Symptome und Behandlungen einer Muskelzerrung

23 Oktober, 2019
Eine Muskelzerrung tritt dann auf, wenn eine dynamische Überlastung vorliegt, die üblicherweise auf eine übermäßige Anstrengung während körperlicher Aktivität zurückzuführen ist. Die Symptome und die Behandlung sind von dem Ausmaß der Verletzung abhängig.

Eine Muskelzerrung kennzeichnet das teilweise oder vollständige Reißen der myotendinösen Verbindung – die Übergangszone zwischen Muskel und Sehne. Dies geschieht, wenn ein Muskel einer übermäßigen Dehnung ausgesetzt wird, was zum Bruch der Muskelfasern führt.

Ebenso können auch benachbarte Strukturen, wie Sehnen oder Blutgefäße davon betroffen sein. In diesem Fall tritt im beschädigten Bereich ein Bluterguss auf.

Diese Verletzungen können auf eine dynamische Überlastung zurückgeführt werden, welche sehr häufig mit plötzlichen Veränderungen der Intensität und Position einhergeht. Hierzu kommt es in der Regel durch eine übermäßige Anstrengung bei Sportarten mit hoher Intensität, wie etwa Basketball, Fußball oder Leichtathletik. Man unterscheidet drei verschiedene Grade der Muskelzerrung:

  • 1. Grad. Leichte Muskelzerrung: Mikroskopischer Einriss der Muskelfasern. Die Sehne und die angrenzenden Blutgefäße bleiben unversehrt.
  • 2. Grad. Mittelschwere Muskelzerrung: Teilweiser Bruch der Muskelfasern und der angrenzenden Bänder. Aufgrund des Platzens von Blutgefäßen entsteht ein Bluterguss. Die Mobilität des betroffenen Gebiets ist beeinträchtigt.
  • 3. Grad. Schwere Muskelzerrung: Vollständiger Abbau der Muskelfasern und Bänder mit komplettem oder nahezu vollständigem Funktionsverlust. Ein sichtbarer Bluterguss und eine Entzündungsreaktion treten auf.

Symptome

Muskelzerrung

Beim Muskelriss kommt es zu einem starken Faserbruch.

Die Symptome sind immer vom Grad des Muskelfaserbruchs abhängig, daher können sie je nach Verletzungsgrad klassifiziert werden:

  • 1. Grad: Es tritt kein Funktionsverlust auf. Die volle Beweglichkeit der verletzten Stelle bleibt erhalten. Es liegt nur eine leichte Entzündung vor, die von leichten Beschwerden begleitet ist. Der Patient kann diese Verletzung möglicherweise erst nach Beendigung der körperlichen Aktivität, die sie verursacht hat, oder sogar erst am nächsten Tag feststellen.
  • 2. Grad: Die Funktion ist teilweise beeinträchtigt und es besteht ein Mobilitätsverlust. Ebenso treten Schmerzen beim Abtasten des betroffenen Bereichs auf und Entzündungen sowie Hämatome sind vorhanden. In diesem Fall ist sich der Patient normalerweise im selben Moment, in dem er sich verletzt, der Verletzung bewusst und muss seine körperliche Aktivität einstellen.
  • 3. Grad: Der dritte Grad wird durch einen teilweisen oder vollständigen Mobilitätsverlust im betroffenen Gebiet gekennzeichnet. Es kommt zu Ödemen und Hämatomen sowie zu einem starken Schmerz. Dadurch ist die Verletzung für den Patienten sofort spürbar. Beim Abtasten können noch dazu Unregelmäßigkeiten im Muskelgewebe festgestellt werden.

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Behandlung

Die Behandlung hängt von der Zeit ab, die seit dem Auftreten der Verletzung verstrichen ist, sowie auch vom Grad des Muskelfaserrisses. In jedem Fall ist die Anwendung von Wärme jedoch angebracht, da diese dazu beiträgt, den Schmerz zu lindern. Die wichtigsten Möglichkeiten zur Behandlung, die in jedem Fall angewendet werden können, sind die folgenden:

Muskelzerrung 1. Grades

Erstens wird während der ersten Tage die Anwendung von Eis und kalten Kompressen des betroffenen Bereichs empfohlen. Ebenso wie Ruhe, Hochlagern und die Durchführung von isometrischen Übungen, die den Muskel unter Spannung setzen, ohne sich zu bewegen. Als zweiten Schritt kann man sich danach durchaus leicht oder mäßig körperlich betätigen. Das Ziel der Therapie besteht darin, schrittweise in den Alltag zurückzukehren.

Einige der empfohlenen Aktivitäten umfassen: Übungen im Schwimmbad, sanftes Dehnen oder leichtes Gewichtheben. Die Anwendung entzündungshemmender Medikamente ist in der Regel nicht erforderlich, da die Schmerzen normalerweise leicht sind.

Muskelzerrung 2. Grades

Schmerzen aufgrund einer Muskelzerrung

Eis, Kompressen und angepasste Übungen sind die allgemeinen Empfehlungen bei leichten Muskelzerrungen.

Gleich wie bei einer leichten Muskelzerrung wird in den ersten zwei bis drei Tagen die Anwendung von Eis und Kompressen im betroffenen Bereich, ebenso wie Ruhe und Hochlagern empfohlen. Des Weiteren kann man ab dem vierten Tag schon mit den isometrischen Übungen beginnen, wobei große Vorsicht geboten ist.  Man sollte die Aktivität unbedingt einstellen, sobald Schmerzen auftreten.

Für die nächsten zwei Wochen wird eine moderate körperliche Aktivität empfohlen, bis sich die Mobilität vollständig erholt hat. Medikamente können notwendig sein, um die Entzündung und die Schmerzen zu behandeln.

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Muskelzerrung 3. Grades

In den ersten Tagen kann man demselben Protokoll folgen, das wir auch schon weiter oben erwähnt haben. Je nach Schwere der Verletzung wird eine vollständige Erholung oder das Gehen mit Krücken empfohlen.

Die isometrischen Übungen könne hier ab der zweiten Woche durchgeführt werden. Anschließend soll die schrittweise Eingliederung in die körperliche Aktivität erfolgen, bis eine vollständige Genesung auftritt. Diese ist normalerweise etwa in der vierten Woche zu erwarten. Außerdem wird zur Verwendung von entzündungshemmenden Medikamenten geraten.

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