Wechselbad der Gefühle: Was in der Pubertät passiert

· 8 September, 2018
Die Pubertät gilt als die anstrengendste Phase für Eltern, weil die Laune der Kinder hier oft schnell wechselt. Das hängt mit den grundlegenden Veränderungen im Leben eines Teenagers zusammen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Veränderungen und wie du mit den Launen deines Kindes fertig wirst.

Wenn Kinder etwa 10 oder 11 Jahre alt sind, beginnt sich bei ihnen einiges zu verändern. Es kommt zu seltsamen Launen, Gefühlsschwankungen, psychischen und sozialen Veränderungen. Kurz gesagt: Sie kommen in die Pubertät.

Letztendlich sorgen diese Veränderungen dafür, dass sich das Kind in einen Erwachsenen verwandelt. Das Wechselbad der Gefühle, das viele Eltern nur zu gut von ihren pubertierenden Kindern kennen, ist ein Ausdruck all dieser Veränderungen.

Viele Eltern haben Angst vor diesem Stadium der emotionalen Instabilität, durch die ihre „kleinen Erwachsenen“ da gehen. Tatsächlich gilt die Pubertät als eine der stressigsten Phasen für Eltern.

Doch die Herausforderungen können auch spannend sein und dazu führen, dass sich Eltern und Kinder in dieser Phase noch einmal neu kennenlernen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du versuchst, zu verstehen, was dein Kind durchmacht.

Schwierige Pubertät: Das sind die Ursachen

Zunächst einmal ist die Pubertät eine Lebensphase, in der sich physische, mentale und sexuelle Prozesse abspielen und reifen. Tatsächlich führen diese Veränderungen dazu, dass Kinder ein ganz neues Bild von sich selbst, ihrer Familie und ihrem sozialen Umfeld bekommen. Das kann zu Gefühlsschwankungen während dieser Zeit führen.

Es ist zwar wichtig, uns vor Augen zu halten, dass wir alle diese Phase durchgemacht haben. Doch die Pubertät ist für jeden Menschen einzigartig und verläuft individuell verschieden.

Generell herrscht in diesem Lebensabschnitt Verwirrung, Angst oder sogar Depression. Der Prozess wird dadurch einfacher, wenn sowohl Kinder als auch Eltern so viel wie möglich über den Prozess wissen und sich über die Herausforderungen im Klaren sind.

Pubertät führt zu Streit

Aus diesem Grund wollen wir dir einige der wichtigsten Punkte in Erinnerung rufen, die du beachten solltest, wenn dein Kind gerade in die Pubertät kommt.

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Körperliche Veränderungen

Während der Kindheit verändert sich der Körper ständig: Er wächst und wird stärker und schwerer. Doch in der Pubertät kommt es zu einer neuen Form der Veränderung. Es wachsen mehr Haare auf dem Körper und die sekundären Geschlechtsmerkmale bilden sich aus.

Bei Jungen kommt dazu, dass die Stimme tiefer wird und ihre Hoden wachsen. Außerdem haben sie die ersten Samenergüsse. Mädchen hingegen bilden Brüste aus und bekommen ihre Regel.

Während dieser Zeit verstärkt sich zudem die körperliche Selbstwahrnehmung, Teenager verspüren zum ersten Mal sexuelle Erregung. Deshalb kann die Beschäftigung mit dem Äußeren zu einem großen Thema im Leben des Kindes werden.

Viele dieser Veränderungen führen zu Stress und Unwohlsein bei jungen Menschen. Es ist deshalb wichtig, dass sie lernen, sie zu akzeptieren und sich mit ihnen anzufreunden.

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Emotionale Veränderungen

Die Gefühle bei Jugendlichen liegen oft nah unter der Oberfläche. Deshalb ist es möglich, dass Freude, Wut, Angst, Panik, Trauer und Gereiztheit sich plötzlich und unerwartet abwechseln. Ein Wechselbad der Gefühle ist also ganz normal.

Teenager haben außerdem ein größeres Bedürfnis nach Privatsphäre und fangen an, sich Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie durch eine sehr profunde persönliche Verwandlung gehen. Sie versuchen, ihre innere Welt mit der äußeren in Einklang zu bringen und ihre Identität zu finden.

Kognitive Veränderungen

Pubertät verändert das Gehirn

Ein weiterer fundamentaler Aspekt für die Entwicklung der Identität ist die Fähigkeit zum abstrakten Denken. Diese gibt jungen Menschen die Möglichkeit, Probleme zu lösen, indem sie sich in unterschiedliche Standpunkte hineindenken und dadurch auch die Konsequenzen ihrer Handlungen vorhersehen können.

Die Fähigkeit zu abstraktem und logischem Denken macht ein Kind zu einem gleichberechtigten Mitglied innerhalb der Familie und der Gesellschaft im Allgemeinen. Zusätzlich hilft diese Fähigkeit dabei, soziale Regeln zu verstehen und sie zu befolgen.

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Veränderungen im Verhalten

In der Jugend herrscht die Suche nach Freiheit vor.

Teenager denken zwar schon wie Erwachsene, verfügen jedoch noch nicht über genügend Erfahrungen, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Genau an dieser Stelle kommt es zu den meisten Konflikten zwischen Eltern und Kindern.

Pubertät ist Erwachsenwerden

Das innere Chaos eines Kindes wird oft dadurch deutlich, dass es sich überhaupt nicht oder zu sehr um sein Äußeres sorgt. Außerdem schlafen Kinder in der Pubertät mehr. Das liegt daran, dass viel Energie für die emotionalen und hormonellen Veränderungen gebraucht wird. Eltern sollten in dieser Hinsicht Verständnis zeigen.

Die Eltern-Kind-Beziehung stärken

Teenager brauchen dieselbe Aufmerksamkeit und Liebe von ihren Eltern wie jüngere Kinder. Deshalb ist es wichtig, von klein auf eine gute Eltern-Kind-Beziehung zu pflegen. Nur so weiß dein Kind, dass es sich auf dich verlassen kann.

Trotzdem muss dir klar sein, dass die Beziehung zu deinem Kind sich für immer verändern wird. Diese Veränderung kann produktiv und fröhlich ablaufen. Wie kannst du während der Pubertät ein gutes Elternteil sein und deinem Kind bei Stimmungsschwankungen helfen?

Hilf deinem Kind

In der Pubertät verändert sich viel

Glücklicherweise gibt es einige wichtige Ratschläge für Eltern, mit denen sie die Schwierigkeiten während der Pubertät ihres Kindes überwinden können.

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Liebe zeigen

Eltern haben eine besondere Rolle im Leben des Kindes. Sie geben Liebe und interessieren sich für alles, was im Leben ihres Kindes vor sich geht. Durch das Beispiel der Eltern lernen Kinder, wie man liebt und für andere Menschen sorgt.

Denke immer daran, dass Kinder liebe brauchen – auch wenn sie sich dir oder anderen Personen gegenüber gelangweilt, genervt oder verärgert geben. Verständnis und Akzeptanz sind am wichtigsten, wenn es darum geht, mit ihren Stimmungsschwankungen umzugehen.

Unterstützung geben

Es ist besonders für Jugendliche wichtig, zu wissen, dass sie sich auf ihre Eltern verlassen können. Dein Kind braucht dich, um Anerkennung für seine Anstrengungen und Errungenschaften zu bekommen. Doch es geht noch um mehr.

Ein Kind in der Pubertät muss seine Identität austesten und stärken. Als Elternteil bist du die wichtigste Person, von der dein Kind lernen kann, an sich selbst zu glauben und für seine Ziele zu kämpfen.

Grenzen setzen

Regeln und Grenzen sind ausgesprochen wichtig für ein Kind, damit es sich emotional sicher fühlen kann. Außerdem eignen sie sich gut, um Teenagern eine Struktur zu geben und sie unter Kontrolle zu behalten.

Pubertät ist anstrengend

Du solltest jedoch aufpassen, dass du nicht zu autoritär wirst. Die Regeln dürfen nicht zu streng sein, sollten jedoch auch nicht zu lax gehandhabt werden. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden: Setze klare Grenzen mit guten Begründungen.

Vorbild sein

Wie wir bereits angesprochen haben, entwickelt sich in der Pubertät das logische Denken deines Kindes. Ein Teenager beobachtet seine Eltern ganz genau. Achte darauf, in deinen Handlungen konsistent zu sein und deine Anforderungen an dein Kind nicht plötzlich und unerwartet zu verändern. Letztendlich bist du sein wichtigster Anhaltspunkt, wenn es um die Suche nach Identität geht.

Zeige Respekt

Jeder Mensch verdient Respekt – das ist allgemein bekannt. Doch manchmal vergessen wir, dass auch Kinder Individuen sind, die mit Respekt behandelt werden wollen.

Es ist wichtig, dass du ihre Autonomie anerkennst, auch wenn eure Interessen nicht dieselben sind. Versuche, dein Kind und seine Gefühle und Bedürfnisse zu verstehen.

Zu guter Letzt

Stimmungsschwankungen, körperliche, mentale und emotionale Veränderungen sind eine große Herausforderung für Kinder und ihre Eltern.

Eine gute Eltern-Kind-Beziehung von klein auf kann dabei helfen, die Pubertät für alle Beteiligten einfacher zu machen. Liebe, Verständnis und Respekt sind dabei am wichtigsten.