Was ist das Wendy / Peter Pan Syndrom?

· 4 November, 2016
Betrifft das Wendy Syndrom Männer, so wird es Peter Pan Symptom genannt

Wendy Darling ist in der Geschichte des Peter Pan die beste Freundin des Hauptdarstellers. Nach beiden ist das Syndrom benannt, je nachdem, um welches Geschlecht es sich bei den Betroffenen handelt.

Wendy Darling und Peter Pan

Wer kennt Peter Pan nicht noch aus seiner Kindheit?

Peter Pan trat zum ersten Mal 1902 in einem Buch auf, das zunächst für Erwachsene gedacht war. James Matthew Barrie erfand die Figur des Peter Pan als Jungen, der nie erwachsen werden wollte oder es nie wurde. 1911 entstanden schließlich das Buch und die Geschichte von Peter Pan und Wendy, mit der wir heute alle aufgewachsen sind.

In der Geschichte trifft Peter Pan bei einem Ausflug ein paar Jungen und ein Mädchen, Wendy Darling. Er nimmt sie mit und ins „Nimmerland“. Das ist ein Ort, an dem alle Kinder niemals erwachsen werden und wo man nur an etwas glauben muss, damit es auch schon passiert.

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Das Wendy / Peter Pan Syndrom

Das Peter Pan- / Wendy-Syndrom ist kein wissenschaftsmedizinischer Begriff aus der klinischen Psychologie, sondern stammt aus dem populärwissenschaftlichen Buch eines amerikanischen Therapeuten namens Dan Kiley.

Er beschreibt mit einem leicht verständlichen Schreibstil das Phänomen kindlichen Verhaltens bei Erwachsenen. Passend dazu verkaufte sich auch sein entsprechendes Ratgeberbuch sehr gut.

Dan Kiley benennt das Syndrom nach Peter Pan, erst später wurde auch die zweite Figur des Kinderbuches zur Namenspatin für die weibliche Ausprägung des Symptoms.

Das Wendy Syndrom wird auch als Beginn für den Cinderella Komplex gesehen. Es beschreibt ein Verhalten von Frauen, die Angst vor Unabhängigkeit haben.

Frau mit Wendy SyndromSymptome des Peter Pan- / Wendy Syndroms

In seinem Buch beschreibt Dan Kiley sechs Symptome, die Männer und Frauen bei ihrem kindlichen Verhalten zeigen, wenn sie vom Syndrom betroffen sind. Diese sind:

  • Verantwortungslosigkeit: Es werden Regeln missachtet, die Schuld immer anderen in die Schuhe geschoben, Pflichten nicht als solche anerkannt und durch mangelnde Selbstdisziplin Aufgaben ständig aufgeschoben.
  • Angst: Betroffene fühlen sich ihren Eltern gegenüber schuldig, verarmen emotional und sind nicht in der Lage, tiefe Liebe zu empfinden.
  • Einsamkeit: Aus dem Gefühl einer Ablehnung väterlicherseits entsteht eine dauerhafte vergebliche Suche nach echter Freundschaft. Es entstehen aber nur lockere Bindungen, keine echten Freundschaften.
  • Sexueller Rollenkonflikt: Unsicherheit, prahlerisches Macho-Gehabe und geringes Selbstvertrauen führen meist zu nur kurzen Beziehungen. Einzig eine Frau in der Mutterrolle kann eine langfristige Partnerrolle werden.
  • Narzissmus: Ein unreflektiertes, selbstverliebtes Verhalten eines Menschen, der sich selbst für wichtiger und wertvoller einschätzt, als er tatsächlich ist.
  • Chauvinismus: Mit seiner verächtlichen sexuellen Einstellung werten Betroffene das andere Geschlecht ständig ab und fühlen sich überlegen.

Ursachen des Syndroms

Das Peter Pan- / Wendy Syndrom ist bisher nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht und so können Psychologen nur Vermutungen aufgrund ihrer eigenen Erfahrung aufzeichnen und weitergeben.

Man vermutet zwei Verhaltensweisen, die solche Personen im Kindesalter von ihren Eltern erfahren haben:

  • Eine Familienkonstellation, in der kühle Distanz herrscht. Das Kind fühlt sich nicht wirklich geliebt, obwohl die Eltern völlig kritiklos alles toll finden, was das Kind macht.
  • Eine Familienkonstellation, die auf überfürsorglichen Eltern basiert, die ihren Kindern alle Entscheidungen abnehmen. Das Kind lernt dadurch nie, für sich selbst zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen.

Nach Dan Kiley hatten viele Betroffene auch ein überstrenges Elternteil, von dem sie sich nicht geliebt fühlten. Natürlich führen nicht immer und zwangsläufig solche Familienkonstellationen zu auffälligem Verhalten im Erwachsenenalter!

Frau träumt von den SternenBetroffene im Alltag

Jetzt kennst du die Symptome, die Betroffene in ihrem Verhalten zeigen. Wahrscheinlich kennst du auch Personen, auf die das zutrifft. Für dich selbst bedeutet das: wenn du einem Mann begegnest, der solche Charakterzüge aufweist, ist er nicht der Richtige für eine langfristige Beziehung.

Meist nutzen solche Personen den Partner aus – und das auch finanziell. Arbeit hieße ja schließlich, Verantwortung zu übernehmen, sich an Regeln zu halten und nicht unbedingt den ganzen Tag Spaß zu haben.

Weil es in der realen Welt eben kein „Nimmerland“ gibt, kommen viele Betroffene nicht mit der Realität zurecht. Sie flüchten zu Drogen oder in andere Extreme, zum Beispiel in eine eigene Phantasiewelt. Diese phantasieren sie um ihren Alltag herum, um sich die Welt auf ihre für sie passende Weise zurechtzubiegen.

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Bist du selbst davon betroffen und erkennst dich in den Schilderungen wieder, solltest du mit Hilfe eines Psychologen daran arbeiten. Auch, wenn du es selbst nicht für nötig hältst. Denn das ist bereits ein Symptom des Syndroms…