Progesteroncreme: Wann ist sie empfehlenswert?

Progesteroncremes haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen, aber wann ist ihre Verwendung empfehlenswert? Lies weiter, um es herauszufinden.
Progesteroncreme: Wann ist sie empfehlenswert?

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon, das verschiedene Funktionen im Körper hat. Sein Spiegel sinkt nach der Menopause, was zu verschiedenen Veränderungen führt. In den vergangenen Jahren nutzen immer mehr Frauen eine Progesteroncreme, um einen angemessenen Hormonspiegel aufrechtzuerhalten und bestimmte Symptome zu lindern.

Die Funktionen von Progesteron stehen im Zusammenhang mit der Fortpflanzung. Diese Substanz ist für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung und die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft bis zur Geburt verantwortlich. Darüber hinaus ist Progesteron aber auch an anderen Prozessen beteiligt, wie z. B. der Knochenresorption.

Progesteroncreme verwendet eine natürliche Substanz namens Diosgenin, die aus Pflanzen wie Dioscorea villosa gewonnen wird. Diosgenin kann sich an die Progesteronrezeptoren binden und ähnliche Wirkungen auslösen.

Wofür wird Progesteroncreme verwendet?

Die Erkenntnisse über die Verwendung von Progesteroncreme sind widersprüchlich und weitere Forschung ist notwendig. Viele Frauen berichten jedoch von einer gewissen Erleichterung durch die Anwendung, daher lohnt sich der Einsatz in den folgenden Fällen.

Regulierung des Hormonspiegels

Eine der Hauptanwendungen von Progesteroncreme ist die Regulierung des Hormonspiegels, um Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Am Ende des Fortpflanzungszyklus einer Frau kommt es zu einem plötzlichen Rückgang der Sexualhormone. Und dieses Ungleichgewicht verursacht die charakteristischen Veränderungen dieser Phase, wie z. B. Hitzewallungen.

Die orale Hormonbehandlung kommt seit vielen Jahren zum Einsatz. Allerdings stellte man fest, dass sie die Wahrscheinlichkeit von Brust- und Eierstockkrebs erhöht. Die topische Hormonbehandlung hingegen kann die Beschwerden in vielen Fällen mit einem geringeren Risiko reduzieren.

Eine in der Fachzeitschrift Annals of Pharmacotherapy veröffentlichte Studie zeigte, dass Progesteroncreme vasomotorische Symptome lindert. In anderen Veröffentlichungen heißt es jedoch, dass sie nicht besser ist als ein Placebo, sodass die Wirkung bei einzelnen Frauen unterschiedlich ausfallen kann.

Progesteroncreme - Frau mit Hitzewallungen
Die Beschwerden in den Wechseljahren sind vielfältig. Es handelt sich um eine Folge des Abfalls der Hormonkonzentration.

Lies auch diesen Artikel: Perimenopause: Symptome und Behandlung

Progesteroncreme kann Osteoporose verhindern

Progesteron ist auch am Prozess der Knochenresorption und des Knochenumbaus beteiligt und erhöht so die Knochendichte. Daher erhöht ein Rückgang dieses Hormons in den Wechseljahren die Wahrscheinlichkeit von Osteoporose.

In diesem Kontext besteht eine weitere Anwendung des Präparats darin, die Knochendichte zu erhöhen und Osteoporose vorzubeugen. Allerdings hat eine Studie in der Zeitschrift  Obstetrics and Gynecology gezeigt, dass die einjährige Anwendung von Progesteroncreme die Knochendichte nur um 1,2 % erhöht.

Andere Anwendungen

Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Anwendungen sagen viele Frauen, dass Progesteroncreme auch andere Beschwerden lindern kann. Obwohl es keine Forschungsergebnisse gibt, die solche Wirkungen belegen, könnte das Medikament anekdotischen Berichten zufolge auch für Folgendes nützlich sein:

Wie wird Progesteroncreme verabreicht?

Progesteroncreme ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Eine der gebräuchlichsten ist 10 mg pro Gramm Creme.

Das Präparat sollte täglich – maximal zweimal täglich – auf die Haut aufgetragen werden, um die Vorteile zu erhalten. Frauen können die Creme auf die Brüste, die Beine, den Hals, die Knie, die Beine oder die Arme auftragen.

Allerdings sollte man den Anwendungsbereich täglich wechseln, um das Auftreten von lokalen unerwünschten Wirkungen zu vermeiden. Außerdem ist es wichtig, die Creme nach dem Auftragen einziehen zu lassen, um die Aufnahme des Hormons zu gewährleisten.

Frauen in den Wechseljahren sollten die Creme phasenweise verwenden. Das bedeutet, dass nach einer Anwendung von zwei Wochen eine Pause von zwei Wochen erfolgen sollte, bevor die erneute Anwendung der Progesteroncreme erfolgt. Des Weiteren sollten prämenopausale Frauen die Creme nur in den letzten 2 Wochen des Menstruationszyklus verwenden.

Lies auch diesen Artikel: Die ersten Symptome der Prämenopause

Wer sollte sie nicht verwenden?

Die Verwendung von Progesteroncreme ist bei Personen kontraindiziert, die gegen den Wirkstoff oder einen seiner Bestandteile allergisch sind. Deshalb ist es immer wichtig, die Packungsbeilage genau zu lesen und alle Inhaltsstoffe zu identifizieren.

Außerdem sollte die Creme nur auf gesunder Haut aufgetragen werden. Wenn du also irgendwelche Hautkrankheiten hast, solltest du sie nicht verwenden. Zudem solltest du das Präparat nicht auf die Schleimhäute auftragen, da es zu unerwünschten Wirkungen wie Trockenheit und Reizungen führen kann.

Glücklicherweise hat es keine Auswirkungen auf Schwangerschaft und Stillzeit. Außerdem überwindet es nicht die Blut-Hirn-Schranke, sodass es keinen Einfluss auf die Konzentration des Hormons im Nervensystem hat. Dennoch solltest du immer einen Facharzt oder eine Fachärztin konsultieren, bevor du mit einer solchen Behandlung beginnst.

Nebenwirkungen von Progesteroncreme

Alle Medikamente, die heute auf dem Markt sind, können bei Menschen unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Progesteroncreme ist ein sicheres Medikament, das keine nennenswerten Nebenwirkungen hervorruft.

Die meisten Nebenwirkungen sind kutan und treten im Bereich der Anwendung auf. Die wichtigsten gemeldeten Symptome sind Hautreizungen, Rötungen und Trockenheit.

Bei einigen Menschen können aufgrund der Aufnahme des Medikaments systemische Symptome auftreten. Obwohl die Häufigkeit gering ist, können die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen
  • Veränderung der Herzfrequenz
  • Intensive Übelkeit
  • Empfindlichkeit der Brüste
  • Veränderungen der Menstruation
  • Schläfrigkeit und Müdigkeit

Darüber hinaus gibt es Studien, die belegen, dass der Progesteronspiegel im Blut nach einer 12-tägigen Anwendung der Creme ähnlich hoch war wie bei einer oralen Einnahme. Infolgedessen könnte eine längere Anwendung auch das Auftreten von Brustkrebs begünstigen.

Progesteroncreme - Frau fasst sich an die Brust
Bei einigen Frauen, die die Creme über einen längeren Zeitraum verwendet haben, tritt eine Brustüberempfindlichkeit auf, die jedoch nicht häufig vorkommt.

Wie wird Progesteroncreme gelagert und entsorgt?

Progesteroncremes sollten bei einer Temperatur unter 25 °C gelagert werden, damit sie ihre Eigenschaften behalten. Daher empfiehlt es sich, sie in den heißesten Monaten des Jahres im Kühlschrank aufzubewahren.

Außerdem solltest du die Tube nach jeder Anwendung wieder gut verschließen, damit die Creme nicht austrocknet und ihre Konsistenz verändert. Und selbstverständlich musst du sie außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Des Weiteren solltest du das Medikament niemals in die Toilette geben oder einfach im Müll entsorgen, da dies zu schweren Umweltschäden führen kann. Am besten bringst du es zur nächsten Sammelstelle in deinem Land. Wenn du dir nicht sicher bist, wo du eine findest, frage deinen Apotheker oder deine Apothekerin, wie du die Creme am besten entsorgst.

Ein vielseitig einsetzbares Präparat

Die Verwendung von Progesteroncreme wird bei vielen verschiedenen Beschwerdebildern empfohlen. Außerdem ist es ein sehr sicheres Medikament mit wenigen Nebenwirkungen. Allerdings sollte die empfohlene Dosierung immer eingehalten und die Anwendung im Falle von unerwünschten Wirkungen abgebrochen werden.

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