Prälinguale Taubheit: Heilung durch Gentherapie?

Die Gentherapie zielt darauf ab, Gene bereitzustellen, die die Funktionen anderer defekter Gene korrigieren oder übernehmen, welche andernfalls zur Entwicklung einer prälingualen Taubheit führen könnten. In unserem heutigen Artikel erfährst du, was prälinguale Taubheit ist und welche Möglichkeiten eine Gentherapie in diesem Kontext bietet.
Prälinguale Taubheit: Heilung durch Gentherapie?

Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2021

Die Gentherapie könnte die Lösung für die prälinguale Taubheit sein, denn sie könnte den Einsatz von Cochlea-Implantaten verdrängen. Tatsächlich sind die Ergebnisse in einigen Tierversuchen positiv ausgefallen. Wenn du mehr zu diesem interessanten Thema erfahren möchtest, solltest du unbedingt weiterlesen!

Hast du schon einmal von der Gentherapie gehört? Und weißt du, was prälinguale Taubheit ist? Um diesen neuen Behandlungsansatz zur Heilung dieser Erkrankung zu verstehen, musst du zunächst mehr über diese beiden Konzepte wissen. Nachfolgend wollen wir uns eingehender mit diesem Thema befassen.

Die Gentherapie ist ein neues Gebiet der Medizin

Prälinguale Taubheit - Chromosomen
Durch Gentherapie wird versucht, jene fehlerhaften Gene zu ersetzen, die Erbkrankheiten verursachen.

Behandlungen, die auf dem menschlichen Genom basieren, gewinnen zunehmend an Popularität bei der Heilung bestimmter Krankheiten, wie beispielsweise Krebs. Bei der Gentherapie werden bestimmte Gene eingeführt, um Veränderungen im Genom zu korrigieren, welche andernfalls zu Krankheiten führen können.

Ein Gen ist ein Teil der DNA, der die Informationen enthält, welche für die Synthese eines bestimmten Proteins im Körper notwendig sind. Diese Abschnitte der DNA können Veränderungen, also Mutationen, erfahren, was zur Kodierung defekter Proteine führt. Und zwar zu solchen Proteinen, die zur Entwicklung bestimmter Krankheiten führen. Die Gentherapie zielt also darauf ab, diese Defekte zu korrigieren.

Auch wenn die Tests zur Gentherapie beim Menschen schnell vorangeschritten sind, gibt es dennoch noch zahlreiche offene Fragen. Eine dieser Fragen, die sich die Wissenschaftler stellen, ist die, ob die therapeutischen Gene selbst ebenfalls Krankheiten verursachen könnten. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage nach den ethischen Grenzen.

Was ist prälinguale Taubheit?

Prälinguale Taubheit liegt vor, wenn ein (vollständiger oder teilweiser) Hörverlust, das heißt die Unfähigkeit zu hören, bereits bei der Geburt besteht. Sie ist angeboren und kann vererbt werden. Oft ist diese Art der Schwerhörigkeit so stark ausgeprägt, dass das Kind nicht in der Lage ist, sprachliche Informationen über das Ohr zu verarbeiten, weder mit noch ohne verstärkende Hilfsmittel.

In 80 % der Fälle ist das Kind bereits bei zum Zeitpunkt der Geburt taub. Interessanterweise werden die meisten gehörlosen Kinder in Familien geboren, deren Gehör normal ist.

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Aktuelle Behandlungsmethoden für prälinguale Taubheit

Prälinguale Taubheit - Bild Gehör
Viele Probleme im Zusammenhang mit Taubheit in der Bevölkerung wurden dank Hörgeräten und Cochlea-Implantaten weitgehend gelöst.

Momentan benötigt ein Baby, das an dieser Art der Taubheit leidet, ein Hörgerät. Allerdings sind diese Geräte nicht in allen Fällen eine gute Lösung, weshalb sich einige Betroffene einem operativen Eingriff unterziehen müssen. Ein Hörgerät wandelt elektrische Wellen in Schallwellen um, wenn du diese in dein Ohr einführst. Dank eines kreisförmigen und verstellbaren Kopfgurts lassen sie sich problemlos an den Ohren befestigen, um den Tonempfang zu verbessern.

Wenn du eine derartige Diagnose erhalten hast, solltest du so bald wie möglich ein Hörgerät zur Unterstützung deiner Hörleistung tragen. Dennoch gibt es einige Fälle, in denen die oben genannten Methoden die Situation nicht verbessern. Infolgedessen könnte das Einsetzen eines Cochlea-Implantates erforderlich werden.

Gentherapie und prälinguale Taubheit

Es gibt viele Fortschritte in der Medizin und Forscher fragen sich, ob es möglich wäre, Gentherapien anzuwenden, um Taubheit aus einer ganz anderen Perspektive zu behandeln. Das heißt, ohne die Verwendung von Cochlea-Implantaten oder Hörgeräten. Allerdings solltest du wissen, dass diese Verfahren momentan noch an Tieren untersucht werden.

Dennoch gibt es bereits veröffentlichte Ergebnisse von zwei Studien, in denen diese Art der Gentherapie angewandt wurde. Die Forscher scheinen interessante Ergebnisse für die Behandlung von Hörproblemen erzielt zu haben.

Aktuell werden die Untersuchungen auf Gehörerkrankungen fokussiert, die ausschließlich genetischen Ursprungs sind. Von dieser Veränderung sind weltweit derzeit mehr als 125 Millionen Menschen betroffen.

Das Komplizierte an dieser Behandlung ist die Tatsache, dass die Wissenschaftler Viren nutzen, um gesunde Gene in die Organismen einzuschleusen. So können diese Mikroorganismen nicht in die Zellen des Ohrs gelangen.

In einem der veröffentlichten Artikel wird beschrieben, wie ein Gen, das ein fluoreszierendes Protein produziert, mithilfe einer synthetischen Variante eines Virus in die Zellen eines Mäuseohrs eingeführt wurde. Ein weiteres positives Ergebnis ist, dass bei dieser Art der Behandlung bisher keine Nebenwirkungen aufgetreten sind.

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