Was ist Bursitis trochanterica?

8 November, 2019
Seit den 1960er Jahren ist die Glukokortikoid-Infiltration die Therapie der ersten Wahl bei einer Bursitis trochanterica.

Bursitis trochanterica ist eine Entzündung oder Reizung des Schleimbeutels im lateralen Hüftknochen. Darum wird diese Krankheit auch als Schleimbeutelentzündung bezeichnet. Der Schleimbeutel ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Sack, der als Kissen zwischen den Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenken dient.

In unserem Körper gibt es zwei große Hüfttaschen, die typischerweise unter Reizungen oder Entzündungen leiden können:

  • Eine Tasche bedeckt die knöcherne Ausbuchtung des Hüftknochens, den sogenannten Trochanter-major. Die Entzündung dieser Tasche wird als Trochanter Bursitis bezeichnet.
  • Eine weitere Tasche, die des Psoas-Illiac, befindet sich im inneren Bereich der Hüfte. Wenn sich diese Tasche entzündet, spricht man auch von einer Hüftschleimbeutelentzündung. Die Schmerzen treten jedoch üblicherweise im Leistenbereich auf. Dieser Zustand ist nicht so häufig, wird aber ähnlich behandelt.

Risikofaktoren und Ursachen

Bursitis trochanterica

Jeder kann an Bursitis trochanterica leiden. Dennoch tritt diese Krankheit häufiger bei Frauen und Männern mittleren Alters, sowie bei älteren Menschen auf.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten dieser Hüftverletzung begünstigen. Darunter befinden sich:

  • Verletzungen durch wiederholte Überlastung oder übermäßige Nutzung: Diese Art der Verletzung kann beim Laufen, Treppensteigen oder bei anderen Aktivitäten auftreten, die wiederholte Bewegungen erfordern.
  • Hüftverletzungen: Bei Überlastung der Hüfte besteht Verletzungsgefahr. Auch wenn du zum Beispiel lange Zeit auf einer Seite liegst oder einen Schlag erhältst.
  • Erkrankungen der Wirbelsäule: Wie zum Beispiel Sklerose, Arthritis oder andere Probleme der Wirbelsäule.
  • Unterschiede in der Länge der Beine: Viele Menschen haben ein längeres und ein kürzeres Bein. Diese Beeinträchtigung betrifft durchgehend die Schleimbeutel der Hüfte.
  • Chirurgie: Operationen an der Hüfte oder Prothesenimplantate in diesem Gelenk können den Bereich reizen und eine Bursitis trochanterica verursachen.
  • Knochensporn oder Kalkablagerungen: Diese Zustände können sich in den Sehnen entwickeln, die die Muskeln am Rumpf befestigen. Sie können die Taschen angreifen und so Entzündungen verursachen.

Symptome einer Bursitis trochanterica

Es ist charakteristisch für eine Bursitis trochanterica, dass die Schmerzen an der Seite der Hüfte im Bereich des Hauptstamms auftreten. Dieser Schmerz kann sich sogar über den oberen Teil des Beins erstrecken, bis er das Knie erreicht und dem Verlauf des Iliotibialbandes folgt.

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Diese Symptome können intensiver sein, wenn sich der Patient hinlegt oder auf die betroffene Seite setzt. Ebenso wenn er das betroffene Bein über das andere schlägt, wenn er Treppen steigt, oder aber auch nach dem Training oder nach langem Sitzen beziehungsweise Liegen.

Diagnose der Bursitis trochanterica

Für die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung führt der Arzt eine vollständige körperliche Untersuchung durch. Er versucht, den Schmerz zu finden, in dem er den betroffenen Bereich abtastet.

Darüber hinaus muss der Patient möglicherweise auch andere Tests durchführen, um andere mögliche Verletzungen oder Komplikationen ausschließen zu können. Zu diesen Tests gehören unter anderem:

  • Röntgen: dieses Verfahren ist in der Regel unspezifisch. Bei 40% der Patienten werden Mikroverkalkungen am Rumpf oder Unregelmäßigkeiten in der Kontur des Hauptstamms festgestellt. Diese scheinen keine klinische Bedeutung zu haben. Das Röntgenverfahren ist jedoch nützlich, um eine Coxopathie oder eine infektiöse Truncanteritis ausschließen zu können.
  • Knochentomographie: Dieses Verfahren ermöglicht die Objektivierung von Veränderungen im Knochen und pariläsionalen Kalkablagerungen.
  • MagnetresonanzEin MRT zeigt ein unspezifisches Signal hoher Intensität im Bereich des Hauptstamms.
  • Szintigrafie
  • Ultraschalltechniken

Behandlung der Bursitis trochanterica

Übungen zur Linderung von Schmerzen bei Bursitis trochanterica

Seit den 1960er Jahren ist die Glukokortikoid-Infiltration die Therapie der ersten Wahl bei einer Bursitis trochanterica. 

Dennoch werden wir im Folgenden verschiedene Möglichkeiten der Behandlung entsprechend ihrer Methodik näher erläutern. In diesem Sinne gibt es nicht-invasive sowie chirurgische Behandlungsarten.

Nicht-invasive Behandlung

Viele Patienten verspüren Erleichterung, wenn sie ihre Lebensgewohnheiten ändern. Zum Beispiel:

  • Verzicht auf Aktivitäten, die die Symptome verschlimmern.
  • Arzneimittel wie Ibuprofen zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen einnehmen.
  • Hilfsmittel wie einen Spazierstock verwenden.

Darüber hinaus kann eine Physiotherapie überaus hilfreich sein. Dadurch wird die Hüfte gestärkt und eine gewisse Flexibilität hergestellt.

Wie bereits erwähnt, ist die Injektion von Steroiden immer noch die wirksamste Behandlung. Es ist jedoch wichtig, die Anzahl der Injektionen zu begrenzen, um das umliegende Gewebe nicht zu schädigen.

Chirurgische Behandlung

Diese Art der Behandlung ist den schwersten Fällen der Bursitis trochanterica vorbehalten. Bleibt der Schleimbeutel entzündet und hält der Schmerz weiterhin an, nachdem all die oben genannten Behandlungen durchgeführt werden, rät der Arzt möglicherweise zu einer Operation.

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Die Technik, die in letzter Zeit häufig verwendet wird, ist das arthroskopische Entfernen des Beutels. Bei dieser Methode wird der Schleimbeutel mit einem Arthroskop oder einer kleinen Kamera durch einen kleinen Einschnitt in der Hüfte entfernt.

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