Vaginale Schlaffheit: Vier Ursachen

Vielen Frauen ist es beim Sex peinlich, weil sie ein Gefühl des Unbehagens empfinden, das durch vaginale Schlaffheit hervorgerufen wird. Dieses Symptom ist jedoch kein Hindernis für ein gutes Sexualleben. Wir erklären dir, was die Ursachen sind und was du dagegen tun kannst.
Vaginale Schlaffheit: Vier Ursachen

Geschrieben von Daniela Echeverri Castro

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Vaginale Schlaffheit ist ein häufiger Zustand bei Frauen, deren Körper sich aufgrund verschiedener Situationen verändert hat. Eine der Folgen des Verlusts von Spannkraft und Elastizität in diesem Bereich ist, dass er sowohl das Selbstwertgefühl als auch das Sexualleben der Frau beeinträchtigen kann.

Es gibt mehrere Faktoren, die das Auftreten dieses Zustands verursachen. Im Folgenden zeigen wir dir, welche das sind und wie du vaginale Schlaffheit und ihre Auswirkungen mit einigen guten Gewohnheiten und Übungen minimieren kannst.

Was ist vaginale Schlaffheit?

Vaginale Schlaffheit wird weder als Krankheit noch als Funktionsstörung oder Defekt angesehen. Sie ist ein Problem, das durch den Verlust des Muskeltonus in der Vagina verursacht wird und auf genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen und den Lebensstil zurückzuführen ist.

Aus diesem Grund stufet man sie als natürlichen Zustand ein, da sie vor allem dann auftritt, wenn der Körper biologische Veränderungen erfährt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keine Auswirkungen hat und das sexuelle Verlangen bis zu einem gewissen Grad verringert.

Trotzdem ist die vaginale Schlaffheit an sich kein Hindernis, den Sex in vollen Zügen zu genießen. Und sie muss auch nicht die positiven Auswirkungen des Geschlechtsverkehrs auf den Körper verringern. Das Unbehagen entsteht vielmehr, wenn dieser Zustand das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Frau beeinträchtigt.

Vaginale Schlaffheit - Frau bedeckt ihren Schambereich

Was sind die Ursachen für vaginale Schlaffheit?

Es gibt keine genaue Ursache, die erklärt, warum bei manchen Frauen eine vaginale Schlaffheit auftritt und bei anderen nicht. Allerdings gibt es mehrere Faktoren, die mit der Neigung zur Entwicklung eines solchen Zustands zusammenhängen. Dies sind offenbar die wichtigsten Auslöser.

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1. Alter

Lächelnde Frau

Der Lauf der Zeit ist eine der Hauptursachen für vaginale Schlaffheit. Aufgrund der Veränderungen, die das Altern mit sich bringt, beginnt der Körper weniger Kollagen zu produzieren, das für die Straffung des Gewebes verantwortlich ist.

Obwohl die Zeichen des Alterns im Gesicht, am Hals und am Dekolleté deutlich zu sehen sind, bleibt auch der Genitalbereich von den Folgen nicht verschont.

2. Schwangerschaft und Geburt

Es ist normal, dass die Vagina nach der Dehnung, die sie bei einer Geburt erfährt, an Spannkraft verliert. Dieses Gefühl der Erschlaffung ist noch schlimmer, wenn es einen Riss gab oder wenn eine Zange benutzt wurde.

Aber auch wenn das Baby per Kaiserschnitt geboren wird, kann die Frau dieses Symptom entwickeln. Durch die Schwangerschaft verlieren die Haut und die Muskeln der Vagina aufgrund des Drucks, der auf sie ausgeübt wird, an Festigkeit.

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3. Übergewicht und Bewegungsmangel

Vaginale Schlaffheit - übergewichtige Frau

Die Muskeln der Vagina können durch Übergewicht und Bewegungsmangel geschwächt werden. Wie bei anderen Muskelgruppen auch, ist Bewegung der Schlüssel zu ihrer Stärkung.

Es gibt verschiedene Übungen zur Stärkung des Beckenbodens. Neben der Stärkung dieses Bereichs lassen sich so auch Probleme wie Inkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen verhindern.

4. Hormonelle Veränderungen

Die physiologischen Veränderungen, die in den Wechseljahren auftreten, können ebenfalls ein Auslöser für vaginale Schlaffheit sein. Während der Wechseljahre kommt es zu einem hormonellen Ungleichgewicht, das den Verlust der vaginalen Festigkeit aufgrund von Veränderungen der Schleimhaut, die den Bereich schützt, verstärkt.

Vaginale Schlaffheit: Tipps zur Vorbeugung und Verringerung

Vaginale Schlaffheit betrifft meist Frauen, die mindestens einmal entbunden haben. Es gibt jedoch einige Methoden und Tipps, die helfen können, sie zu verhindern und zu verringern, ohne dass man auf eine Vaginoplastik zurückgreifen muss.

Hier sind einige Tipps, die du berücksichtigen kannst:

  • Mache mehrmals pro Woche Kegel Übungen. Damit werden die inneren und äußeren Muskeln der Vagina stimuliert und der gesamte Bereich wird gestrafft.
  • Führe ein Beckenbodentraining durch. Das ist ideal, um den Bereich nach einer Geburt oder bei Inkontinenz wiederherzustellen.
  • Habe öfter Sex. Das erhöht die Elastizität der Vagina und beugt Verkümmerung und Trockenheit vor.
  • Achte auf eine gesunde Ernährung. Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch, um das Körpergewicht auszugleichen und eine gute Kollagenproduktion aufrechtzuerhalten.
  • Dehne oder verletze den Bereich nicht. Starkes Kratzen, wenn es juckt, kann deine Haut schwächen.
  • Verwende geeignete Produkte für deine Intimpflege. Verzichte auf parfümierte Seifen, Spülungen oder Puder.
  • Übernimm dich nicht. Das Heben schwerer Gegenstände erhöht die Anfälligkeit für intraabdominalen Druck, der wiederum die Muskeln wie die der Vagina schwächt.

Weiter Möglichkeiten zur Behebung von vaginaler Schlaffheit

Zusätzlich zu den oben genannten gibt es noch weitere Methoden, um vaginale Schlaffheit zu beheben, wie beispielsweise eine korrigierende Operation. Allerdings ist sie aufgrund ihrer möglichen Komplikationen nicht sehr empfehlenswert ist. Darüber hinaus ist die Radiofrequenz eine modernere Option, die eine Verengung durch den Einsatz von lokaler Hitze bewirkt.

Wenn du unter vaginaler Schlaffheit leidest, können wir dir versichern, dass du dich für nichts schämen musst. Dieses Symptom ist normal und kann mit den gegebenen Empfehlungen verringert werden. Außerdem muss es kein Hindernis für dich sein, dein Sexualleben in vollen Zügen zu genießen.

Nimm diese gesunden Gewohnheiten an und du wirst den Unterschied bemerken!

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