verbindungen mit positiven Eigenschaften. Und es enthält nicht nur konzentrierte Mengen der bereits erwähnten Elemente, sondern auch hochwertige Zytokine und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Wie Stillen dem Immunsystem von Babys hilft

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt das ausschließliche Stillen in den ersten 6 Monaten eines Babys. Grund dafür sind unter anderem die nachgewiesenen Vorteile für das Immunsystem des Babys.

Stillen könnte das Risiko von Autoimmunerkrankungen verringern

Wie bereits erwähnt, können Kolostrum und Muttermilch das Auftreten von Autoimmunproblemen, wie z. B. Allergien, verringern. Es gibt mehrere Studien, die dies belegen.

Laut diesen Studien verringert Muttermilch während des ersten Lebensjahres des Babys die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten im Zusammenhang mit einer Fehlfunktion des Abwehrsystems in späteren Jahren.

Geringeres Auftreten von Infektionskrankheiten durch Stillen

Darüber hinaus könnte das Stillen zu einer Verringerung des Risikos führen, in den ersten Lebensjahren an einer Lungenentzündung zu sterben. Dies belegen Untersuchungen in der Zeitschrift Minerva Pediatrica.

Diese Fütterungsmethode erhöht die Überlebenschancen des Babys und schützt mittelfristig vor der Entwicklung mehrerer chronischer und komplexer Krankheiten.

Stillen trägt zur Stärkung des Immunsystems eines Neugeborenen bei
Das Stillen erfordert eine sehr spezifische Technik, sodass es häufig zu Schwierigkeiten bei der Fütterung von Babys auf diese Weise kommt.

Wie Stillen dem Immunsystem hilft: optimale Entwicklung bei Frühgeborenen

Eines der Hauptprobleme von Frühgeborenen ist, dass sie ohne die optimale Reifung vieler ihrer Systeme geboren werden. Dadurch können physiologische Funktionen noch beeinträchtigt werden, was negative Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand haben kann.

In diesem Fall ist das Stillen besonders wichtig. Laut einem Artikel in Clinics in Perinatology kann Muttermilch die Wirksamkeit des Immunsystems bei Frühgeborenen verbessern. Dies wiederum verringert das Risiko, kurzfristig Autoimmunprobleme zu entwickeln.

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Bis zu welchem Alter wird das Stillen empfohlen?

Dies ist ein Thema, das viele Diskussionen auslöst. Experten sagen, dass Mütter mindestens während des ersten Lebensjahres stillen sollten, um das Immunsystem ihres Kindes zu verbessern und alle Vorteile auszunutzen.

Es stimmt zwar, dass die Beikost nach dem 6. Lebensmonat beginnen kann, aber es ist am besten, noch weitere 6 Monate zu stillen.

Andere Fachleute setzten sich jedoch sogar dafür ein, das Stillen noch weiter auszudehnen. Dies ist jedoch nicht immer möglich, vor allem wegen der Unannehmlichkeiten, die Mütter erleben können, die mit einer Überempfindlichkeit der Brust oder Schmerzen zu tun haben.

Es ist wichtig zu beachten, dass beim Ersatz von Muttermilch durch eine künstliche Milchnahrung besonders auf die Qualität geachtet werden sollte.

Viele der auf dem Markt befindlichen Milchnahrungen enthalten große Mengen an Einfachzucker, was für das Baby schädlich ist. Darüber hinaus ist es wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit ungesättigten Fettsäuren zu achten.

Stillen hilft dem Immunsystem

Stillen ist entscheidend für die richtige Reifung des Immunsystems des Neugeborenen. Es verringert das Risiko, Allergien und Asthma zu entwickeln deutlich. Außerdem reduziert es die Wahrscheinlichkeit, an Autoimmunproblemen zu leiden.

Gleichzeitig erhöht es die Überlebenschancen und verringert das Risiko, an einer schweren Lungenentzündung zu erkranken.

Es ist wichtig zu wissen, dass Muttermilch die vollständigste Nahrung für Babys ist. Sie enthält Proteine von höchster Qualität, ungesättigte Fettsäuren und alle Vitamine, die der menschliche Körper benötigt.

Es ist wahr, dass es Uneinigkeit darüber gibt, wann die Fütterung mit Muttermilch eingestellt werden sollte. Fast alle Experten sind sich jedoch einig, dass dies nicht vor dem Alter von einem Jahr geschehen sollte.

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