Starke Regelblutung: Was tun bei Menorrhagie?

Um Menorrhagie zu behandeln, muss jeder Fall einzeln betrachtet werden. Denn nicht alle Frauen reagieren gleich auf die verfügbaren Therapien. Erfahre heute mehr über dieses Thema!
Starke Regelblutung: Was tun bei Menorrhagie?
Leonardo Biolatto

Geschrieben und geprüft von dem Facharzt Leonardo Biolatto.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Die Menorrhagie ist eine langanhaltende und starke Regelblutung. Um zu definieren, wie sie behandelt werden soll, versuchen Gesundheitsfachkräfte zunächst, die Grundursache des Problems zu ermitteln.

In der Regel ist die Menorrhagie mit anormalen Gebärmutterblutungen oder Metrorrhagien verbunden. In diesem Fall lautet der genaue Name Menometrorrhagie. Insgesamt hängt die Behandlung von der Ursache und den Symptomen dieser Erkrankung ab.

In diesem Artikel werden wir uns diese Erkrankung und einige ihrer möglichen Behandlungsformen genauer ansehen.

Menorrhagie und ihre Ursachen

Genau genommen hat eine Frau eine starke Regelblutung, wenn sie mehr als 80 Milliliter Blut menstruiert. Dies ist die technische Grenze zur Feststellung dieser Erkrankung.

Es gibt jedoch eine wissenschaftliche Debatte über die Tage, an denen dies geschehen muss, damit die Regelblutung als langanhaltend angesehen wird. In der Regel gehen fast alle globalen Diagnoseprotokolle davon aus, dass mehr als eine Woche anormal ist.

Dies sind die möglichen Ursachen der Erkrankung:

  • Hormonelles Ungleichgewicht. Zahlreiche Hormone spielen eine Rolle im Menstruationszyklus. Somit reicht ein Ungleichgewicht eines dieser Hormone aus, um stärkere oder schwächere Blutungen zu verursachen. Insgesamt kann dies ein Schilddrüsen-, Östrogen-, Progesteron- oder Prolaktinproblem sein.
  • Uterusmyome. Das Vorhandensein von Myomen in der Gebärmutter ist ebenfalls eine  Ursache für eine Menorrhagie. Myome sind gutartige glatte Tumore der Muskulatur der Gebärmutter. Sie verformen die Oberfläche der Gebärmutterschleimhaut und lassen sie stärker bluten.
  • Antikoagulation. Frauen, die unter Gerinnungsstörungen leiden, oder die Antikoagulantien zur Behandlung einer anderen Erkrankung einnehmen, können unter sehr starken Blutungen leiden. Sie laufen daher Gefahr, an einer Eisenmangelanämie zu erkranken.
  • Perimenopause. Wenn eine Frau Jahre vor ihrer letzten Periode in die Wechseljahre kommt, ist es normal, dass sich ihr Zyklus ändert. Dies führt dann zu Veränderungen der monatlich ausgeschiedenen Menge an Blut, die von Stadien der Amenorrhoe bis hin zu starken Regelblutungen reichen, die nicht richtig gerinnen. Für viele ist dies das Zeichen für den Beginn der Wechseljahre.
In der Regel ist die Menorrhagie mit anormalen Gebärmutterblutungen oder Metrorrhagien verbunden
Menorrhagie tritt auf, wenn die Monatsblutung einer Frau stärker als normal ist.

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Eine starke Regelblutung natürlich behandeln

Bevor wir uns mit den medizinischen Möglichkeiten zur Behandlung von Menorrhagie befassen, sollten wir erwähnen, dass es für leichte Fälle natürliche Alternativen gibt. Die Patientin sollte sich jedoch immer an einen Arzt wenden, um abklären zu lassen, ob sie auf diese Methoden zurückgreifen kann. In den meisten Fällen werden alternative Therapien zusammen mit anderen medizinischen Therapien verschrieben.

Flüssigkeitszufuhr

Eine starke Regelblutung führt zu Dehydration. Frauen, die an dieser Erkrankung leiden, sollten mehr Wasser trinken, vor allem an den Tagen vor ihrer Periode.

Es empfiehlt sich, auch isotonische Getränke zu trinken. Ein isotonisches Getränk enthält die gleiche Elektrolytkonzentration wie das Blut. Auf diese Weise kann die Patientin eine stille Dehydration aufgrund einer schlechten Flüssigkeitszufuhr vermeiden.

Die richtige Ernährung bei Anämie

Eine weitere Komplikation im Zusammenhang mit einer Menorrhagie ist die Anämie. Der durch die Blutung verursachte Eisenverlust führt zu verschiedenen Formen des Eisenmangels sowie zu einer verminderten Anzahl roter Blutkörperchen. Dies wiederum hat eine Reihe von Symptomen zur Folge, unter anderem:

  • chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • schnellere Herzfrequenz oder Herzrasen
  • blasse Haut

Daher empfehlen viele Ärzte, eine starke Regelblutung mit einer Ernährung, die reich an Eisen und Vitamin C ist, zu behandeln. Beide Komponenten tragen dazu bei, die durch Blutungen verursachten Verluste zu ersetzen. Hierfür bieten sich Zitrusfrüchte, Brokkoli, rotes Fleisch und Spinat an.

Es ist ebenfalls wichtig, dass du dich einer strengen ärztlichen Überwachung unterziehst, wenn bei dir eine Anämie diagnostiziert wurde. Dieser Zustand muss entweder mit der Nahrung oder mit Nahrungsergänzungsmitteln korrigiert werden, um einen normalen Hämoglobinspiegel zu erreichen.

Eine starke Regelblutung mit Medikamenten behandeln

Sobald dein Arzt die Ursachen beurteilt hat, wird er verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Dann wird er möglicherweise eine Hormontherapie verschreiben, da diese den Menstruationszyklus regulieren kann. Er kann auch bestimmte Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verschreiben, die eine besondere Wirkung auf das weibliche Fortpflanzungssystem haben.

Dies sind einige der Möglichkeiten, um eine langanhaltende und starke Regelblutung zu behandeln:

  • Hormontherapie. Hormone regulieren den Menstruationszyklus und reduzieren die Blutungen. Dabei spielt es keine Rolle, für welchen Typ sich die Patientin entscheidet. Dennoch haben Experten gute Ergebnisse mit Antibabypillen, injizierbaren Verhütungsmitteln und Pflastern gesehen.
  • Hormonelle Spirale. Hormonfreisetzende Intrauterinpessare haben bei dieser Verhütungsmethode einen Paradigmenwechsel bewirkt. Es handelt sich dabei um typische Spiralen, die Hormone enthalten, die in den Menstruationszyklus eingreifen. Sie wurden spezielle von Experten entwickelt, um Frauen mit unregelmäßigen Regelblutungen zu helfen.
  • Mefenaminsäure. Diese nichtsteroidale entzündungshemmende Substanz hat keine wesentliche schmerzstillende Wirkung. Es stellte sich jedoch heraus, dass es ein ausgezeichnetes Mittel gegen Menstruationskrämpfe ist. Darüber hinaus kann die Säure auch die Blutungen bei Frauen mit schmerzhaften Menstruationsstörungen reduzieren.
Antibabypillen helfen den Menstruationszyklus zu regulieren
Eine der beliebtesten Methoden, um eine starke Regelblutung zu regulieren, ist die Antibabypille.

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Allgemein sind die Symptome einer Menorrhagie immer erkennbar, da sie starke Regelblutungen verursacht. Wenn du darunter leidest, solltest du dich umgehend an deinen Arzt wenden, da der diagnostische Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Wenn diese Krankheit nicht behandelt wird, führt sie schließlich zu Anämie und beeinträchtigt die Lebensqualität der Patientin aufgrund der Schmerzen oder des Energiemangels. Dein Arzt empfiehlt dir die beste Möglichkeit, um den Menstruationszyklus zu regulieren und Komplikationen zu vermeiden.

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